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El Dia de los Muertos: Wie Allerheiligen in Mexiko gefeiert wird

Der Tod hat einen Namen

Schloss Holte-Stu...

In Sprachkursen, in denen Ausländer Deutsch lernen, werden die deutschen Gebräuche und Sitten erklärt. Umgekehrt ist es genauso. In der Spanischstunde der Volkshochschule am Freitag hat Kursleiterin Mónica López de Pogatzki erläutert, dass der Tod in Mexiko eine Frau ist und „La Catrina“ heißt, und Allerheiligen nicht in Trauer, sondern als fröhliches Fest gefeiert wird.

Monika Schönfeld

Kursleiterin Mónica López de Pogatzki präsentiert den mexikanischen Altar zu Allerheiligen und die Figuren des Todes, der in Mexiko weiblich ist und La Catrina heißt. Foto: Monika Schönfeld

In Sprachkursen, in denen Ausländer Deutsch lernen, werden die deutschen Gebräuche und Sitten erklärt. Umgekehrt ist es genauso. In der Spanischstunde der Volkshochschule am Freitag hat Kursleiterin Mónica López de Pogatzki erläutert, dass der Tod in Mexiko eine Frau ist und „La Catrina“ heißt, und Allerheiligen nicht in Trauer, sondern als fröhliches Fest gefeiert wird.

Wer den James-Bond-Film „Spectre“ mit Daniel Craig gesehen hat, hat auch den Festumzug zu Allerheiligen gesehen. Die Menschen sind als Skelette, als der Tod, verkleidet, es wird getanzt und gefeiert. „Wir feiern, dass die Toten an diesem Tag zu uns ins Haus kommen“, sagt Mónica López. Die Mexikanerin lebt seit 26 Jahren in Deutschland und gibt seit 2013 für die Volkshochschule Spanisch-Kurse – für Anfänger und Fortgeschrittene bis zur Stufe B1.

Sie berichtet, dass zu Allerheiligen in jeder Wohnung ein Altar aufgebaut wird, der Ofrenda Mexicana. Der ist mit weißer Tischdecke belegt, die Freude und Reinheit repräsentiert. Wasser steht darauf (Fröhlichkeit und Freiheit), Kerzen (Licht, Glaube, Hoffnung), damit die Toten den Weg ins Haus finden. Weihrauch reinigt von bösen Geistern. Ein Totenkopf aus Zuckerguss ist dabei und Blumen – und zwar die orangefarbenen Tagetes, die die Sonne darstellen. Die Bilder der verstorbenen Angehörigen werden dort präsentiert. „Wir freuen uns, dass uns die Toten besuchen und machen uns über den Tod lustig“, sagt Mónica López. „Es ist eine Mischung aus der vorspanischen Kultur und dem Christentum. 99 Prozent der Mexikaner sind katholisch.“

Da es aktuell nicht möglich ist, in die weite Welt zu reisen, bringt Mónica López de Pogatzki die Welt nach Schloß Holte-Stukenbrock, sagt VHS-Fachbereichsleiterin Sprachen, Anke Priepke.

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