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Bei der großen Kolpingjugend-Freizeit sollen 43 Kinder »offline« gehen

»Heimweh-Ernie« hilft bei Handy-Entzug

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wie ein wuseliger Bahnhof sieht der Raum im Pfarrer-Rüsing-Haus aus. Große und kleine Koffer in allen Farben stapeln sich, aufgeregte Kinder mit ihren Eltern und Geschwistern sind gekommen. Sie wollen vor der großen Reise traditionell den Segen empfangen. Denn es droht Handy-Entzug.

Manuela Fortmeier

Auch ohne Handy heißt es für 43 Mädchen und Jungen im Pfarrer-Rüsing-Haus: Abfahrt! Foto: Manuela Fortmeier

Vorbereitet durch die 15 Betreuer wurde vor der zweiwöchigen Reise, die die große Gruppe nach Munkbrarup an die Ostsee führt, gesungen, über Ängste gesprochen und in den Fürbitten für eine wohlbehaltene Rückkehr gebetet.

»Unser Betreuerteam hat viel Erfahrung in der Ausrichtung von Ferienfreizeiten. Manche von uns sind schon zum zehnten Mal dabei und wissen, worauf es ankommt«, sagt Liv Andresen.

So gibt es für die Kinder zwischen 9 und 14 Jahren jeden Tag ein prall gefülltes Programm, in dem für Langeweile kein Platz ist. Und gegen Heimweh ist der »Heimweh-Erni«, eine Wärmeflasche als Ernie-Figur, natürlich mit dabei, die in all den Jahren als Tröster erstaunlich gute Dienste geleistet hat.

Die kleine Hedi ist schon ganz aufgeregt und freut sich auf ihre Reise mit der Kolpingjugend St. Ursula Schloß Holte. Ihren großen Koffer trägt Mutter Christine bis zum Pfarrheim. Heimweh? »Ja, schon, aber ich freue mich sehr, dass meine Tante Maris auch als Betreuerin mitfährt«, sagt Hedi.

Zwei Wochen verbringt die Gruppe im Haus »Bockholmwiek«, einem großen Freizeithaus, das einer Jugendherberge gleicht und von dem aus in nur wenigen Minuten zu Fuß das Meer zu erreichen ist. »Bei gutem Wetter werden wir viel an den Strand gehen, Spiele und Sport machen«, sagt Liv Andresen vom Betreuungsteam. Auf dem großen Gelände des Ferienhauses steht auch eine große Spielwiese und für schlechteres Wetter eine Spielscheune zur Verfügung.

Zum Betreuerstab gehört auch ein eigenes Küchenteam, das für die drei täglich festen Mahlzeiten sorgt. Dabei werden die Kinder im Wechsel in den Küchendienst eingebunden. Doch sie haben Glück. Da das Frühstück erst für 9.30 Uhr auf dem Plan steht, beginnt der Küchendienst immer erst um 8.30 Uhr. »Wir haben schließlich alle Urlaub«, sagt Liv Andresen, die wie alle Betreuer ihren Dienst ehrenamtlich verrichtet.

Eine sicher neue Erfahrung wird für die Kinder sein, dass ihre Handys eingesammelt werden und diese nur ein bis zwei Mal wöchentlich benutzt werden dürfen. Liv Andresen erklärt: »Wir möchten den Kindern zeigen, dass es durchaus möglich ist, ohne Social Media zu leben und dass es sogar Spaß macht«.

Neben einem Ausflug nach Flensburg steht eine Schatzsuche an, für die die Kinder jeden Tag Bonuspunkte sammeln können, die gegen Hinweise eingetauscht werden können, um den Schatz möglichst als erstes zu entdecken.

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