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Monika und Marco Seidel: Corona wirbelt Pläne durcheinander

Hochzeit mit Hindernissen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Jetzt hat’s doch noch geklappt: Monika und Marco Seidel sind verheiratet. Ein Happy End, wenn man so will. Denn Ende März drohte die Corona-Krise ihre Hochzeit zu kippen.

Monika Schönfeld

Monika und Marco Seidel haben jetzt heiraten können. Ein großer Tag auch für ihre Kinder Matz und Charlotte. Foto: Besim Mazhiqi

Eineinhalb Jahre lang planten sie ihre Hochzeit schon. Es sollte der besondere Rahmen im Heimathaus sein. Das Heimathaus ist aber bis Ende Juni geschlossen, das Standesamt hatte alle Trauungen auch im Rathaus bis Ende April abgesagt. Die große Party in der Alten Wassermühle zu Bentrup in Bielefeld war gebucht, Band und Caterer bestellt, die Ringe mit dem Hochzeitsdatum graviert.

„Standesbeamtin Karin Buschmann ist immer in Kontakt mit uns geblieben. Zehn Tage vor dem geplanten Termin hat sie uns nach 20 Uhr die E-Mail geschickt: Es geht. Wir durften am vergangenen Samstag im Ratssaal heiraten“, erzählt Monika Seidel.

aus dem Lied „Zuhause“ von Fynn Kliemann

Das Brautpaar, zwölf Gäste, der Fotograf und die Standesbeamtin – mehr Menschen durften nicht an der Trauung teilnehmen. Dennoch waren sie alle da. Nicht persönlich, sondern ihre Bilder auf die drei großen Leinwände im Ratssaal projiziert. Als die Heiratsurkunde unterschrieben war, hat der Fotograf sie abgelichtet und ebenfalls auf die Leinwand übertragen. „Das war für uns alle sehr bewegend. Wir hatten unsere Kinder, unsere Eltern, meinen Bruder mit Ehemann und die Trauzeugen ohne Partner dabei.“ Karin Buschmann hat in ihrer Ansprache daran erinnert, wie sich die beiden kennengelernt hatten. Seit 2005 leben sie zusammen, 2018 hat er ihr auf Lanzarote einen Heiratsantrag gemacht. Auf der Einladungskarte zur Hochzeit haben sie eine Strophe aus dem Song „Zuhause“ von Fynn Kliemann gedruckt: „Das hier bleibt unser Tattoo. Ganz egal wo wir landen. Mein Zuhause ist kein Ort. Das bist du.“

Geheiratet haben Monika und Marco Seidel nicht im langen Kleid und feinen Anzug. „Das holen wir zur freien Trauung nächstes Jahr nach – nach unserem ersten Hochzeitstag. Ich hatte ein Sommerkleidchen mit Spitze an. Unserer Sohn Matz hatte die gleiche Fliege um wie sein Papa. Er sagte zu mir: Ich hätte dich auch geheiratet, Mama“, sagt Monika Seidel. Wie ihr dreijähriger Bruder war auch Charlotte (5) ganz aufgeregt: „Heute heiraten wir!“

In einem Oldtimer, einem roten Mercedes 230 aus ihrem Geburtsjahr 1983, ließen sich die frisch Verheirateten nach Hause fahren, wo sie mit den wenigen Hochzeitsgästen aus der Familie zusammen saßen. „Ein bisschen Wehmut kam dann schon auf. Schade. Jetzt richtig zu feiern mit Band und Barbecue, das wäre das i-Tüpfelchen.“ Stattdessen ist Monika Seidel, Sozialversicherungsangestellte bei einer Krankenkasse, nach zwei Tagen Sonderurlaub am Dienstag wieder zur Arbeit gefahren.

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