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Im Foodgarden zeigt Künstler Hans Kordes Tiere und Tänzer

An einem Tisch mit Stars aus Stahl

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Mit den Stars an einem Tisch: Udo Lindenberg ist da, Freddy Mercury und Michael Jackson auch – wenn sie auch schon ein bisschen Rost angesetzt haben. Wer keine Lust auf Berühmtheiten hat, macht ein Selfie mit GW1044f, unserer Wölfin aus der Senne. Zwei Tonnen Stahl hat Künstler Hans Kordes gemeinsam mit Jens Dresselhaus, Ferdinand Wurms und Vahid Sanatjou in den Foodgarden verfrachtet – aufgeteilt auf 30 Skulpturen, die alle ihre eigene Geschichte haben.

Monika Schönfeld

Vom Dach des Foodtrucks verbreitet der Tänzer ein unbeschwertes Lebensgefühl: Die Gäste des Foodgardens an der Bahnhofstraße sitzen ab diesem Wochenende neben Stars, Tieren und Tänzern in einem ganz besonderen Ambiente. Foto: Monika Schönfeld
Udo Lindenberg und der Künstler Hans Kordes. Foto: Monika Schönfeld

„Ich habe vom Foodgarden im WESTFALEN-BLATT gelesen und mir gleich gedacht, Dresselhaus-Events und BeefFellas machen im Foodgarden das, was geht“, sagt Hans Kordes , der Werkstatt und Atelier an der Kattenheider Straße kurz hinter der Grenze nach Verl hat. Sein Thema sei „So Kunst es geht“. Jens Dresselhaus, Ferdinand Wurms und Vahid Sanatjou seien mit der ganzen Mannschaft angerückt, um eine Zusammenarbeit zu besprechen. Kunst und Küche war schnell klar, dass sie das gleiche wollen – Lifestyle.

Vahid Sanatjou, Hans Kordes, Ferdinand Wurms und Jens Dresselhaus (von links) mit dem Bison, dem Krafttier. Foto: Monika Schönfeld

„In dieser Corona-Pandemie haben die Leute ein Bedürfnis. Sie wollen in der Öffentlichkeit einen Raum haben, in dem sie sich bewegen und treffen können“, sagt Hans Kordes. Das gelte für den kulinarischen Genuss wertiger Speisen und Getränke und für den Genuss der Kunst.

Hans Kordes fertigt Skulpturen für den öffentlichen Raum, vorwiegend in Ringform. 2008 begann er mit einem Schattenschnitt. Der stellte den Cheruskerfürsten Hermann dar. Für Hermann hat Kordes inzwischen Designschutz, eine Büste steht in Detmold-Hiddesen an der Auffahrt zum Denkmal auf einem Kreisverkehr . „Die Berühmtheit des Hermann projizieren die Leute auf mich. Das passiert auch bei Selfies mit berühmten Leuten: Der Ruhm soll auf mich abstrahlen.“ Seine Kunst muss Kordes heute nicht mehr anbieten, er wird gebeten auszustellen. „Der Foodgarden hat das Ambiente für ein Ausgehpublikum – und da toppe ich noch einen drauf.“

Sofort erkannt: Die Exmoorponys aus den Naturschutzgroßprojekt. Foto: Monika Schönfeld

Neben den Stars finden sich im Foodgarden Tiere. Die Wölfin zum Beispiel, aber auch die Exmoor-Ponys, die im Naturschutzgroßprojekt in der Wistinghauser Senne und im Augustdorfer Dünenfeld ausgewildert worden sind. Bison („mein Krafttier“) und Hirsch sind lebensgroß. Außerdem sind sechs Tänzer und Tänzerinnen dabei, die eigentlich Bestandteil der Bielefelder Nachtansichten werden sollten. Hinter einer drei Meter hohen und 50 Meter langen Gewebewand sollten sie sich im Licht bewegen. Die Installation mit 24 Tanzmotiven wird auf 2021 verschoben. So wie die Nachtansichten fallen dieses Jahr auch andere Kunstevents aus wie die Lange Nacht der Kunst oder die Blomberger Kunstmauer.

Hans und Hermann mit Grillzange und Schwert auf dem Dach des Foodtrucks. Foto: Monika Schönfeld

Zu jeder seiner Figuren hat Hans Kordes eine Geschichte. „Diese Inspiration macht die Kunst aus, ansonsten ist es Handwerk“, sagt Kordes. Wer sich im Foodgarden noch nicht satt gesehen hat und noch mehr Inspiration sucht, ist in der „Holzhauser Tierwelt an der Vogeltaufe“ richtig. Das Kunst- und Naturprojekt in Zusammenarbeit mit der Ü70-Gruppe Holzhausen-Externsteine und dem Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge kann man vom Parkplatz an den Externsteinen oder dem Parkplatz an der Adlerwarte über den Hermannsweg erleben. Bis 1. Mai 2021 sind die Stahltiere zu sehen – mit dabei der Wolf, Wildschweine, Ponys und Senner Pferde, Heidschnucken. Ein Teil der Tiere war zu Beginn der Corona-Pandemie zu Gast im Garten des Altenzentrums Wiepeldoorn, bevor sie im Lippischen aufgestellt wurden.

www.stahl-zeit.de

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