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Die interessante Geschichte des Nikolaij Lysov

Der Kommissar, der überlebte

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Bis jetzt hatten wir nur einen Namen und ein Gesicht. Jetzt haben wir eine Biografie«, sagt Victoria Evers von der Gedenkstätte Stalag 326. Recherche und Glück gleichermaßen haben dazu geführt, dass der Politkommissar Nikolaij Kusmitsch Lysov ein interessantes Kapitel in der künftigen Aufstellung der Gedenkstätte darstellen wird.

Matthias Kleemann

Tatjana Rumjanzewa und Victoria Evers von der Gedenkstätte mit Mila und Olga Lysova sowie Victor Lysov, die umfangreiches Material über ihren Vater mitgebracht haben, unter anderem einen handgeschriebenen Lebenslauf. Foto: Matthias Kleemann

Lysov hatte bei seiner Gefangennahme seine wahre Identität verschleiert und so im Lager überlebt. Das Lager wurde nach seiner Befreiung einige Zeit von den Sowjets geleitet, und Lysov war in dieser Zeit die rechte Hand des Lagerkommandanten, Oberst Stepan Kurinin, sein Personalchef und Stellvertreter.

Sehr viel mehr wusste man bislang in der Gedenkstätte nicht. Bis zu dem Tag, an dem Tatjana Rumjanzewa, eine Mitarbeiterin, über Facebook Kontakt zu einer Mila Lysova aufnahm und sie direkt fragte, ob sie mit Nikolaij Lysov verwandt sei. Und tatsächlich ist sie die Enkelin des ehemaligen Kriegsgefangenen, der in seiner späteren Heimat, Rostow, bis heute verehrt wird. Bei den Kundgebungen am 9. Mai trägt die Familie regelmäßig ein Portrait Lysovs durch die Straßen.

Mila (36) trägt nur deswegen den Namen ihres Großvaters, weil ihre Mutter Olga (65), Lysovs Tochter, diesen Namen bei ihrer Heirat behalten hat, auch dies ein Ausdruck der großen Verehrung.

Von den Kriegserlebnissen ihres Vater und Großvaters wissen Mila, Olga und ihr Bruder Victor (61) nur deswegen so viel, weil Nikolaij Lysov umfangreiche private Aufzeichnungen hinterlassen hat. Und das ist ebenfalls ein großes Glück für die Gedenkstätte, denn die Familie hat eine Einladung nach Schloß Holte-Stukenbrock angenommen und Kopien dieser Aufzeichnungen sowie Bilder und weitere Dokumente der Gedenkstätte überlassen.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag, 22. September, im WESTFALEN-BLATT, Ausgabe Schloß Holte-Stukenbrock.

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