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Flüchtlingssozialberaterinnen berichten über ihre Arbeit – vielen fehlt der persönliche Kontakt

Alleinstehende Männer suchen Anschluss

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/ms). Der Zugang zu Flüchtlingen ist leichter, wenn sie Familie haben. Über die Kinder kommt man auch mit den Eltern in Kontakt. Anders ist es für die 92 Männer, die allein in den Übergangswohnheimen der Stadt leben. „Für sie ist es schwierig, Kontakt zu finden. Sie würden gerne etwas mit anderen unternehmen und sprechen, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und am Alltag teilzuhaben“, sagen die Flüchtlingssozialberaterinnen Lana Odeh und Susan Lütke, die im Ausschuss für Familien, Demografie und Integration am Montag von ihrer Arbeit berichteten.

1500 Beratungstermine pro Jahr bieten die Flüchtlingssozialberaterinnen Lana Odeh (links) und Susan Lütke an. Foto: Monika Schönfeld

Wenn sie einen Wunsch frei hätten, würden sie sich Ehrenamtliche wünschen, die die jungen Männer mitnehmen zum Sport oder anderen geselligen Tätigkeiten. „Der persönliche Kontakt ist wertvoll“, sagt Lana Odeh.

Zurzeit leben 300 Flüchtlinge in der Stadt, davon 181 in Übergangswohnheimen, der Rest in Wohnungen. Die beiden Flüchtlingssozialberaterinnen kommen auf 1500 Beratungstermine im Jahr. „Jede Woche gibt es Zuweisungen von Flüchtlingen“, so Odeh.

Flüchtlinge werden zugewiesen

Die Leiterin des Fachbereichs Soziales, Christiane Vornholt, berichtete, dass bereits 40 Flüchtlinge angekommen sind, bis Ende August 20 weitere erwartet werden. Bis Ende des Jahres könnten weitere 60 von der Bezirksregierung Arnsberg zugewiesen werden. „Das ist aber nur eine Schätzung. Die konkreten Gespräche stehen noch aus.“

Die psychosoziale Betreuung, Themen wie Bildung, Schule, Sprachkurse, Integration und Kindergarten sind Schwerpunkte. Eine Arbeitsstelle und eine eigene Wohnung sei der Wunsch aller.

Angebot eingeschränkt

Eine Woche gegen Rassismus sei gemeinsam mit dem Projekt „Demokratie leben“ gestaltet worden. Es gebe eine Kreativgruppe und Themenvorträge über die Frauenrolle in Deutschland, häusliche Gewalt, Ausbildung für Frauen, die 35 Jahre und älter sind. „Es fehlt die ehrenamtliche Unterstützung. Das ist verständlich, denn viele Ehrenamtliche gehören zur Risikogruppe. Durch Corona ist auch das Angebot an Sprachkursen beschränkt“, sagt Lana Odeh. Auf Nachfrage von Britta Rusch (CSB) sagte sie, dass sie sich auch um bereits anerkannte Flüchtlinge kümmern.

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