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Projekt „MyHistoryMap OWL“ im Zeichen des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar aktueller denn je

Jugendliche erforschen Orte des Erinnerns

Schloß Holte-Stuk...

Was ist in der Zeit des Nationalsozialismus in Ostwestfalen-Lippe passiert, und was müssen wir tun, damit sich Derartiges niemals wiederholt?

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Ein Grabstein, der auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof steht (dritter von links), symbolisiert das Stalag 326 in Schloß Holte-Stukenbrock. Foto:

Wie sehen Diskriminierung und Rassismus heute aus, und was können wir dagegen unternehmen? Diese Fragen sind angesichts des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ganz aktuell. Im Projekt „MyHistoryMap OWL“ der Bildungsstätte Haus Neuland beschäftigen sich Jugendliche mit dem Themenkomplex und erforschen Orte des Erinnerns an ihrem eigenen Wohnort.

Die Wewelsburg in Büren, das Hermannsdenkmal in Detmold oder das Stalag 326 in Schloß-Holte Stukenbrock sind nur einige Orte in Ostwestfalen-Lippe, deren Geschichte durch die NS-Zeit geprägt ist. Wer einmal vor Ort war, steht oft ganz im Eindruck der historischen Ereignisse und kann diese dadurch besser verstehen und kritisch hinterfragen. „Die meisten Jugendlichen, mit denen wir diese Orte bisher besucht haben, waren wirklich schockiert über die drastischen Auswirkungen des NS-Regimes direkt vor der eigenen Haustür. Dadurch haben sie angefangen, sich intensiv und aus eigenem Antrieb mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinanderzusetzen“, sagt Felix Tiemann, der das Projekt vom Haus Neuland gemeinsam mit seinem Kollegen Steffen Steinmann durchführt. Gefördert wird MyHistoryMap OWL von der Bundeszentrale für politische Bildung. Seit Projektbeginn Anfang 2020 hat das Team – trotz Corona – rund 80 Teilnehmende in sieben Gruppen erreicht.

„Ganz wichtig ist uns auch, den Blick in die Vergangenheit durch die Betrachtung von gegenwärtigen Formen der Diskriminierung und des Alltagsrassismus zu vertiefen. Die Jugendlichen haben sich intensiv mit der Frage beschäftigt, was sich eigentlich ändern muss, um Menschenfeindlichkeit zu vermeiden und eine vielfältige, tolerante Gesellschaft zu fördern“, betont Projektkoordinator Steffen Steinmann.

So sind Videos und Podcasts zu mehreren Orten des Erinnerns entstanden. Diese Ergebnisse sind online auf der HistoryMap OWL zu finden. Zudem dokumentiert eine Broschüre, die Anfang Januar erschienen ist, alle im Projekt behandelten Orte. Sie kann auf der Projekt-Webseite www.historymap.de angeschaut oder als gedrucktes Exemplar bestellt werden – eine E-Mail an history@haus-neuland.de genügt.

Interessierte Schulen können sich auch weiterhin im Haus Neuland melden. Da das Projekt von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert wird, ist die Teilnahme für die Schulen kostenlos. Bis Ende April 2021 läuft MyHistoryMap OWL noch.

Zum Abschluss sind zwei kostenlose Camps in den Osterferien geplant – wenn die Pandemiesituation es zulässt. Die Camps sollen unter dem Titel „MyHistory OsterCamp – Vergangenheit erfahren, Zukunft gestalten“ vom 29. März bis 1. April sowie vom 6. bis 9. April 2021 im Haus Neuland stattfinden und richten sich an Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Exkursionen, Gespräche mit Expertinnen und Experten sowie die Produktion eigener Videos gehören zum viertägigen Programm. Übernachtung und Verpflegung im Haus Neuland sind inklusive. Mehr Informationen gibt es bei den Projektkoordinatoren Felix Tiemann und Steffen Steinmann im Internet unter history@haus-neuland.de.

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