1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Schloss-holte-stukenbrock
  6. >
  7. Das gleiche Gedönswie jedes Jahr, Hermann

  8. >

Kolpingsfamilie St. Ursula feiert 90. Geburtstag – mit Video

Das gleiche Gedönswie jedes Jahr, Hermann

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). 90 Jahre jung und genauso aktiv wie einst: Die Kolpingsfamilie St. Ursula Schloß Holte hat am Samstag Geburtstag gefeiert. Und da in den Adern mancher Mitglieder karnevalistisches Blut fließt, feierte man den 90. Geburtstag mit einer westfälischen Version des Silvester-Klassikers »Dinner For One«.

Monika Schönfeld

Der Diener Hermann (Thomas Fuchs) hat schon ordentlich einen sitzen, als er Fräulein Ursula (Silvia Carl) fragt: »Das gleiche Gedöns wie jedes Jahr?« Der Hausdiener ist nicht abgeneigt: »Der Hermann hat noch jede Schlacht geschlagen.« Foto: Monika Schönfeld

Matthias Carl führte die 120 Gäste auf das Schloss Rüsing, wo Fräulein Ursula (der Nachname fällt unter die Datenschutzverordnung) alias Silvia Carl mit ihren liebsten, aber leider nicht anwesenden Freunden feiert. Dem Hausdiener Hermann (Thomas Fuchs) obliegt es, die Gäste zu bewirten.

Mit dabei Marktmeister Hans Pollhemkenschnieder vor dem Möhlenberg, genannt Pollhans, der zum Runterspülen von Schnaps und Bier immer noch einen Polhänser braucht. Beim nächsten Gast, Pfarrer Schwarz, handelt es sich zweifelsfrei um Ehrenpräses Wolfgang Braun. Der knallt nicht die Hacken zusammen, sondern bekreuzigt sich und meint »Ist das schön hier!«

Bürgermeister vertröstet

Natürlich ist der auf Lebenszeit gewählte Bürgermeister Erich Hubertwehrland mit von der Partie, der liebend gern ein paar Worte sagen würde, von Ursula aber immer wieder auf später, besser noch auf nächstes Jahr vertröstet wird. Ganz närrisch zugetan ist Ursula ihrem Gast zu ihrer Rechten, dem Grafen von Tenge.

Serviert wird »das gleiche Gedöns wie jedes Jahr«, Bütterchen mit einem schönen Wippermann-Wacholder, Pickert mit einem Schloß Holter Schnäpschen von Otto, Grünkohl mit dicken Dingern und dem Thusnelda-Bier aus Detmold und ein Oetker-Pudding mit Likörchen aus Stromberg.

Leicht angetüddelt sorgen dann Sprüche wie »auf einem Bein kann man nicht stehen«, »Uschi, mach’ dich nackig« und »Uschi, mach kein’ Quatsch, Uschi, sei doch lieb zu mir« für extreme Lachsalven. Wenn dann der Tiger noch stöhnt über »eins der knackigsten Mädels aus der Holte« und Hermann sich auf die Nacht freut (»Der Hermann hat noch jede Schlacht geschlagen.«) hält es die Gäste nicht mehr auf dem Stuhl. Eine Kolping-Rakete jagt die nächste.

Raketen für die Tänzerinnen

Raketen ernteten auch die Hip-Hop-Mädchen Fabia Kostevski, Ellen Nogossek, Sophia Carl und Paloma Strüwe. Vor zwei Wochen sind sie noch in der großen Jazz-Dance-, Hip-Hop- und Ballettshow der Dance Academy Emma Jürgens in der Aula am Gymnasium aufgetreten. Vor der Kolpingsfamilie sind sie ohne Zugabe und Raketen nicht von der Bühne gekommen.

Für Unterhaltung und Tanzmusik sorgte die Live-Band »The Juniors«, die quasi schon von der Kolpingsfamilie adoptiert ist. Bei Essen und Trinken ließen es sich die Gäste gut gehen, Willi Otten­stroer hatte eine Tombola organisert und servierte mit Kollegen »Den kleinen Gesellen«, einen Kräuterlikör der Familie Neuenkirchen, die mit dem Verkauf ein Kolpinghaus finanzieren will.

Startseite