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Wochenmarkt in Schloß Holte ist ein Renner: Deutlich mehr Kundschaft als sonst

Alle wollen frische Lebensmittel

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Wochenmarkt auf dem Holter Kirchplatz ist mit seinen vier Geschäften klein, aber fein. Am vergangenen Freitag war dort gefühlt ganz Schloß Holte auf den Beinen. „Es ist wesentlich mehr los als sonst“, sagt Kurt Pohlmeyer (57), der mit seinem Obst- und Gemüsestand schon seit 35 Jahren in Schloß Holte vor Ort ist, beim Blick auf die langen Schlangen, die sich vor den Verkaufsständen bilden.

Dirk Heidemann

Auch an ihrem 55. Geburtstag steht Regina Pohlmeyer (links) hinter dem Verkaufsstand auf dem Wochenmarkt. Gefeiert wird am Abend nicht, dazu sei sie zu müde. Hier verkauft sie Gabriele Freihube (58) einen frischen Salatkopf.

„Die Abstände zwischen den Leuten sind groß genug, das ist auch richtig so. Die Kunden verhalten sich ganz wunderbar“, spricht Kurt Pohlmeyer allen ein dickes Kompliment aus. Seine sechs Mitarbeiter haben derweil alle Hände voll zu tun. „Die Menschen entdecken jetzt die Marktfrische und wollen in Zeiten des Coronavirus nicht mehr im Supermarkt kaufen, wo die Ware von vielen angefasst und wieder hingelegt wird“, meint Pohlmeyer, der fest davon ausgeht, dass er auch am kommenden Freitag wieder auf dem Holter Kirchplatz stehen wird: „Wenn Gott will. Aber wir sind ja unter freiem Himmel, das wird schon klappen.“

Reinhard Laustroer

Auf gut 30-jährige Erfahrung mit der Wochenmarktkundschaft in Schloß Holte bringt es Reinhard Laustroer. „Ich sehe viele neue Gesichter, das war am Vormittag in Bielefeld auf dem Siegfriedplatz auch so. Die Leute haben jetzt ihre Kinder zu Hause, können nicht mehr ins Restaurant gehen und müssen mehr selbst kochen. Da entdecken sie zunehmend, wie gut man auf dem Markt einkaufen kann. Gerade auch unter dem Gesichtspunkt der Regionalität“, sagt der 65-Jährige, der Wurstwaren, Wild und Geflügel anbietet.

Am Nachmittag wird die Cilena knapp

Am meisten los ist am Stand von Anne (56) und Hubert Westermann (59) aus Herzebrock, wo Kartoffeln, Zwiebeln und Eier reißenden Absatz finden. „Wir sind noch nicht einmal dazu gekommen, Preisschilder zu schreiben. Als wir ankamen, warteten die Kunden schon“, sagt Anne Westermann, die am späten Nachmittag feststellt, dass die Cilena-Bestände langsam knapp werden. Die festkochende Speisekartoffel scheint der Renner zu sein. „Von den letzten Märkten kannten wir es schon, dass im Moment mehr Leute kommen. Aber nirgendwo waren es so viele wie heute“, sagt Anne Westermann, die die Atmosphäre wie ihre Kollegen als überaus angenehm empfindet: „Alle sind sehr diszipliniert.“

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