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»Partei« will auch »Fridays for Pollhans«

Freunde lassen es montags krachen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Wär der Freitag mit dabei, nähmen wir auch diesen frei.« Fridays for Pollhans – dafür macht sich die Ostwestfälische Pollhans-Partei (OWPP) stark. Inzwischen existiert die Spaßpartei seit zehn Jahren. Der Rundgang mit Freunden steht am Pollhansmontag im Vordergrund.

Monika Schönfeld

Die Dörflis: (von links) Frank und Petra Kittner, Heike Kerkhoff, Rainer Potthoff, Stephan Kerkhoff, Jörg Schnathorst, Sonja und Jörg Lilge. Foto: Monika Schönfeld

Wo Samstag und Sonntag die Tierschützer demonstrierten,

rollen am Montag Sabine Lakämper, Anette Potthoff, Diana Müller-Hoffknecht, Julia Best und Astrid Plaßhenrich ihr Transparent aus, als Bürgermeister Hubert Erichlandwehr mit den Ehrengästen über Pollhans schlört. »Freitags Pollhans, das wär toll, dann wären wir vier Tage voll«, skandieren die Protestler. Denn Pollhans ist ihnen zu kurz. Sie nehmen sich die Klima-Protestaktion »Fridays for Future« zum Vorbild, wobei die Zukunft für sie Pollhans heißt.

Nicht nur diese Gruppe, viele Freunde nehmen sich den Montag frei, um gemeinsam zu feiern. Wie die »Dörflis«. Als letzter aus der Runde haben Jörg und Yvonne Schlafhorst dieses Jahr geheiratet, die anderen haben den Ring schon länger am Finger. Das kann man aber immer noch gut feiern – mit einem Marillenschnaps auf dem Bauernmarkt zum Beispiel. Und damit jeder seine Gruppe wiederfindet, haben sie alle eine Kuh vorn auf dem T-Shirt.

Wichtiges und witziges Amt

Nicht verloren gehen können die Ehrengäste, die Bürgermeister Hubert Erichlandwehr zum Frühstück eingeladen hat. Jürgen Gärtner geht am Stock – mit Luftballons – voran. Seit 20 Jahren und dieses Jahr das letzte Mal, weil er sein Ratsmandat abgibt. Der Bürgermeister dankt ihm für dieses wichtige und witzige Amt. Das Geschenk zum Dank hat der Bürgermeister aber vergessen. Zuviel Pollhans im Kopf.

Vor den Ehrengästen berichtete der Bürgermeister über Jubiläen: Seit 60 Jahren dauert Pollhans drei Tage, der Bauernmarkt ist 25 Jahre alt, Klaus Lüke ist zum 25. Mal verantwortlicher Marktmeister. Am Donnerstag habe Lüke schwitzen müssen. Ein Bierstand war zu hoch und zu breit und wäre am geplanten Standort vom »Windrad« Gladiator rasiert worden. Also musste flugs ein neuer Bierstand besorgt werden.

Erichlandwehr las einen Brief des Besitzers des Pollhanshofes vor, der 1942 während des Kriegseinsatzes aus Frankreich an seine Frau Gertrud und Tochter Anita schreibt. Sie sollten zum Pollhansmarkt ein Schild »geschlossen« an die Gaststätte hängen, schöne Kleider anziehen und selbst Pollhans feiern. »Lasst es ruhig etwas kosten«, schrieb er. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr: »Pollhans ist ein Stück Heimat, an die man gern denkt, wenn man weit entfernt ist.« Der Enkel des damaligen Hofbesitzers und Briefeschreibers, Thomas Kerstingjohänner, ist Pollhans immer noch verbunden – lange Jahre als Betreiber des Discozeltes, jetzt eines Bierstandes davor. Die Buchstaben der ehemaligen Gaststätte hat er der Pollhansausstellung im Kulturforum geliehen.

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