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Zweite Gruppe des Drei-Schulen-Theaters knüpft an »Gefangen« an 

Es geht weiter: »Die Tage danach« 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit während des Zweiten Weltkriegs soll bei Schülern nachhaltig wirken. Eine zweite Gruppe des Drei-Schulen-Theaters wird sich jetzt mit »Die Tage danach« beschäftigen. Es geht um die Geschichte nach Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Stalag 326 Stukenbrock-Senne. Und es geht um die Fortsetzung des Stücks »Gefangen – in einer Zeit vor meiner Zeit.«

Monika Schönfeld

Die zweite Gruppe des Drei-Schulen-Theaters mit den Theaterpädagogen (vorn, von links) Daniel Scholz und Canip Gündogdu spielt Die Tage danach: Leon Frey, Maurice Kwiotek, Steven Preen, Ellen Nogossek, Tanja Fulland, die Lehrerinnen Daniela Hartmann und Claudia Brhel (hinten), Lea Völkel, Sara Lütkepicht, Michelle Dopheide, Maya Oevermann und Cem Lowat. Foto:

 Anfang des Jahres hatte das Drei-Schulen-Theater unter der Leitung der Theaterpädagogen Daniel Scholz und Canip Gündogdu vier eindrucksvolle Vorstellungen in der Aula der Realschule gezeigt. Thema war die experimentelle Auseinandersetzung mit der Geschichte, wie sie vor der eigenen Haustür stattgefunden hat. Schon früh stellten sich die Schüler die Frage, wie es weiter gehen soll. Diese erfahrene Truppe hat jetzt Demokrat Ramadani übernommen. Er macht mit »SHS – Welthaus im Kleinen« weiter, einer Auseinandersetzung mit der Flüchtlingsdebatte in der Stadt. Für diese Produktion hat er bereits 3000 Euro Zuschuss von der Stadt sicher. Stadtverwaltung, Realschule Schloß Holte-Stukenbrock und das Evangelische Jugendhaus sind begleitend mit im Boot. Die ursprüngliche Gruppe ist 2009 auf Anregung des Jugendparlaments und der Realschule gegründet worden. Seit seit zwei Jahren wird sie von Theaterpädagogen begleitet.

 »Die Tage danach«, das Stück der zweiten Gruppe, der zweiten Gruppe ist komplett aus Bundesmitteln finanziert. »Theaterimpulse« von Daniel Scholz und Canip Gündogdu erhalten das Geld über den Verein Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Besser noch: Die Förderung für weitere zwei Projekte über zwei Jahre ist zugesagt, wenn immer wieder eine neue Generation von Schülern an das Thema herangeführt wird.

 Zehn Theaterneulinge aus den drei weiterführenden Schulen im Alter von 12 bis 16 Jahren treffen sich zurzeit, um am dem Stoff zu arbeiten. Was ist nach der Befreiung passiert? Wie ist es den Kriegsgefangenen ergangen, die in ihre Heimat zurückgegangen sind, wie denen, die blieben? Wie sind die Bürger mit dem umgegangen, was sich im Nachhinein offenbart hat?

 Erste Improvisationen haben die Schüler ausprobiert, sie haben die Dokumentationsstätte Stalag 326 besucht, Geschäftsführer Oliver Nickel kommt am 20. Januar in die Gruppe, um Geschichte zu erzählen. Bis dahin können noch Interessierte in der Altersklasse mitmachen. Sie können am Dienstag, 13. Januar, um 16 Uhr in die Aula der Realschule zur Probe kommen. Fragen beantwortet Canip Gündogdu auch unter der Telefonnummer 0521/9824783. »Mein Ziel ist, mit 20 Leuten zu arbeiten«, sagt Gündogdu.

 Die Leiterin des Evangelischen Jugendhauses, Sonja Mursch, unterstützt das Gedenken. Bereits Anfang des Jahres hatte das Jugendhaus das Gymnasium mit der Anne-Frank-Ausstellung begleitet und eine Fahrt nach Auschwitz angeboten. Wie Realschulleiter Andreas Kuhlmann will Sonja Mursch Jugendlichen über andere Orte andere Zugänge eröffnen.

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