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Heinz-Wilhelm Tzschentke zieht aus privaten Gründen weg

Alle Ämter aufgegeben

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Heinz-Wilhelm Tzschentke (SPD) hat das politische Leben der Stadt mitgeprägt, nicht zuletzt als langjähriger Stadtrat und 3. stellvertretender Bürgermeister. Nun verlässt er mit seiner Frau Gerda die Stadt aus privaten Gründen und legt zum 30. Mai seine politischen Ämter nieder.

Bernd Steinbacher

Heinz-Wilhelm Tzschentke hat sich in Schloß Holte-Stukenbrock wohl gefühlt. Nun zieht der stellvertretende Bürgermeister aus privaten Gründen weg und legt deshalb seine politischen Ämter nieder Foto: Bernd Steinbacher

Die offizielle Verabschiedung soll in der Ratssitzung am Dienstag, 10. Juni, erfolgen. Die SPD will ihn beim Herbstfest würdigen. »Er wird uns fehlen. Wir bedauern, dass er weggeht«, sagt Ortvereinsvorsitzende Marion Herzog.

»Unser Sohn lebt in Flensburg, unsere Tochter in Jever. Wir ziehen ganz in ihre Nähe. Wir werden ja auch nicht jünger«, sagt Heinz-Wilhelm Tzschentke bei einem Pressegespräch.

Fast 40 Jahre hat der 70-Jährige in Schloß Holte-Stukenbrock gelebt, doch am Dienstag nach Pfingsten beginnt mit dem Umzug ein neues Kapitel. »Obwohl wir die längste Zeit hier sesshaft waren, sind wir das Umziehen gewohnt. Außerdem freuen wir uns auf etwas Neues«, sagt Tzschentke. Die Nordsee sei nicht weit entfernt vom neuen Zuhause.

Politische Ämter

Heinz-Wilhelm Tzschentke (SPD) hat sich zehn Jahre als Vorsitzender im Ortsverein engagiert, war Beisitzer und Kassierer. Zudem saß er im Laufe seiner politischen Karriere in allen Ausschüssen des Rates. Als sachkundiger Bürger wirkte er ab Oktober 1999 im Umwelt-, Planungs- und Bauausschuss mit. Mitglied des Stadtrates ist er seit März 2001. Von 2004 bis 2009 war er Vorsitzender des Rechnungsprüfungsaus­schusses. Das Amt des 3. Stellvertretenden Bürgermeisters hat er von Oktober 2004 bis 30. Mai 2018 inne.

Doch wenn man weggeht, wird einem bewusst, was man hatte. »Schloß Holte-Stukenbrock ist eine Hochburg in fast allem.« Mehrere Krankenhäuser seien in der Nähe, auch mit Blick auf die mittelständischen Unternehmen sei die Stadt eine Hochburg, beim Wohnen ebenso. Jever sei nur etwa halb so groß.

Mit Blick zurück sagt Tzschentke, dass ihm das Zusammengehörigkeitsgefühl immer positiv aufgefallen sei. Er habe in seiner Funktion als stellvertretender Bürgermeister viel Kontakt gehabt und sehr viel mitbekommen. Er habe dieses Ehrenamt gerne ausgeführt, denn eine ehrenamtliche Tätigkeit sei gelebte Demokratie. Er setze immer auf Kommunikation, habe geredet, erklärt, versucht zu überzeugen.

Bis Ende Mai ist Tzschentke noch Mitglied im Aufsichtsrat der Gewerbegebiet Senne GmbH. Das sei eine hochinteressante Tätigkeit. Er könne die Einwände der Landeigentümer, die nicht verkaufen wollen, nachvollziehen. Der Bürgermeister müsse noch sehr viel Überzeugungsarbeit leisten, auf die Eigentümer zugehen und mehr kommunizieren. »Diese Überzeugungsarbeit muss der Bürgermeister leisten, wenn das Vorhaben umgesetzt werden soll.«

Gesamtschule als politischer Erfolg

Gefragt nach politischen Erfolgen, meint Tzschentke, dass durch Gespräche vieles erreicht worden sei. Als Erfolg in der jüngsten Zeit sieht er die Errichtung der Gesamtschule. »Es läuft und muss sich noch weiter einspielen.«

Froh ist er, dass die Gedenkstätte Stalag jetzt besser gefördert wird, sagt, dass er als Vertreter der Stadt auch Kontakt zum Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock gehalten habe.

Bevor er 1978 mit seiner Frau nach Schloß Holte-Stukenbrock zog, ist er »wegen des Berufs meines Vaters durch ganz Deutschland gekommen«. Der Vater war Leitender Ingenieur, zuletzt in Paderborn.

Geboren wurde Heinz-Wilhelm Tzschentke im Kreis Bautzen, seine politische Karriere startete er aber erst in Kassel »als Juso«. 1972 ist er in die SPD eingetreten. Dort habe er eine eingeschworene Gemeinschaft erlebt. Das sei eine schöne Zeit gewesen, seine Frau und er hätten zuvor beschlossen, dort noch einmal zu studieren. Nach abgeschlossener Elektrotechnik folgte ein Physikstudium, dann ein Referendariat. Nach anderen beruflichen Stationen arbeitete er als Berufsschullehrer am Berufskolleg Rosenhöhe. Der Elektronikbereich wurde später ans Carl-Severing-Berufskolleg angegliedert. Dort war er Mitglied der Schulleitung. Er engagiert sich auch weiterhin als Prüfungsausschussvorsitzender für Meister bei der IHK.

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