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Julia Carl plant Freiwilligendienst in Südafrika und sammelt Spenden

Ein Jahr im Township

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Viele Jugendliche machen ihr Abitur und wissen noch nicht, was sie danach machen wollen. Auch Julia Carl ist sich nicht sicher, welchen Weg sie beschreiten möchte. Über diese Frage möchte sie noch ein bisschen nachdenken.

Sophia Carl

Julia Carl zeichnet auf dem Holter Kirchplatz Tessa (6) und sammelt Spenden für ihren einjährigen Aufenthalt in Südafrika nach dem Abitur. Im September soll es losgehen. Die Schülerin erhofft sich interessante Einblicke in die andere Kultur. Foto: Monika Schönfeld

Sie hat sich deswegen entschieden, für ein Jahr nach Südafrika zu gehen. In Kapstadt wird sie als Freiwillige Kinder aus den Townships durch ihren Tag begleiten.

Im Moment macht Julia Carl ihr Abitur am Gymnasium Schloß Holte-Stukenbrock. Grundsätzlich würde sie gerne etwas in Richtung Kunst studieren. Doch vor dem Studium will die Schülerin unbedingt einen Teil der Welt sehen. Um sich diesen Wunsch zu erfüllen, hat sie sich erkundigt, welche Möglichkeiten es gibt, nach dem Abitur ins Ausland zu gehen.

Im Internet ist sie auf das Bundesprogramm »Weltwärts« gestoßen. Das Programm unterstützt über Trägerorganisationen Freiwilligendienste in der ganzen Welt. Auf der Internetseite fand sie das Projekt der »Bhongolethu Foundation«, das Kindern aus Townships eine altersgerechte Bildung in einer sicheren Umgebung ermöglicht.

In ihrem Jahr in Südafrika begleitet Julia Carl die Kinder in einer Pre-School durch ihren Tag und unterstützt die Lehrer bei ihrer Arbeit. So nimmt sie dort am Morgenkreis teil, hilft im Unterricht, bereitet den Kindern die Mahlzeiten vor und spielt mit ihnen.

Von dem Auslandsaufenthalt erhofft sich Julia Carl interessante Einblicke in die fremde Kultur und das Leben der Menschen dort. »Ich hoffe, mich selbst dabei weiterzuentwickeln. Ein bisschen Angst habe ich aber schon«, gibt die Schülerin zu. Sie habe noch nicht viel Erfahrung mit der Betreuung von Kindern. Auch das Zusammenleben mit vier anderen Freiwilligen in einem Schlafzimmer stellt sie vor eine besondere Herausforderung. Dennoch freut sich Julia Carl schon sehr auf das Jahr in Südafrika.

Julia Carl

Nun geht es erst einmal darum, ihre Abreise vorzubereiten und sich durch den ganzen Papierkram, zum Beispiel für das Visum, zu arbeiten. Im Vorhinein hätte sie nie gedacht, wie viel es vor solch einem Freiwilligendienst zu beachten gibt. In den vergangenen Wochen musste sie zahlreiche Arzt- und Behördengänge erledigen. Das ist fast geschafft.

Jetzt geht es darum, für das Projekt Spenden zu sammeln. »Das ist es bei allen internationalen Freiwilligendiensten so«, erklärt Julia Carl. Sie hat deswegen Firmen aus Schloß Holte, Verwandte, Freunde, Nachbarn und die Kolping-Familie Schloß Holte angeschrieben. Ein paar seien auch schon eingegangen.

Um den Rest zusammen zu bekommen hat sie sich überlegt, gegen eine Spende Portraits zu zeichnen. »Die Portraits sollen eine Gegenleistung sein. Ich kann ja schlecht einfach mit einer Büchse durch die Gegend laufen«, erklärt die junge Frau. Außerdem plane sie ja auch, etwas mit Kunst zu studieren, da lägen Portraits einfach nahe. Bei guten Wetter wird man sie deshalb an manchen Wochenenden auf dem Holter Kirchplatz antreffen.

Bis zum Abflug erhofft sie, den Restbetrag mithilfe vieler Bilder zusammen zu haben. Dann erwarten sie Erfahrungen, die ihr Leben bereichern und vielleicht prägen werden. Zumindest wünscht sie sich das. In einem Blog wird sie ihre Unterstützer von diesen Erlebnissen berichten und sie so auf dem Laufenden halten.

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