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Umfangreiche Arbeiten am Hotel – drei Gebäudeteile zu Ensemble vereint

»Altdeutsche« in neuem Gewand

Verl (WB). Im Spätsommer 2019 soll das Hotel »WunnersWat« an der Sender Straße eröffnet werden. In der ehemaligen »Altdeutschen« wird man nicht nur 120 Betten, einen Wellness- und Fitnessbereich sowie einen Saal und ein Restaurant vorfinden – auch Feiern über den Dächern Verls werden möglich sein.

Andreas Berenbrinker

Gut zu erkennen sind von außen die drei Gebäudeteile, die zu einem Ensemble vereint werden. Links steht der Fachwerkbereich als Blickfang, in der Mitte zurückgenommen der neue Hotelteil sowie rechts der Bereich mit Saal- und Barbetrieb. Foto: Andreas Berenbrinker

Als Abwehrchef beim SC Verl war Stephan Ritz eher defensiv ausgerichtet. Mit dem umfangreichen Umbau der »Altdeutschen« geht er gemeinsam mit seiner Frau Susanne sowie seiner Schwägerin Alexandra Beckhoff in die Offensive. »Wir wollen etwas Schönes für die Stadt Verl bieten und für Belebung sorgen«, so Ritz, der überzeugt ist, dass die Kommune ein Hotel in der Größenordnung braucht. »So ein Business-Hotel ist gerade auch bei den vielen Unternehmen in der Region stark nachgefragt.«

Wie vor dem Umbau besteht das Hotel aus drei Gebäudeteilen. Im Mittelpunkt steht weiterhin der Fachwerkteil, der 1612 erbaut wurde. »Dieses Denkmal soll Blickfang sein«, sagt der Gütersloher Architekt Kai Beckmann. Äußerlich wird dieser Trakt – auch aus Denkmalschutzgründen – nicht verändert. Im Innenteil gibt es aber auch hier umfangreiche Arbeiten, bei denen auch Kuriositäten vergangener Zeiten auftauchen. So wurde ein erheblicher Brandschaden vor langer Zeit einfach verputzt und nicht beseitigt. Im Fachwerkteil wird es auch in Zukunft ein öffentliches Restaurant geben, höchstwahrscheinlich mit gut bürgerlicher Küche. »Ganz genau steht das noch nicht fest«, so Stephan Ritz. Wie das gesamte Hotel wird der neue Pächter – die H&S GmbH aus Essen – hier federführend sein.

Saal wird verkleinert

Im Fachwerkteil wird es auch Hotelzimmer geben. »Diese werden gleichermaßen traditionell wie modern gehalten sein«, so Architekt Beckmann. Vielen Verlern bekannt ist der Saal rechts vom Fachwerkteil, der sich im 1997 eröffneten Gebäudeteil befindet. Der Saal wird um ein Drittel verkleinert und bietet in Zukunft Platz für bis zu 140 Personen. In diesem Bereich werden der Frühstücksraum sowie eine öffentlich zugängliche Bar mit Lounge-Charakter zur Sender Straße hin entstehen. Auch die Terrasse wollen Susanne und Stephan Ritz sowie Alexandra Beckhoff als Eigentümerfamilie aus dem Dornröschenschlaf erwecken. »Uns schwebt ein schöner Biergarten vor«, so Susanne Ritz.

Rund die Hälfte der Zimmer – vom Einzelzimmer bis zur Suite - werden sich im neu errichten Gebäudeteil befinden, der den 1970 erbauten Teil ersetzt. Der Neubau ist dreigeschossig und verfügt außerdem über ein Satteldach. Die Zimmer werden höchsten Ansprüchen genügen und voll klimatisiert sein. Wichtig waren den Eigentümern, dem Pächter und dem Architekten die Barrierefreiheit, die in der alten »Altdeutschen« nicht gegeben war. Einige Zimmer werden zudem behindertengerecht ausgebaut. Ein Highlight sollen die Räume im Obergeschoss werden, die über eine großzügige Dachterrasse verfügen.

Blick über Verl

Mit dem Blick über Verl könnten Konferenzen abgehalten, aber auch Feiern begangen werden. Der verglaste Haupteingang des Hotels mit Lobby und Rezeption wird sich zwischen dem Fachwerk- und Saalteil befinden, also nicht wie früher versteckt an der Seite. Im Untergeschoss wird sich ein Wellness- und Fitnessbereich befinden, die frühere Bar »Struwwelpeter« ist diesem zum Opfer gefallen. Die zwei Kegelbahnen werden zwar erhalten bleiben, aber zunächst nicht zugänglich sein. »Da warten wir mal, ob die Leute irgendwann wieder alle kegeln wollen«, so Stephan Ritz.

Etwas ganz Besonderes

Das neue Hotel wird »WunnersWat« heißen. Verantwortlich für den Namen ist Alexandra Beckhoff. »Die Bezeichnung stammt aus dem Plattdeutschen und bedeutet so viel wie »etwas ganz Besonderes«, so die Miteigentümerin. Man wolle auch mit dem Namen eine Verbindung zwischen Tradition und Moderne schaffen. Nachdem zunächst geplant war, dass Hotel in Teilabschnitten zu öffnen, haben die Verantwortlichen sich nun entschieden, der Öffentlichkeit das komplett fertig gestellte Haus im Spätsommer 2019 zu präsentieren. Ein genauer Eröffnungstermin steht noch nicht fest. Über das Investitionsvolumen möchte die Eigentümerfamilie nicht öffentlich sprechen.

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