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Sozialshop auf Vordermann gebracht – Vorbereitung auf Wiedereröffnung

Aussortiert und aufgeräumt

Schloß Holte-Stuk...

Viele Bedürftige warten schon sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung des Sozialshops der Flüchtlingshilfe St. Johannes.

Uschi Mickley

Martina Rennerich (links) übergibt Spenden an Giesela Hörster. Wegen der Pandemie bleibt der Sozialshop vorerst noch geschlossen. Foto:

Wegen der andauernden Pandemie bleibt die Ausgabestelle am Lippstädter Weg in Stukenbrock-Senne jedoch vorerst noch geschlossen. Gleichwohl hat das Team der ehrenamtlichen Helfer alle Hände voll. Akribisch planen die Aktiven neue Abläufe und bereiten sich mit einem neuen Hygienekonzept auf den Tag des Neustarts vor.

„Der Sozialshop ist nicht nur für Flüchtlinge, sondern für viele Einheimische mit Berechtigungsschein nicht mehr wegzudenken. Kunden kommen nicht nur aus dem Ort, sondern auch der näheren Umgebung. Gegen eine kleine Spende können sie sich hier eindecken“, weiß Giesela Hörster um die Bedeutung der Einrichtung. Die ehrenamtliche Leiterin der Flüchtlingshilfe SHS kümmert sich seit sieben Jahren in vielen Bereichen um Neuankömmlinge in der Stadt. In einem großen Lagerraum sortiert und faltet sie emsig Kinderkleidung. „Das sieht ja richtig Klasse aus“, findet Spenderin Martina Rennerich, als sie in den freundlich wirkenden Raum voller Regale schaut. Einen ganzen Sack mit Spenden hat sie gerade abgegeben.

Die Zeit der Zwangspause hat das Team dazu genutzt, die Räume auf Vordermann zu bringen. „Das Lager war voll bis unter das Dach“, sagt Giesela Hörster. Hübsch aufgeräumt und nach Größen ausgezeichnet hat jetzt im Keller alles seinen Platz – von gebrauchter Damen-, Herren- und Kinderbekleidung bis hin zu Heimtextilien und Schuhen. Im Erdgeschoss warten zudem Kleinmöbel, Haushaltswaren, Bücher und Spielzeug auf Abnehmer.

Wenig später hilft Giesela Hörster ihrer Mitstreiterin Irmtraud Murke in einem Nebenraum beim Einräumen von gebrauchtem Geschirr. „Die Kommode sieht ja aus wie neu“, freut sie sich und begutachtet im Flur das schneeweiße Möbelstück. Ärgerlich blickt sie allerdings in einem Kellerraum auf eine sperrige Wickelkommode, die neben einem Haufen Unrat am Eingang des Sozialshops abgelegt worden war. „Wir sind sehr dankbar für gute Spenden. Aber kaputte Möbel und Kaffeemaschinen oder rostige Töpfe kann niemand gebrauchen. Das nimmt nur Platz weg und kostet Geld für die Entsorgung“, sagt die 80-Jährige. Gerade erst am Samstag mussten sechs Kubikmeter Sperrmüll abgeholt werden. Die Aufräumarbeiten seien eine richtige Plackerei gewesen. Bürger, die gebrauchte Möbel spenden möchten, werden daher um vorherige telefonische Absprache gebeten.

Während des zweiten Lockdowns sei der persönliche Kontakt zu ihren Schützlingen schwierig gewesen, erzählt Giesela Hörster. Eine große Spendenaktion konnte gerade noch Mitte Dezember durchgeführt werden. Die Ausgabe von Kleidung und Haushaltswaren war nur nach telefonischer Nachfrage möglich. Viele Sachspenden wurden mit dem Bulli zu den Bedürftigen gebracht. Das Fahrzeug wird von der Kirchengemeinde Bielefeld-Süd zur Verfügung gestellt. Etliche schwangere geflüchtete Frauen wurden mit einer Erstausstattung versorgt. Ein Teil der Spenden wurde auch der Bahnhofsmission Bielefeld und der Caritas Gütersloh übergeben. Die Helfer möchten sich für die Unterstützung bedanken.

Unterstützt wird Giesela Hörster von rund 35 Ehrenamtlichen. Mehr als die Hälfte von ihnen gehört zur Gruppe der „Helping Hands“. Es sind geflüchtete Menschen, die schon länger in der Stadt leben und andere Neuankömmlinge unterstützen.

Sachspenden können am Lippstädter Weg 63 in Stukenbrock-Senne (am Kindergarten St. Achatius) montags und dienstags von 14 bis 17 Uhr abgegeben werden. Weitere Informationen gibt es unter der Handy-Nummer 0162/3719540.

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