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Bullifahrer »Die Teutonen« haben sich am Wochenende das erste Mal auf dem Campingplatz am Furlbach in Schloß Holte-Stukenbrock getroffen.

Familienmitglied mit vier Rädern

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Auf der Bettwäsche prangen bunte Schmetterlinge. Die Betten sind gemacht, und Ute und Norbert Heisterbosen sind entspannt und rundherum zufrieden. Wenn das Paar vom Bett aus durchs Fenster schaut, blickt es in die freie Natur.

Manuela Fortmeier

Eingefleischte Bullifans: Auf den Treffen sehen sie sich wieder, obwohl sie weit auseinander wohnen. Bei den Treffen sind sie jedoch wie eine große Familie: James, Giovanni, Andres, Jacqueline, Benny, Clemens, Thomas, Sabine, Beate, Stefan und Petra (von links). Foto: Manuela Fortmeier

Jedoch handelt es sich bei ihrem Schlafgemach nicht um ein First-Class-Hotel, sondern um einen Westfalia-Bulli T 2 A aus dem Jahr 1970. Am Wochenende gehört das Paar zu den gut 70 Teilnehmern, die sich am Internationalen Bullitreffen der »Teutonen« beteiligen und die drei Tage in vollen Zügen genießen.

»Wir sind das erste Mal dabei, haben den Bulli, an dem noch alles original vorhanden ist, erst vor einem Jahr gekauft,« sagt Norbert Heisterbosen und zeigt stolz auf das Ausstelldach des VW-Bullis. Aus Krefeld sind die beiden schon am Freitag angereist.

Gerade kommen sie von einer Fahrradtour zurück, die sie an die Emsquellen und die Ems-Erlebniswelt geführt hat. »Das war herrlich.«

»Genau das ist es, was dieses Treffen ausmacht: Geselligkeit, Menschen kennenlernen, sich austauschen, Freundschaften schließen und fachsimpeln«, sagt Klaus Akkermann aus Bielefeld, Vorsitzender der Teutonen. Er und seine Frau Silke sind mit einem Bulli T 4, Baujahr 1996, angereist, die Freunde Gisela und Martin Leege, die das Treffen zusammen mit den Akkermanns vorbereitet haben, teilen das Hobby und sind mit einem T 3 aus Bielefeld gekommen.

»Anders als manche es vermuten könnten, geht es bei uns nicht um getunte Fahrzeuge, die auf Hochglanz poliert sind, sondern um die Menschen, die diese Autos fahren«, sagt Klaus Akkermann. Zwar verbinde sie alle die Liebe zu diesen Fahrzeugen, darüber hinaus seien aber das Miteinander, die Freude und der Spaß daran das, was ein solches Treffen ausmache.

Dass es so ist, bezeugen mehrere Gruppen, die fröhlich zusammensitzen und reichlich Spaß haben, oder zusammen Ausflüge in die nahe Region unternehmen. Da sind einmal die Holländer, die mit sechs Fahrzeugen gekommen sind, zum vierten Mal am Bullitreffen teilnehmen, sich ein wenig die Gegend anschauen und dann die Abende zusammen ausklingen lassen wollen. »Das ist sehr schön hier«, loben Albert Menke und Yvonne Vendonk besonders die familiäre Atmosphäre.

Lautes Lachen ist auch zwischen den Bullis von James, Giovanni, Andreas, Jacqueline, Benny, Clemens, Thomas, Sabine, Beate, Stefan und Petra zu hören. Den ganzen Tag schon sitzen sie zusammen, necken sich und genießen die fröhliche Auszeit vom Alltag. »Hier ist es ganz egal, woher du kommst, was du beruflich machst, oder wer du bist. Hier sind alle gleich und das findet man in der heutigen Zeit leider nur noch selten«, freut sich Jacqueline über die tolle Atmosphäre.

Giovanni

»Das fühlt sich an wie eine große Familie und jeder fühlt sich gleich willkommen«, sagt der in Köln geborene Italiener Giovanni, den es dennoch immer wieder in sein Heimatland Italien zieht. »Schau, auf diesem Bild kannst du sehen, wo ich in Italien schon überall gewesen bin«, zeigt er stolz auf ein Italienbild, in dem zahlreiche Urlaubziele und Städte mit Motiven eingezeichnet sind, die er bereist hat.

Alt, geliebt und manchmal zickig

Überhaupt sei jeder Bulli ganz individuell von den Besitzern gestaltet. »Die meisten Bullifahrer behalten ihre Fahrzeuge sehr lange, haben Freude daran und schlafen auf Kurztrips oder im Urlaub auch darin«, sagt Akkermann.

»So ein Bulli kann aber auch ganz schön zickig sein«, weiß Andreas Kuhlenkamp aus Erfahrung. Macht nichts, wird repariert und weiter gefahren, sehen es alle »ganz locker«.

Genauso sieht es auch Annette Auster-Müller. »Wir haben unseren gelben Bulli, Baujahr 1976, jetzt 30 Jahre. Der hat zwar nur 50 PS, ist ein bisschen langsam, aber der läuft und läuft«, sagt Auster und zitiert damit eine alte, unvergessene VW-Käfer-Werbung aus dem Jahr 1968.

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