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Elternbeirat organisiert riesige Tombola im Versöhnungskindergarten – 600 Preise von 300 Unternehmen bringen 1800 Euro in die Kasse

Auswahl wie in einem Spielzeugladen

Schloß Holte-Stuk...

Ben kann sein Glück kaum fassen, als er das große Paw-Petrol-Badetuch in seinen Händen hält.

Dirk Heidemann

Betty Jürgensmann, Leiterin des Versöhnungskindergartens am Orffweg (links), und Kirsty Schloegl, Vorsitzende des Elternbeirats, präsentieren einen Teil der Tombola-Gewinne. 300 Unternehmen spendeten insgesamt 600 Preise. Foto: Dirk Heidemann

„Ich dachte schon, das bekomme ich gar nicht mehr“, sagt der Sechsjährige. Doch bei der Tombola im Versöhnungskindergarten, in dem Ben die Spatzengruppe besucht, hat er sein großes Los gezogen. Im Inneren des Kindergartens sieht es aus wie in einem Spielzeugladen. 600 hochwertige Preise werden verteilt. Los ging es am Freitagnachmittag, an diesem Samstag sind von 10 bis 12 Uhr die nächsten Kinder an der Reihe.

Als im Coronajahr mit Laternenfest, Flohmarkt und Willkommensfeier die wichtigsten Einnahmequellen wegbrachen, überlegte der Elternbeirat, wie man stattdessen an Geld kommen kann, um Anschaffungen für den Versöhnungskindergarten zu ermöglichen. So entstand die Idee einer Tombola. „Ich habe dann eine Bescheinigung erstellt, die die Eltern dazu berechtigt, Spenden zu sammeln. Alles andere haben die Eltern selbst übernommen“, sagt Kindergartenleiterin Betty Jürgensmann. Die Vorsitzende des Elternbeirats, Kirsty Schloegl, machte sich mit Kirsten Böhle, Bettina Meiertokrax, Eva Kula, Nina Pioch, Sarah Hentz, Carolyn Meyer und Stefan Diergardt an die Arbeit. 600 Unternehmen in Deutschland, Österreich und den Niederlanden wurden angeschrieben. „Die Resonanz war überwältigend, wir haben 300 Rückmeldungen bekommen. Es war nicht zu erwarten, dass in diesen Zeiten, in denen es auch die Firmen nicht leicht haben, die Spendenbereitschaft so hoch ist“, sagt Kirsty Schloegl.

Und die Qualität der Sachspenden kann sich mehr als sehen lassen. Kein Preis hat einen geringeren Wert als acht Euro, in der Spitze sind Playmobil-Spielwaren im Wert von 60 Euro dabei. Es gibt Freikarten für Schwimmbäder, Freizeit- und Tierparks, Bücher, Gesellschaftsspiele, Tischkicker, Bobbycars und Präsentkörbe im Wert von 30 Euro. „Wir wären froh gewesen, wenn wir 150 bis 160 Lose hätten verkaufen können. Jetzt waren es 600“, so Kirsty Schloegl.

Gekauft wurden die Lose zum Stückpreis von drei Euro am vergangenen Mittwoch nicht nur von den Eltern der Kindergartenkinder, sondern auch von Großeltern, Freunden oder Ehemaligen. Die Stückzahl schwankte dabei von zwei bis 40. Stefanie Herken und Tim Großkopf, die Eltern von Ben, gönnten ihrem Filius 15 Lose. „Die Sachen darf er natürlich sofort behalten und muss sich nicht bis Weihnachten gedulden“, sagt Stefanie Herken.

Die Preise waren in vier Autos und einem Anhänger zum Kindergarten gebracht worden. Zuvor lagerten sie in einem Kellerraum und in der Wohnung von Kirsty Schloegl. „Mein Nähzimmer und das Gästebad waren komplett voll und konnten drei Wochen lang nicht genutzt werden“, verrät die Vorsitzende des Elternbeirats schmunzelnd. Verteilt wurden die Preise kontaktlos von den Mitarbeiterinnen des Kindergartens durch zwei geöffnete Fenster. Die Lose mussten auf einen Tisch gelegt werden und dort wurde anschließend auch das Präsent abgestellt. Für die vier Kindergartengruppen wurden vier Zeitfenster für die Abholung festgelegt.

Der Erlös der Tombola soll in Turnmatten zum Gestalten von Bewegungslandschaften und als Fallschutz investiert werden. Die kosten pro Stück 120 Euro, zehn sollen angeschafft werden. „Das große Engagement des Elternbeirats rechne ich sehr hoch an und kann nur Danke, Danke, Danke sagen“, so Betty Jürgensmann.

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