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Weltraum AG hat jetzt einen Berg von Daten auszuwerten

Drake II kehrt zurück

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Einen besseren Landeplatz als einen Flughafen gibt es eigentlich nicht. Die Sonde Drake II der Weltraum AG des Gymnasiums ist auf dem Flugplatz Kassel-Calden heruntergekommen.

Matthias Kleemann

Spektakulärer Blick nach oben in dem Moment, als die Ballonhülle platzt und man sieht, wie das Gas entweicht. »Sie sehen eine 250 Euro teure Wolke«, sagt Oliver Westkämper. Danach schwebt die Sonde am Fallschirm zur Erde zurück. Foto:

»Auf dem Video sieht es tatsächlich so aus, als ob man aus dem Urlaub zurückkommt«, sagt Oliver Westkämper, Leiter der AG. Die Sonde ist allerdings am Rande des Flugfeldes gelandet, in einem Bereich, in dem noch gebaut wird, direkt neben ein

er großen Halle. Ein paar Meter weiter, und es wäre kompliziert geworden. »Das Gelände war öffentlich zugänglich, wahrscheinlich hat vom Flughafen niemand gemerkt, dass da eine Sonde gelandet ist.«

Eigentlich schade, mit etwas Ironie könnte man sonst vielleicht sagen, dass diese Landung die Zahl der Flugbewegungen des schlecht frequentierten hessischen Regionalflughafens dramatisch erhöht hat.

Die Sonde war um 16.45 Uhr auf dem Asphalt aufgeschlagen und etwas weiter nach Südosten abgedriftet, als vorausberechnet. »Wir mussten noch eine halbe Stunde fahren«, sagt Westkämper.

Nun warten mehr als 6000 Bilder, mehr als drei Stunden Videomaterial und unzählige Daten auf die Auswertung. Eine erste Sichtung zeigt, wie sich der Ballon mit zunehmender Höhe ausdehnt und zwar auf das 3,2-Fache seiner ursprünglichen Größe. Das hat die Kamera, die nach oben gerichtet war, gefilmt. Und auch den Augenblick, als die Hülle platzt, hat sie festgehalten.

Die andere Kamera hat einen vorbeifliegenden Jet erfasst, der ist in diesem Augenblick aber etwa 10 Kilometer unter (!) dem Ballon, denn die Steighöhe von 38 Kilometern wurde wohl erreicht. Fotos aus dieser großen Höhe wirken schon fast, als seien sie aus dem Fenster einer Raumstation gemacht worden.

Auch die Zunahme der Höhenstrahlung ist erfasst worden. Das Knacken des Geigerzählrohrs ist über das Mikrofon der Videokamera deutlich hörbar. Die Daten wurden aber auch gespeichert.

Ein Blick, wie aus dem Fenster der Weltraumstation. Foto:
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