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Schützenfest der St.-Michael-Bruderschaft Liemke

Eine Kutschfahrt als Überraschung

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Schützenkönigin Christina Joachim kommt aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Es hagelt Überraschungen für die 30-Jährige beim Schützenfest in Liemke. Allen voran die Fahrt in einer Pferdekutsche.

Kerstin Eigendorf

Damit haben Christina und Matthias Joachim nicht gerechnet. Mit einer Pferdekutsche fährt das Königspaar beim Schützenfest durch Liemke. So eine Fahrt in einer Kutsche ist der große Wunsch der Schützenkönigin gewesen. Kein Wunder, dass die beiden auf der gesamten Fahrt um die Wette strahlen. Fotos: Kerstin Eigendorf Foto:

»Das habe ich mir immer schon gewünscht«, sagt die Schützenkönigin und ist sichtlich begeistert. Auch ihr Mann Matthias Joachim (33, Zerspanungsmechaniker) genießt die Fahrt durch Liemke und das rasante Ankommen an der Schützenhalle. Mit richtig Tempo fährt das Königspaar beim Auftritt vor zahlreichen Zuschauern auf die Wiese, begleitet von Applaus.

Doch das ist es längst noch nicht gewesen mit Überraschungen: Besonders laut applaudiert eine Abordnung ganz ohne Uniform. In der ersten Reihe stehen Kinder des Kindergartens Klausheide (Hövelhof). Dort arbeitet Königin Christina Joachim als Erzieherin. Mit vollem Eifer schwenken sie ihre grün-weißen Fähnchen. Die Mädchen unter den Kindergartenkindern sind natürlich Feuer und Flamme für das Kleid ihrer Erzieherin. In einem Rosaton ist die Schützenkönigin der Blickfang des Tages. »Sie sieht so schön aus«, sagt die vierjährige Lena.

Da fällt es gar nicht ins Gewicht, dass es bei der offiziellen Krönung der Schützenkönigin auch eine kleine Überraschung gibt. Denn die Krone sitzt bereits toll im Haar der Majestät. Und so muss gar nicht mehr viel passieren. Krönung abgehakt, auf zum Abnehmen der Parade.

Zahlreiche Abordnungen, die der zweite Brudermeister René Ortjohann herzlich begrüßt, zollen dem Schützenkönigspaar mit ihrem Kommen Respekt. Das Schützen-Tambour-Corps Hövelriege, der Spielmannszug der Werkfeuerwehr der Westag & Getalit und das Städtische Blasorchester begleiten die Parade und zuvor den großen Festumzug. Das Spielen der Deutschen Nationalhymne ist dabei traditionell Sache des Blasorchesters. Selten passt es so ausgezeichnet wie am Tag eines WM-Spiels der Fußball-Nationalmannschaft.

In seiner Ansprache sagt Schloß Holte-Stukenbrocks Bürgermeister Hubert Erichlandwehr mit einem Augenzwinkern, er müsse sich ja beeilen, damit alle noch pünktlich den Auftakt der Deutschen bei der Weltmeisterschaft miterleben können. Doch dann wird er ernster und stellt die Frage, warum eigentlich Schützenfeste gefeiert werden. »Man kann es natürlich historisch begründen mit einem Blick ins Mittelalter«, betont er. Doch ebenso wichtig wie die lange Tradition sei das unersetzbare Gefühl, »die Gemeinsamkeit zu feiern«. Eigentlich gehe es darum, die Chance der Freiheit zusammen zu genießen. Dabei komme es auf jeden Einzelnen an, zitiert er aus einer Ansprache des Vikars Christian Albert. Und fügt dann noch selbst hinzu, was vielen Schützen wohl aus der Seele gesprochen haben dürfte: »Jeder Einzelne macht dieses Schützenfest aus.«

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