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Zur Kommunalwahl lädt das Jugendparlament Kandidaten ein zur Podiumsdiskussion ohne Publikum

Die Wege zu den Zielen unterscheiden sich

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Mit dem Livestream hat es nicht geklappt, Frederick Engelns-Runte und Marian Gerwin haben die Podiumsdiskussion, die das Jugendparlament mit den vier Bürgermeisterkandidaten geführt hat, aber aufgenommen. Demnächst soll das auf Youtube zu sehen sein. Den Link gibt es dann auf der Homepage des Jugendparlaments unter jupa-shs.de.

Monika Schönfeld

Die Bürgermeisterkandidaten Hubert Erichlandwehr (CDU), Philipp Ashton (Bündnis 90/Die Grünen), Thorsten Baumgart (FDP), Britta Rusch (CSB) und SPD-Mitglied Philipp Lampe (von links) stellen sich bei der Podiumsdiskussion des Jugendparlaments den Fragen von Jennifer Kleinemas und Franka Fockel (von links). Publikum war nicht zugelassen, die Diskussion ist auf Youtube zu sehen. Foto: Monika Schönfeld

Eigentlich wollten Jennifer Kleinemas und Franka Fockel zu einer Veranstaltung mit Publikum in die Aula am Gymnasium einladen. „Das war schon geplant, dann kam aber Corona dazwischen“, sagen die Vorsitzende und ihre Stellvertreterin. Spontan sollte das Podium live gestreamt werden – allerdings wurde aus technischen Gründen daraus nichts. Dennoch: Die Bürgermeisterkandidaten Hubert Erichlandwehr (CDU), Philipp Ashton (Bündnis 90/Die Grünen), Britta Rusch (CSB) und Thorsten Baumgart (FDP) freuten sich über das Engagement wie auch Philipp Lampe von der SPD. Die stellt zwar keinen Bürgermeisterkandidaten, sollte aber ebenfalls die Chance erhalten, Stellung zu beziehen. Unterstützt worden war das Jugendparlament von der Lehrerin Katja Ezel, die Fragen der Schüler gesammelt hat.

Vertrauen der Bürger

„Sie sind länger Bürgermeister, als wir leben“, stellte Jennifer Kleinemas (17) fest und fragte Hubert Erichlandwehr, ob er etwas verändern wolle. „Ich habe 20 Jahre lang bewiesen, dass ich es kann, und habe noch viele Ideen, die ich mit den Bürgern durchsetzen will.“ Er verwies darauf, dass die absolute Mehrheit der CDU und er als Bürgermeister demokratisch von den Bürgern gewählt worden seien. Eine absolute Mehrheit sei nichts Schlechtes, sondern bilde das Vertrauen der Bürger in die Politik ab. „Wir sind eine prosperierende Stadt mit vielen Kindergärten, einem guten Schulsystem, 3000 neuen Arbeitsplätzen, gesundem Gewerbe, stabilen Finanzen und vielen Ideen für die Dorf- und Stadtentwicklung, die von den Bürgern selbst angeregt worden sind.“ Bei der Digitalisierung müsse noch eine Schüppe zugelegt werden. Mit einem IT-Fachmann und einer Kraft, die sich um Förderprogramme kümmere, werde jetzt Gas gegeben.

Mehr Tempo

Thorsten Baumgart will mehr Tempo in die Digitalisierung der Verwaltung und der Schulen bringen und die Stadt zum Innovationsstandort machen. Mehr Wirtschaftsförderung und eine Kooperation zur neuen Medizinischen Fakultät in Bielefeld liegen ihm am Herzen, um junge Ärzte auf die Möglichkeiten in der Stadt hinzuweisen.

Der soziale Aspekt

Philipp Ashton, so die beiden Interviewerinnen, wirke nicht wie der typische Bürgermeister. Das sieht er selbst natürlich anders. „Meine Biografie als Sozialpädagoge und Industriekaufmann spricht dafür. Ich habe Personalerfahrung. Spannend ist der soziale Aspekt, der einen neuen Blick eröffnet.“ Er wolle Klimaschutz zur Chefsache machen. „Angesichts von Dürresommer und Artensterben ist es wichtig, unsere Lebensgrundlage zu erhalten.“ Er will, dass 30 Prozent von Neubaugebieten dem sozialen Wohnungsbau verpflichtet werden.

Der Weg ist anders

Die Ziele mögen dieselben sein, die Wege, sie zu erreichen seien oft unterschiedlich, sagt Britta Rusch. „Die Wertigkeit der Ziele sind bei allen unterschiedlich und die Antwort auf die Frage, wie viel Geld will ich dafür ausgeben.“ Wichtig sei das Wohnen in der Stadt und ein Stadtforum, in dem sich Jung und Alt treffen.

Wandel begleiten

Philipp Lampe will den demografischen Wandel begleiten. Alte Menschen sollen so lange wie möglich mit Unterstützung zu Hause leben können, jungen Menschen müsse in der Stadt Ausbildung, Arbeit, Wohnen und Freizeitmöglichkeiten geboten werden.

ÖPNV

Die beiden Interviewerinnen haben Schlagworte in den Raum gestellt, zu denen die Kandidaten etwas sagen sollten. Den öffentlichen Personennahverkehr bezeichnet Britta Rusch als desolat. Sie will On-Demand-Verkehr als Ergänzung, das heißt, dass Bürger einen kleinen Bus rufen können, wenn sie ihn brauchen. Thorsten Baumgart sieht Potenzial im innerstädtischen Verkehr, bei der Sennebahn und im Mobilitätsmanagement. Auch interkommunal gebe es Verbesserungsbedarf, „Zur Berufsschule nach Wiedenbrück zu kommen, ist eine halbe Weltreise.“ Philipp Ashton sieht ebenfalls Aufholbedarf. „Da fährt der Bus und keiner sitzt drin.“ In der Taktung und im On-Demand-Verkehr sieht er die Lösung, in Kombination mit Radwegen.

Die Jugendlichen wünschen sich eine App, die ihnen aufzeigt, wie sie wohin kommen, die FDP will das in der Bürger-App sehen, Erichlandwehr sagt, das sei über die Homepage der Stadt abrufbar.

Er wehrt sich dagegen, den ÖPNV als desolat zu bezeichnen. „2005 haben wir mit dem Sennetakt den Schülerverkehr auf den ÖPNV umgestellt, so dass alle Bürger im Stunden- und Halbstundentakt mitfahren können. On Demand funktioniert in Steinhagen gut, weil es dort keine Linie gab. Wir brauchen eine bessere Abstimmung mit den grenzübergreifenden Linien, der Anbindung hinter der Stadtgrenze. Hier ist der Kreis als Träger des ÖPNV im Boot. Da man oft mit dem Rad schneller am Bahnhof ist als mit dem Bus, sollten die Radverbindungen aus allen Stadtteilen verbessert werden. Bei Kreisstraßen sind wir aber wieder auf den Kreis angewiesen.“

Corona führt ans Limit

Einig sind sich alle, dass die Corona-Pandemie Unternehmen ans Limit geführt habe. Man dürfe sie nicht nur als Steuerzahler sehen. Sie bieten Ausbildung und Arbeit. Solo-Selbstständige sollen mehr Unterstützung erfahren.

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