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Sprachcamp schließt mit einem Theaterstück zum Thema Migration

Familie Alibaba bei den Meiers

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Familie Alibaba kommt im Jahr 2015 nach einer langen Reise mit dem Migrationsbus aus Syrien im überwältigend schönen Deutschland an, begegnet dort als erstes der Familie von Hans Müller – und stößt zunächst auf Ablehnung. So beginnt das gut zehnminütige Theaterstück, das die am Sprachcamp teilnehmenden Kinder und Jugendlichen am Freitag im Forum des Gymnasiums aufgeführt haben. Migration war auch das zentrale Thema der zweiwöchigen Veranstaltung während der Herbstferien.

Dirk Heidemann

Familie Alibaba an Heiligabend am gedeckten Weihnachtstisch der Familie Meier. Mit einer Aufführung eines kurzen Theaterstücks zum Thema Migration im Foyer des Gymnasiums wurde das Sprachcamp abgeschlossen. Foto: Dirk Heidemann

Normalerweise findet das vom Kommunalen Integrationszentrum (KI) des Kreises Gütersloh organisierte Sprachcamp in den Sommerferien statt. „Meist verbringen die Schüler die ersten vier Wochen Urlaub in ihren Mutterländern und nehmen dann unser Angebot an, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern“, sagt Anke Priepke, Fachbereichsleiterin Sprachen der Volkshochschule.

Abwechslung durch Geocaching

Die VHS betreut das Angebot, 20 Schülerinnen und Schüler aus Verl sowie Schloß Holte-Stukenbrock im Alter zwischen elf und 17 Jahren kamen in den Herbstferien wochentags zwischen 9 und 14 Uhr ins Gymnasium. Es wurde aber nicht nur stumpf „gepaukt“, sondern es gab auch Abwechslung im Programm. So nahm die gesamte Gruppe beispielsweise an einem Tag das Geocaching-Angebot der Stadt wahr. „Es ging ja nicht darum, zu sitzen und zu lernen, sondern die beiden Wochen mir viel Spaß zu gestalten. Da wurde auch schon mal der Fußball, rausgeholt“, so Anke Priepke.

Bunte Truppe mit Wurzeln in zehn Ländern

Wie ein roter Faden zog sich allerdings das Thema Migration durch das Sprachcamp – und fand seinen Höhepunkt in dem Theaterstück. Kleiner Wermutstropfen: Aufgrund einer am Freitag erlassenen Sofortverfügung der Stadt mussten alle Kinder und Jugendlichen während der Aufführung Masken tragen, obwohl sie 14 Tage lang eine feste Bezugsgruppe waren. Die bunt gemischte Truppe mit familiären Wurzeln in Polen, Rumänien, Syrien, Albanien, Vietnam, dem Kosovo, im Irak, auf den Philippinen, der Türkei und in der Dominikanischen Republik zeigten, wie Integration funktioniert. Familie Alibaba wird abschließend von der Familie Meier zum Weihnachtsfest eingeladen – und zur Musik von „Jingle Bells“ geht es in einer Polonaise rund um den reichlich gedeckten Essenstisch.

Lavderie Shoshi

„Wir haben von den Kindern mehr bekommen, als wir ihnen geben konnten. Die Resonanz war besser als gedacht, 80 Prozent der Teilnehmer waren jeden Tag da“, sagt die freiberufliche Dozentin Lavderie Shoshi (39) aus Bielefeld, geboren im Kosovo, die gemeinsam mit Mert Karaoglu das Sprachcamp betreute. Der 25-jährige Bielefelder, dessen Eltern aus der Türkei stammen, studiert im fünften Semester Deutsch als Fremdsprache an der Universität Bielefeld, leitet zwei Integrationskurse bei der AWO und kümmert sich an der Grundschule Theesen um die individuelle Förderung von zwei Einwandererkindern. „Bei den Teilnehmern am Sprachcamp haben wir ganz stark gemerkt, dass sie einen großen Willen haben, sich zu integrieren. Sie wollen nichts anders sein als andere Kinder“, sagt Lavderie Shoshi.

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