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Bemalen, finden, freuen, posten, aussetzen: „SHS Stones“ bringt einen Trend in die Stadt

Freundliche Botschaft auf Steinen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Einen lässt Gina Siemonsmeier bei den Figuren auf dem Holter Kirchplatz liegen, einen anderen auf der Theke im Bistro Kabinett, einer klemmt an den Lamellen der Frische-Hütte an der Kattenheide und auf dem Briefkasten des St.-Heinrich-Kindergartens in Sende soll auch ein Stein gefunden worden sein. Es sind die „SHS Stones“ – das Phänomen der bemalten Steine hat Schloß Holte-Stukenbrock erreicht.

Monika Schönfeld

Ein fröhliches Gesicht aus einem Stein zaubert dem Finder auch ein Lächeln ins Gesicht. Foto: Monika Schönfeld

Dania Kolasinski (26) und Gina Siemonsmeier (25) haben die Facebook-Gruppe „SHS Stones“ gegründet. Gina Siemonsmeier möchte im Bild nicht allzu erkennbar gezeigt werden. „Nachher folgt mir jemand, wenn ich die Steine auslege und sammelt alle ein“, lacht sie.

Die bemalten Steine sind ein Trend, der aus den USA kommt („painted rocks“) und inzwischen in vielen Städten Einzug gehalten hat. „Ich male gern. Und ich habe eine kleine Tochter, mit der ich oft spazieren gehe. Ich habe immer zwei oder drei Steine in der Tasche und lege sie unterwegs ab.“ Einen NRW-Stein hat sie selbst schon im Bücherschrank auf dem Holter Kirchplatz gefunden und gedacht, solch eine Gruppe müsste man auch in Schloß Holte-Stukenbrock haben. Dania Kolasinski, die sie aus der Grundschule kennt, kam ihr zuvor – beide arbeiten zusammen an der Facebook-Seite.

„Erst fühlt man sich wie ein Dieb. Nicht nur, wenn man einen Stein mitnimmt, sondern auch, wenn man einen aussetzt“, sagt Gina Siemonsmeier. „Manchmal denke ich auch, was bloß die Leute denken, wenn sie mich dabei beobachten.“

Wer einen hübsch bemalten Stein findet, darf ihn gerne mit nach Hause nehmen. „Schön wäre es, wenn er fotografiert und auf Facebook in die Gruppe gestellt wird“, sagt Gina Siemonsmeier. „Es ist schön, wenn man eine Rückmeldung bekommt.“ Ziel der ganzen Aktion ist eine völlig uneigennützige: Dem Finder soll ein Lächeln ins Gesicht gezaubert werden. „Wenn der Stein dann wieder ausgesetzt wird, kann er dem nächsten Freude machen. Ich habe aber auch nichts dagegen, wenn ein Kind ihn behalten möchte und in seine Schatzkiste legt.“

Die Gruppe in Schloß Holte-Stukenbrock hat nach zwei Wochen bereits 52 Mitglieder. „Die Gütsel-Gruppe hat fast 1800, die NRW-Gruppe mehr als 2200. Ich hoffe, dass ganz viele Schloß Holte-Stukenbrocker daran Spaß finden und mitmachen.“

Einen Stein zu bemalen sei einfach, kostet aber ein bisschen Zeit. Man braucht einen Pinsel, Acrylfarbe zum Grundieren, einen Pinsel und für feine Striche Acrylstifte. Nach dem Bemalen muss fixiert werden mit Sprühlack, sonst verwischen die Motive. Erst danach wird die Rückseite mit Edding beschriftet mit dem Facebook-Namen der Gruppe und einer Kurzanleitung. Beim Aussetzen sollte darauf geachtet werden, dass die Steine dort liegen, wo sie auch gefunden werden und außer der Reichweite von Hunden sind. Die Motive sollten immer freundlich sein, manchmal gibt die Form des Steins schon mal eine Idee. Gina Siemonsmeier und Dania Kolasinski haben auch Anti-Mobbing-Steine gemalt, um dafür zu werben, bei Mobbing einzuschreiten und dagegen vorzugehen.

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