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„Musik for Valleys“ von Thomas Albertsen alias Globotom

Der sphärische Klang des Furlbachtals

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Schluchten und Täter faszinieren ihn – und als Reise-Redakteur hat er sie auch alle besucht: Die Wu-Schlucht, eine von dreien im Yangtze-Tal, den Antelope-Canyon in den USA, das Bodetal im Harz oder Lugina e Valbones in Albanien. Oder eben das Furlbachtal in Schloß Holte-Stukenbrock, als Wanderweg gerade als Traumtour ausgezeichnet. Thomas Albertsen widmet dem Furlbachtal ein Lied.

Monika Schönfeld

Thomas Albertsen macht Musik am iPad. In seinem neuen Album „Music for Valleys“ widmet er ein Lied dem Furlbachtal. Es ist ein bewegtes Stück mit überraschenden Wechseln. Das symbolisiert die Vielfalt auf kleinem Raum. Foto: Monika Schönfeld

Es ist ein sphärisches Lied, meditativ aber durchaus mit überraschenden Wechseln. „Wie der Furlbach bietet das Stück Vielseitigkeit auf kleinem Raum.“ Thomas Albertsen, der unter dem Künstlernamen Globotom arbeitet, macht ausschließlich elektronische Musik. „Ich war immer fasziniert von Kraftwerk, Tangerine Dream oder Mike Oldfield. Meine Musik ist ausschließlich am iPad entstanden“, sagt der 60-Jährige. Für die App-Musik gibt es sogar eine Forschungsstelle, die Matthias Krebs an der Hochschule der Künste leitet. Digitales Musizieren mit mobilen Geräten ist eine Wissenschaft für sich. Thomas Albertsen lehnt so genannte Synthesizer-Burgen ab, mit denen viele Musiker arbeiten. Er braucht nur das iPad, Kopfhörer und vielleicht einen Bluetooth-Lautsprecher.

Fünf Alben herausgebracht

Dennoch muss auch ein Musiker, der auf dem iPad spielt, ein grundlegendes Musikverständnis haben. „Als Kind hatte ich zwei Jahre lang Akkordeonunterricht. Am Städtischen Gymnasium Gütersloh habe ich einen super Musikunterricht gehabt. Die theoretischen Grundlagen, Harmonie und Noten, kommen mir noch heute zu Gute“, sagt er. Und da ein ordentlicher Musiker erst dann einer ist, wenn er eine CD veröffentlicht hat, hat Globotom natürlich seine Musik auch auf CD. Fünf Alben sind es Inzwischen (Egosound, Urlaub, Bricolage, Chilldesche und Double Climax). 2017 erreichte Chilldesche Platz 15 beim „Schallwelle-Award“ in der Kategorie Album des Jahres. 2018 kam Double Climax sogar auf Platz sechs. Rezensenten meinten: „Ein außerordentlich vielfältiges und abwechslungsreiches Werk: Klassische Elektronik findet sich hier ebenso wie Ausflüge zu orchestraler Filmmusik, Jazz, Ambient und Progressive Rock. Also ein Album, das nicht weiß, wohin es will? Nein, eher ein Album von einem Musiker, der offensichtlich das dadaistische Prinzip verinnerlicht hat, dass der Kopf rund ist, damit man in alle Richtungen gleich gut denken kann.“ Oft spielt Albertsen Glockenklang, Chormusik oder Sprache ein und verfremdet sie.

Auftritte in Helsinki und im Isenburger Schloss

Auf den Reisen hat er Konzerte gegeben, allein oder mit anderen, wie zum Beispiel in der Felsenkirche in Helsinki, in der Sternwarte Ubbedissen oder im Isenburger Schloss. „Corona hat die Möglichkeit zu Livekonzerten genommen, wo man immer noch CDs als Souvenirs verkaufen konnte. Daher habe ich mich nun entschlossen, die Streamingplattformen Spotify, Apple Music, Amazon und Deezer zu bedienen“, sagt Albertsen. „Music for Valleys“ muss man sich also aus dem Internet herunterladen. Und wieder hat der Musiker etwas Neues probiert. „Das Album ist anders als üblich gestimmt. Der Kammerton A hat hier 432 statt 440 Hertz. Der Bereich der 432 Hz-Frequenz soll Körper und Seele in Einklang bringen und sich positiv auf die menschliche Gesundheit auswirken. Dazu gibt es mehrere Studien. Viele Wissenschaftler stellen dies allerdings infrage. Fans von Ambient und New Age sagen, die 432-Hz-Musik habe entspannende, beruhigende, konzentrationsfördernde, innerlich harmonisierende und schlafbegünstigende Eigenschaften.“ Die Musik bleibt ein Hobby. „Man hat Glück, wenn man sich vom Erlös neues Equipment kaufen kann.“

Hier findet man das Album „Music for Valleys“: https://open.spotify.com/album/5MtAAFzyd7hHUcmhlVr7S0?si=Xd1KkPlgTMyb2XfXZX8eLg

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