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Elisabeth Büngeners Weihnachtsspiel rückt das Flüchtlingselend ins Bewusstsein 

Botschaft und Realität 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Text sitzt, kein Spieler braucht ein Manuskript, und es ist noch nicht einmal die Generalprobe. Zehn Kinder hat Elisabeth Büngener für das Weihnachtsspiel in der St.-Johannes-Kirche gewinnen können. Weil alle so textsicher sind, kann die Spielschar sich auf Ausdruck und Dramaturgie konzentrieren.

Matthias Kleemann

»Einen Fremden sollst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid in Ägypten Fremde gewesen.« Deborah (Franka Fockel, stehend) zitiert aus der Thora. Die anderen (Patrick Melzig, Isabella Fulland und Leonie Brechmann, von links) hören betroffen zu. Foto: Wilfried Wieneke

 Die Kinder sprechen ins Mikrofon, trotzdem steht die Regisseurin ganz hinten in der Kirche, um zu testen, wie verständlich die gesprochenen Worte dort ankommen. Es ist schon ein schwerer Stoff, den sie da ihren Spielern zumutet, von denen sechs noch auf die Grundschule gehen. Denn schon immer hat Elisabeth Büngener keine konventionellen Krippenspiele aufgeführt. Vielmehr versucht sie, aktuelle Ereignisse und Befindlichkeiten in die Spielhandlung einzubauen, die jedes Jahr eine andere ist.

 In diesem Jahr war es naheliegend, das Flüchtlingselend in den Kriegsgebieten dieser Welt aufzugreifen. Es ist schon bitter, dass das syrische Damaskus und Aleppo zwei historische Städte sind, die schon zu Zeiten von Jesu Geburt existierten. Und so kommen die handelnden Personen aus diesen beiden Städten, außerdem aus Kubane, jener Stadt an der Grenze zur Türkei, die lange in den Schlagzeilen war, stellvertretend für die vielen anderen Orte, aus denen Menschen in diesem Jahr geflohen sind. »Dort ist es zurzeit richtig kalt. Viele der Kinder werden den Winter nicht überleben«, sagt Elisabeth Büngener.

 In dem Stück, dass Heiligabend in der St.-Johannes-Kirche aufgeführt wird, lässt die Autorin Maria und Josef während ihrer Herbergssuche auf eine Gruppe von Flüchtlingen stoßen, der es auch nicht besser geht. Dabei gilt in der Wüste eigentlich das Gebot der Gastfreundschaft, ein biblisches Gebot, dass schon im Buch Exodus nachzulesen ist. Alle zusammen kommen bei den Hirten unter. Und so sind es natürlich auch die Hirten, die am Ende die frohe Botschaft verkünden.

 Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Montagausgabe des WESTFALEN-BLATTES Schloß Holte-Stukenbrock.

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