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Verkehrszählung am Lippstädter Weg bestätigt den Eindruck der Bürgerinitiative

Die meisten fahren zu schnell

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Die Bürgerinitiative Anliegerstraße Lippstädter Weg ist ihrem Ziel, die Tempo-30-Zone zwischen der Einmündung zum Emsweg und der Senner Straße in eine Anliegerstraße zu wandeln, ein großes Stück nähergekommen.

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Noch ist der Lippstädter Weg, hier an der Einmündung zur Senner Straße, eine Tempo-30-Zone. Eine Bürgerinitiative strebt die Umwandlung in eine Anliegerstraße an. Eine Verkehrszählung belegt zahlreiche Geschwindigkeitsübertretungen. Foto: Dirk Heidemann

Ursprünglich sollte das Thema bereits auf der kommenden Sitzung des Ordnungsausschusses am Montag, 1. Februar, behandelt werden.

„Einer zügigen Beratung stünde eigentlich nicht mehr viel im Wege. Aufgrund der aktuellen Lockdown-Situation in NRW sind aber auch wir gehalten, die Sitzungen möglichst kurz zu halten und nur die äußerst dringlichsten Punkte zu behandeln. Hierzu gehört aktuell die Beratung über den Haushalt der Stadt, da uns ansonsten bei vielen Maßnahmen die Hände gebunden sind, wenn es keinen verabschiedeten Haushaltsplan 2021 gibt“, teilt Bürgermeister Hubert Erichlandwehr in einem Schreiben an Wolf Marbach von der Bürgerinitiative Anliegerstraße Lippstädter Weg mit.

Pascal Lideck aus dem Fachbereich Bürgerservice und Ordnung hatte Wolf Marbach die Ergebnisse einer Verkehrszählung aus dem Dezember 2020 zukommen lassen. Bei diesen sei zu berücksichtigen, dass aufgrund des Lockdowns eine verminderte Verkehrstätigkeit bestand und der Verkehr aus der Augustdorfer Kaserne wegen des Einsatzes in Afghanistan ebenso stark reduziert war. Demnach wurde der Straßenabschnitt innerhalb von sieben Tagen von 9104 Fahrzeugen befahren, davon 377 Lieferfahrzeuge oder Lkw. Die Hauptverkehrsbelastung lag zwischen 6 Uhr und 19 Uhr mit dem Spitzenwert jeweils um etwa 13 Uhr. Also dann, wenn die Kinder aus der Schule kommen. 87 Prozent aller Fahrzeuge (7914) überschritten eine Geschwindigkeit von 35 km/h und 36,7 Prozent (3339 ) waren schneller als 45 km/h. Immerhin noch 529 Fahrzeuge (5,8 Prozent) waren schneller als 55 km/h, zwölf waren schneller als 75 km/h.

„Angesichts dieser Daten halten wir das Konzept der Verkehrsberuhigung für gescheitert und fordern Sie auf, endlich konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Anwohner und besonders die Kinder vor den Rasern zu schützen. Weitere Verzögerungen sind aus Sicht der den Antrag unterstützenden Bürger nicht hinnehmbar. Daher würden wir es begrüßen, wenn über den eingereichten Antrag zeitnah und positiv durch den Rat der Stadt abgestimmt wird“, teilt Wolf Marbach dem Bürgermeister in einem Schreiben mit.

„Das sind ja trotz aller geschilderten Umstände durchaus beeindruckende Zahlen. Insbesondere mit Blick auf die Geschwindigkeitsüberschreitungen“, entgegnet Erichlandwehr, der allerdings eine vorbereitende Beratung im Fachausschuss für erforderlich hält, sodass auch in der Ratssitzung am 23. Februar, die ebenfalls möglichst schlank zu halten sei, darüber noch nicht entschieden werde. „Wir werden nun einen neuen Termin für einen Ordnungsausschuss suchen, um die verschobenen Tagesordnungspunkte im Vorfeld einer Ratssitzung beraten zu können. Möglichst in der Ratssitzung am 27. April soll das genannte Anliegen dann abschließend beraten und soweit erforderlich beschlossen werden“, so der Bürgermeister.

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