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Evangelisches Jugendhaus nach neun Wochen Zwangspause wieder geöffnet

Gespräch ersetzt die Nähe

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Diesem Termin haben die Jugendlichen entgegen gefiebert, die ehrenamtlich im Evangelischen Jugendhaus arbeiten: Diesen Freitag wird das Haus am Gartenweg 9 wieder geöffnet. Unter Auflagen, versteht sich. Geöffnet wird nur dreimal in der Woche. „Wir haben strikte Regeln aufgestellt. Die wollen wir jetzt testen. Wenn es gut klappt, kann man sie immer noch lockern“, sagt Sabrina Abrams, die mit Benedikt Greive und Monty Göhlich zum fest angestellten Team gehört.

Monika Schönfeld

Die ehrenamtlich tätigen Jugendlichen Marie Müller, Luca Steinhörster, Lea Brak, Frieda Hinzmann, Hendrik Kniepkamp, Carla Töllner, Ricarda Kaminski, Ayden Kaminski und Luke Kaminski haben sich mit Sabrina Abrams und Benedikt Greive im Garten des Evangelischen Jugendhauses getroffen. Foto: Monika Schönfeld

Am Mittwoch haben sich die ehrenamtlich tätigen Jugendlichen im Jugendhaus getroffen und die Regeln durchgesprochen, auf die sie achten müssen, wenn wieder Besucher im Haus sind. Zum Abschluss des Treffen spielte sie im Garten gleich eine Runde Volleyball.

Geöffnet ist bis auf weiteres montags von 14 bis 18 Uhr, mittwochs von 12 bis 18 Uhr (von 12 bis 14 Uhr ist der Kidstreff) und freitags von 14 bis 18 Uhr. Die meisten Besucher des Evangelischen Jugendhauses sind zwischen 12 und 22 Jahre alt, der Kidstreff richtet sich an Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren.

Nur einige Räume zugänglich

„In Absprache mit Pfarrer Dr. Carsten Glatt und dem Ordnungsamt haben wir das Jugendhaus nur zum Teil geöffnet. Zugänglich ist das Café, der Spieleraum, der Konzertsaal und der Garten“, sagen Abrams und Greive. Der Kioskverkauf ist eingeschränkt.

Hände und Spielmaterial wie hier Tischtennisschläger werden desinfiziert, zeigen Sabrina Abrams und Benedikt Greive. Foto: Monika Schönfeld

„Wir können die Besucher so verteilen, dass sich nur vier bis fünf Menschen in einem Raum befinden.“ Sofas und Stühle sind entsprechend verschoben worden. An der Spielekonsole dürfen immer nur zwei Besucher spielen. Abstandsregeln werden eingehalten, Hygiene groß geschrieben. „Wir haben uns entschlossen, dass alle im Haus den Mund- und Nasenschutz tragen müssen – Mitarbeiter und Besucher“, sagt Sabrina Abrams. Am Eingang ist eine Hygienestation. Dort muss man wie in Restaurants einen Bogen ausfüllen mit den Kontaktdaten, um eventuell Infektionsketten nachvollziehen zu können. Händewaschen wird zur Pflicht, wer keinen Mund-/Nasenschutz dabei hat, kann für einen Euro eine Einwegmaske kaufen. Es wird gelüftet, Tischtennisschläger zum Beispiel nach jeder Benutzung desinfiziert. „Das Jugendhaus-Leben findet vorläufig nur im Erdgeschoss statt.“

Über Social Media Kontakt gehalten

Neun Wochen war das Jugendhaus aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. „Wir haben viel über Social Media gemacht und so Kontakt gehalten“, sagt Sabrina Abrams. Über Instagram gab es die „Wie geht es euch heute?“-Runde, jeder konnte erzählen, was so bei ihm los ist. Es wurden Koch- und Backrezepte ausgetauscht, die Aufräumaktion verfolgt und gefragt, welche Blumen am Jugendhaus angepflanzt werden sollen. Es gab ein Quiz und Bastelangebote. „Wir wollten zeigen, dass wir da sind.“ Wenn alle im Jugendhaus eine Maske tragen, müsse mehr gesprochen werden. „Die Mimik fällt in der Kommunikation weg. Gespräche müssen die Nähe ersetzen.“

Die katholischen Jugendhäuser werden voraussichtlich erst am 8. Juni öffnen. Das Jugendcafé St. Ursula an der Dechant-Brill-Straße hat ebenfalls den Kontakt über Instagram und Facebook gehalten, sogar ein tägliches Programm dafür veröffentlicht.

Katholische Häuser öffnen später

Jürgen Bredenbröker, Leiter des Katholischen Jugendheims Stukenbrock: „Unser Konzept zur behutsamen Wieder- und Teileröffnung der Kinder- und Jugendarbeit währen der Corona-Pandemie liegt derzeit beim Ordnungsamt. Es wird jetzt einen Begehungstermin geben. Geplant ist erst mal, am 8. Juni mit reduziertem und den Hygienebestimmungen angepasstem Angebot zu beginnen.“ Anregungen und Überlegungen des Kreisjugendamts Gütersloh seien in die Konzeption eingearbeitet worden. „Der Träger der Einrichtung (Kirchenvorstand und Pfarrer Karl-Josef Auris) hat zur behutsamen Wieder- und Teileröffnung bereits sein Okay signalisiert.“

Derzeit werden die Räume so gestaltet, dass sie den Hygienevorschriften und Abstandsregeln entsprechen. „Desweiteren warten wir noch auf die Ausführungen eines Tischlers. Dieser muss noch die ein und andere Spuckschutzvorrichtung anbringen, hat aber bereits erkennen lassen, dass es sicherlich bis zur angedachten Öffnung installiert ist.“

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