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Spenden der Casa-Nostra-Gäste gehen an Erdbebenopfer

Für die Zukunft der Kinder

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). In neun Jahren haben die Gäste des Restaurants Casa Nostra an Heiligabend geschlemmt und gespendet. 50.493 Euro sind dabei für die Kinder in der Stadt zusammen gekommen. Im zehnten Jahr war es dem Wirteehepaar Servet und Hikmete Hajrullahi ein Herzensanliegen, den Erdbebenopfern in ihrer Heimat Albanien zu helfen. Ein Spendenzweck, der bei den mehr als 100 Gästen mittags am Heiligen Abend Applaus auslöste.

Monika Schönfeld

Bürgermeister Hubert Erichlandwehr (links) dankt dem Wirte-Ehepaar Hikmete und Servet Hajrullahi (rechts) und Sylvia Pieper für mehr als 50.000 Euro, die beim Schlemmen an Heiligabend in neun Jahren für Kinder gespendet wurden. Foto: Monika Schönfeld

Bürgermeister Hubert Erichlandwehr berichtete, wie Servet Hajrullahi ihn vor mehr als zehn Jahren angerufen hat und ihm die Idee vorstellte, Stammgäste am Heiligen Abend einzuladen und dafür um Spenden für Kinder in der Stadt zu bitten. „Ich war erst skeptisch. Gehen Christen Heiligabend noch aus dem Haus? Die erste Aktion hat aber gezeigt, dass Stammgäste und Freunde gerne mittags für ein Stunde kommen, um sich schöne Weihnachten und ein gutes neues Jahr zu wüschen, bevor sie in die Gottesdienste und zu den Familienfeiern gehen.“

Bürgermeister sagt Danke

Bei der Premiere 2010 haben die Gäste 1480 Euro gespendet, die an das Holtebrocker Spielhaus und den Caritas-Warenkorb gingen. Der Erfolg spornte an weiterzumachen. Nur einmal ging der Betrag nach außerhalb: 2011 wurden 1520 Euro dem Kinder- und Jugendhospiz in Olpe gespendet. 2012 hatte sich die Idee herumgesprochen, Dr. Burghard Lehmann, Geschäftsführer der Osthushenrich-Stiftung wurde aufmerksam und verdoppelte den Spendenbetrag, so dass sowohl der Kindergarten St. Heinrich Sende als auch der Laubhüttenkindergarten mit je 3060 Euro bedacht wurden. In den Folgejahren profitierten weitere Kindergärten, das Kreisfamilienzentrum und die Katholische Grundschule Stukenbrock. „Und immer war es Geld, mit dem sich die Einrichtungen Extras leisten konnten, die nicht in ihrem Budget waren“, sagt Erichlandwehr. „Im Namen der Stadt sage ich ganz herzlich Danke.“

Stiftung „Albaner für Albaner“

Servet Hajrullahi stammt aus dem Kosovo, der Stadt Gjilan. Er kam 1993 nach Deutschland, arbeitete in Verl als Koch, bevor er sich vor elf Jahren mit dem Casa Nostra in Sende selbstständig machte. Seine Frau Hikmete betreibt das Bis­tro im Freibad Verl. Als Ende November ein schweres Erdbeben die Westküste Albanien erschütterte, mehr als 50 Menschen starben und 1000 obdachlos wurden, war der nächste Spendenzweck klar. Der Theologe Elvis Naci hat eine regierungsunabhängige Stiftung mit dem Namen „Albaner für Albaner“ (Shqipetanet per Shqipetanet) gegründet, um den Menschen zu helfen. „Uns ist wichtig, dass die Kinder, die ihre Familien verloren haben, eine Zukunft bekommen“, so Servet und Hikmete Hajrullahi, die selbst drei Kinder haben. Sie haben das mediterrane Büffet und die Getränke gespendet, das Personal verzichtete auf Lohn.

In den Spendenbeutel, mit dem Sylvia Pieper zu den Gästen ging, waren zum Schluss 3725 Euro. Den Betrag haben die Hajrullahis auf 5000 aufgerundet. Hikmete Hajrullahi will das Geld persönlich überbringen.

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