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Erlebniswelt modernisiert – Originale wieder mit Stimme – mit Buzzern zum Quiz

Ein Fingertipp macht die Ems erlebbar

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Mit roten und blauen Knöpfen, den Buzzern, kann man Quizfragen rund um die Ems beantworten, an einem digitalen Tisch per Fingertipp Bilder und Informationen aufrufen – die Ausstellung in der Ems-Erlebniswelt im alten Pfarrhaus Stukenbrock-Senne kommt frischer, moderner und interaktiver daher. 82.700 Euro hat es gekostet, Kaputtes zu reparieren und die technische Ausstattung an die Bedürfnisse der modernen Besucher anzupassen.

Monika Schönfeld

Die Vorsitzende der Initiative Senne Original, Katja Austermeier, „Kapitänin“ Stadtmarketing-Beauftragte Imke Heidotting und Peter Rüther, Geschäftsführer der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne, erproben im Luftschiff das neue Quiz. Foto: Monika Schönfeld

Besucher können sich ab Sonntag, 1. März, ein Bild von der neuen Ausstellung machen. Geöffnet ist von 10 bis 17 Uhr, der Eintritt bleibt frei. Die Gästebetreuer Willi Franz, Helene Stall und Günter Brock, die von Anfang an dabei sind, stehen den Besuchern für Fragen zur Verfügung.

Öffnungszeiten

10.000 Besucher haben 2019 die Ems-Erlebniswelt besucht. Geöffnet ist ab Sonntag, 1. März. Im März ist samstags und sonntags geöffnet von 10 bis 17 Uhr, ab April bis einschließlich Oktober zusätzlich dienstags bis freitags, jeweils von 15 bis 17 Uhr.

Der Außenbereich ist zurzeit nicht zugänglich. Er wird abgesperrt, weil der Teich, der die Nordsee simuliert, zu tief ist. Die Spielplatzprüfung hat ergeben, dass die Wassertiefe nicht mehr als 40 Zentimeter betragen darf (zurzeit an tiefster Stelle 1,20 Meter). Die Zäune müssen höher und sicherer werden.

Die Ausstellung ist von der Agentur für integrierte Kommunikation, Ö-Konzept, überarbeitet worden, die auch vor zehn Jahren das Anfangskonzept geliefert hat. „Mit dem Unterschied, dass wir jetzt mit der Tischlerei Humann jemanden vor Ort haben. Das ist das größte Glück“, sagt Ö-Konzept-Geschäftsführer Marko Berger. Die Mitarbeiter hätten die Schränke abgebaut und in der Werkstatt überarbeitet. „Sie hatten tolle Ideen“, sagt Berger.

Sichtbar wird das zum Beispiel am „Aquarium“, in dem die Unterwasserwelt der Ems gezeigt wird. Der Besucher kann am Angelhaken eine Infotafel hochziehen. Josef Humann und sein Team haben sich auch des größten Sorgenkindes angenommen, wie Stadtmarketing-Beauftragte Imke Heidotting sagt. Das ist die Station Wasser und Sand, an der die Besucher die so genannte Rippelbildung simulieren können. „Wir haben es mit zehn verschiedenen Sorten Sand probiert“, sagt Josef Humann. Vogelsand war zu leicht, Quarzsand verschmutzte das Wasser. „Zu guter Letzt haben wir den Sand aus der Ems selbst geholt und mit destilliertem Wasser bedeckt“, sagt Humann. Ein bisschen Geduld ist gefragt, dann aber sieht es schnell so aus, wie auf dem Bild hinter dem Rüttelkasten.

Im Prinzip musste jede Station in der Ausstellung angefasst werden. Ganz neu ist der digitale Tisch. Auf dem Touchscreen kann per Fingertipp ausgewählt werden, was man wissen will. Natur und Landschaft, historische Infos, Freizeit und Veranstaltungen rund um die Ems können ausgewählt werden. Ein Film des Zeitzeugen Leo Austermeier ist hinterlegt, weitere können folgen.

Der Besucher erfährt zum Beispiel, dass sich die Senner Pferde immer an der gleichen Stelle wälzen und dass nur an diesen dann kahlen Stellen auf dem Boden der Bauernsenf wächst. Erklärt wird, nach welchem Muster die Fohlen ihre Namen erhalten.

„Kinder verstehen schnell, wie der Tisch funktioniert. Den Eltern geben wir aber Gelegenheit, ihren Kindern noch einiges erklären zu können“, sagt Marko Berger.

Der Sachverstand zu Flora und Fauna stammt von der Biologischen Station Kreis Paderborn-senne. Geschäftsführer Peter Rüther war deshalb auch unter den ersten Bewunderern der Ausstellung. Die Bilder und Infos stammen größtenteils von seinen Mitarbeitern Frank Ahnfeldt und Christian Venne.

Schon in der alten Ausstellung gab es eine Vitrine, in der die Produkte der Initiative Senne Original zu sehen waren. Die kommen jetzt besser am digitalen Tisch zur Geltung. Außerdem steht dort, dass die Produkte in der Fleischerei Austermeier, wenige Schritte von der Ems-Erlebniswelt, erhältlich sind. Katja Austermeier ist Vorsitzende der Vermarktungsinitiative Senne Original.

Wesentlich attraktiver ist die Fahrt im zentralen Luftschiff geworden. Beamer und Leinwand sind neu, aber auch die Inhalte. Zur Auswahl stehen diverse Kurzfilme, die Werbefilme für die Stadt, und eine auf sieben Minuten gekürzte Version des Films „Die Ems von süß bis salzig“ mit Sprecher. Besonders attraktiv für Jung und Alt ist das Quiz zu unterschiedlichen Themen, das mit den Buzzern beantwortet wird.

Die Technik ist neu, die Beleuchtung ebenfalls, die Wölkchen an der Decke dienen dem Schallschutz auf ästhetische Weise. Die Originale von der Ems (Krabbenfischer, Schnapsbrenner, Kiepenkerl, Sennebäuerin und Torfstecher) erzählen auf Platt aus ihrem Leben. Die Karte, die die Ems und die Anrainerstädte im Bild zeigt, verknüpft Ort mit dem Bild. Die Knöpfe sind für Kinder erreichbar.

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Mit der modernisierten Ausstellung in der Ems-Erlebniswelt wird einem neu bewusst, welch Juwel wir mit den Emsquellen, der Senne und den Naturschutzgebieten vor der Haustür haben. Bewusst gemacht wird aber auch, dass entlang der Flussstrecke von 371 Kilometern eine Fülle von attraktiven Städten und Sehenswürdigkeiten liegen. Die Ems ist der längste Fluss, der in Deutschland entspringt und ins Meer mündet, und der zwischen Quelle und Mündung seinen Namen beibehält. Das ist Werbung für eine ganze Region – auf Deutsch, Niederländisch und Englisch. Ehrlich: Eine Überarbeitung der Ausstellung war bitter nötig. Viel war veraltet oder abgenutzt, kaputt. Mit neuem Anstrich und Lichtkonzept, mechanischen und digitalen Elementen wird die Ausstellung wieder attraktiv. Und ein Tischler vor Ort als Ansprechpartner kann dafür sorgen, dass fällige Reparaturen zeitnah erfolgen.

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