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Weiberfastnacht: Seit 60 Jahren ist Stukenbrock außer Rand und Band

Invasion vom anderen Stern

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wenn die Weiber feiern, drehen sich alle Planeten nur um Stukenbrock. Und das jetzt schon seit 60 Jahren. Tränen der Rührung, den Rathausschlüssel und einen dicken Blumenstrauß hatte das Dreigestirn für die Mutter der Weiberfastnacht, Marlis Brink.

Monika Schönfeld

Strahlende Schönheiten von einem anderen Stern gab es zur Weiberfastnacht viele. Diese Damen hatten sogar die Sterne vom Himmel mitgebracht und so ganz nebenbei noch den Regenbogen gestreift und Farbe mitgebracht. Foto: Monika Schönfeld

Die lässt es sich nicht nehmen, selbst auf die Bühne zu kommen. »Die Zeitung hat schon alles über die Geschichte des Weiberkarnevals geschrieben«, sagt die 91-Jährige, die statt einer Rede lieber »Stukenbrock außer Rand und Band« anstimmt. Das Publikum vor der Bühne, quasi eine Invasion von anderen Sternen, jubelt: »Marlis Helau!«

Das Dreigestirn mit Melnaie Müller, Gaby Hoffmann und Astrid Kobusch wandet sich in Kosmosblau. Die Planeten kreisen um ihre Köpfe wie um die Sonne. Zum runden Geburtstag holen sie alle auf die Bühne, die wie Marlis Brink und Sylvia Westhoff von 1959 bis 2001 die Weiber animiert haben. Es waren von 2001 bis 2005 das Fünfgestirn mit Christa von der Lippe, Karin Göke, Bärbel Grauthoff, Barbara Brechmann, Martina Kramer und Gabi Grothaus. »Man musste uns zwingen, wie sollte das gelingen?« Sie waren in große Fußstapfen getreten, aber die närrischen Weiber machten mit. Von 2006 bis 2010 waren Birgit Bröker, Gabi Halstrick, Irene Fockel und Elisabeth Dorenkamp-Henrichs verantwortlich, ab 2010 machte Gabi Hastrick weiter mit Heike Merettig, Inge Heffner, Gaby Hoffmann und Claudia Reimann. Bis 2020 werde das heutige Dreigestirn arbeiten und dann: »Tschau, Tschau!«

Kirsten Johann-vor-der-Brüggen

Die Frauen des Panikorchesters des Städtischen Blasorchesters unter dem Vorsitz von Kirsten Johann-vor-der-Brüggen haben Teuflisches im Sinne, als sie ihren Trompeter, Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, zum Engelchen machen. Mit dabei die Tochter des Bürgermeisters, Helena Erichlandwehr, die sich eine Anmerkung zur Lockenpracht des Vaters nicht verkneifen kann. Aber: »Die Stadt hat einen Engel, der sie sicher führt. Heute wurde er von den Teufelinnen entführt.«

Der Bürgermeister bekommt eine Harfe. »Die Zeiten solo sind vorbei.« Im Orchester ist er Einer unter Gleichen.

Gabi Halstrick

Die Super-Exen (Ex-Fünfgestirn mit Gabi Halstrick, Heike Merettig, Inge Heffner, Claudia Reimann mit Christina Trihbes) als gigantische Mohnblumen machen Landrat Sven-Georg Adenauer zum Hippie mit »Tüte«. »Die hohe Politik bringt uns den Kick – Canabis für die Männer, Opium für die Kenner.« Zwar kein Vorbild für die Jugend, aber ein Stimmungsaufheller. »Die sind sehr gut drauf. Es wirkt schon«, meint Gabi Halstrick, die gesehen haben will, wie Adenauer dem Bürgermeister eine kleine Selbstgedrehte zusteckt.

Solche Substanzen sind aber gar nicht nötig, um ordentlich zu feiern. Es reichen prima Sonnenschein, klasse Temperaturen und die vielen gut gelaunten Gäste vom Mond, von der Venus, aus der Holte, dem Eisplaneten, aus der Galaxie des Silbermondes oder die Interplanetarischen wie Prinzessin Lea für die Reise ins Reich des Frohsinns.

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