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Hühnerhaltung im mobilen Stall – Johannes Broeker investiert in artgerechte Haltung

Das Gelbe vom Stukenbrocker Wiesenei

Schloß Holte-Stukenbrock(WB). Falls, wie es im Volksmund heißt, Hühner tatsächlich glücklich sein können, dann sind es die von Johannes Broeker. Gackernd kommt das Federvieh auf den Landwirt zugelaufen. Stattliche braune Legehennen sind es mit einem gepflegten Gefieder. Am Kreisverkehr an der Spellerstraße 30, am Hof des landwirtschaftlichen Familienbetriebs, betreibt der 30-Jährige seit kurzem einen mobilen Hühnerstall.

Uschi Mickley

Direkt am Hof des landwirtschaftlichen Familienbetriebs hat Johannes Broeker einen mobilen Hühnerstall aufgebaut. Seine Frau Anna Lena und sein Sohn Anton helfen bei der Pflege der Legehennen, die täglich auf grüner Wiese scharren. Foto: Uschi Mickley

Dort haben die Tiere genügend Auslauf und leben artgerecht. »Viele Menschen legen Wert auf regionale Lebensmittel und gute Haltung«, sagt der Stukenbrocker. Deshalb habe er eine neue Richtung eingeschlagen und sich dazu entschieden, Legehennen anzuschaffen. Doch was so beschaulich aussieht, ist mit viel Arbeit verbunden. Damit die Neuorientierung, neben dem weiteren Betriebszweig eines Angelteiches, funktioniere, sei die Familie sieben Tage die Woche im Einsatz.

Nerv der Zeit getroffen

Im September bezogen 340 Hühner zusammen mit fünf Hähnen ihr neues Domizil. Anfang Oktober startete dann der Verkauf der ersten eigenen Eier. Mit dieser Form der Direktvermarktung scheint Johannes Broeker den Nerv der Zeit zu treffen. Die legefrischen Eier sind mittags oft schon ausverkauft.

»Wir waren anfangs skeptisch und hätten nie damit gerechnet, dass es so gut anläuft«, erklärt seine Frau Anna Lena. Doch für Abnehmer, die bislang leer ausgegangen sind, haben sie eine gute Nachricht. Die Geflügelhaltung wird ausgebaut. Ein weiterer Stall mit 340 Hühnern soll bis Ostern angeschafft werden.

In ihrem »Farmermobil« finden die Hennen auf drei Etagen Futter- und Wasserstationen sowie Nester zum Eierlegen. Nachts schlafen sie, wie es sich für Hühner gehört, auf einer Stange. Im Stall wird auch vollautomatisch für die Fütterung und die Säuberung gesorgt. Zu fressen gibt es sieben Mal täglich eine Mischung aus Mais, Weizen und Gerste. Frühmorgens kann das Federvieh ins Freie und auf 500 Quadratmeter Weide picken, gackern und scharren.

Diese Haltung ist nach Johannes Broekers Auffassung praktiziertes Tierwohl. Man sieht es den Hühnern auch an – sie sind nicht abgemagert und picken sich gegenseitig nicht an. Die Schnäbel werden nicht gekürzt. Auf den Einsatz von Antibiotika wird komplett verzichtet. Regelmäßig zieht der Stall auf Rädern mithilfe eines Traktors um, damit die Hennen auf immer wieder grünen Flächen scharren können und gleichzeitig ein übermäßiger Eintrag von Kot verhindert wird.

Praktiziertes Tierwohl

In einer roten Holzhütte an der Weide werden die »frisch gepressten« Stukenbrocker Freiland-Eier angeboten. Ein Ei kostet 39 Cent. Verbraucher können Kartons oder andere Behälter selbst mitbringen.

Das Geld wird in einem kleinen Holzkasten gesammelt. »Unsere Kunden vertrauen uns bei der Haltung, deshalb vertrauen wir auch ihnen, dass die Eier bezahlt werden. Das hat bislang auch gut funktioniert«, zeigt sich Anna Lena Broeker optimistisch.

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