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Von wegen geschlossen! Erzieherinnen im Laubfrosch der AWO kümmern sich auch um die Daheimgebliebenen

Kita trotz Lockdown gut besucht

Schloß Holte-Stuk...

Schulen und Kindertagesstätten sind im Lockdown geschlossen? Von wegen! In der AWO-Kita Laubfrosch werden täglich 30 Kinder (von 53) betreut. In drei Gruppen.

Monika Schönfeld

Futterhäuschen für Vögel aus Milchkartons basteln (von links) Carlotta (6), Mia (6), Laureen Rettberg und Linn (5). Foto: Monika Schönfeld

Zwar sind die Öffnungszeiten um zehn Stunden reduziert, geöffnet ist aber trotzdem von 7 bis 15 Uhr. Im Gegensatz zum ersten Lockdown 2020, in dem nur Eltern mit systemrelevanten Berufen ihre Kinder bringen durften, entscheiden heute die Eltern selbst. „Wir fragen nicht nach“, sagen Kita-Leiterin Stefanie Pollerberg und ihre kommissarische Stellvertreterin Melanie Voss. „Die Familien müssen sich schon lange um die Betreuung der Kinder kümmern, manche können das einfach nicht mehr.“ Alle Kollegen arbeiten mit der OP-Maske, im Bring- und Abholdienst sogar mit der FFP2-Maske. Pollerberg hofft, so schnell wie möglich wieder ohne Maske arbeiten zu können. „Kinder brauchen die Mimik. Sie lernen die Sprache besser, wenn sie sehen, wie sich der Mund dazu bewegt.“

Carla (5) mit dem Bee-Bot und Medeinbeauftragte Saskia Geske. Foto: Monika Schönfeld

Für die Erzieherinnen bedeutet das, dass sie sich um die Kinder kümmern, die in die Einrichtung gebracht werden, aber auch um die, die zu Hause bleiben. Mehraufwand entsteht auch dadurch, dass das Erziehungskonzept über den Haufen geworfen werden muss. „Unser Konzept ist, dass Kinder an Entscheidungen teilhaben und mitbestimmen. Das muss den Corona-Bedingungen geopfert werden. Ich höre oft von Kindern, sie könnten sich schon alleine Essen auffüllen, allerdings dürfen sie das zurzeit nicht.“ Ständiges Hin und Her sei für Kinder verwirrend.

Die Leiterin der AWO-Kira Laubfrosch, Stefanie Pollerberg, an der Spieleecke, an der sich Eltern und Kinder Spiele für zu Hause ausleihen können. Foto: Monika Schönfeld

Brandbrief

In einem Brief der Mitarbeitervertretungen der sieben Katholischen Kita gGmbH im Erzbistum Paderborn mit 6400 Mitarbeitern werden Familienminister Joachim Stamp und Ministerpräsident Armin Laschet aufgefordert, die Impfstrategie zu überdenken. Laut AOK-Studie sind Erzieher von allen Berufsgruppen am häufigsten an Covid-19 erkrankt. Die Mitarbeiter fordern außerdem klare politische Vorgaben für den Besuch der Tageseinrichtung, wie im Frühjahr 2020, als nur systemrelevante Berufsgruppen ihre Kinder bringen durften. Zurzeit gebe es nur einen halbherzigen Appell, die Kinder zu Hause zu lassen. Dadurch werde der Druck an die Mitarbeiter weitergegeben, sich mit den Eltern auseinanderzusetzen.

Die Rituale haben die Kinder schnell gelernt. Jede Gruppe hat einen eigenen Eingang, dann werden Hände gewaschen, Eltern dürfen nicht in die Kita. „Wir versuchen aber, alles möglichst normal zu gestalten“, sagt Pollerberg. Gleichzeitig halten die Erzieherinnen Kontakt mit Eltern und Kindern zu Hause. „Wir haben den Kindern selbst gemachte Knete gebracht und Aktionsheftchen mit Rezepten. Sie bekommen auch Videobotschaften, damit sie uns sehen können.“ In der Elternarbeit gab es bereits einen Elternabend und eine Konferenz per Video, am Mittwoch ein Elterncafé mit Hinweisen, wie man mit Kindern Bilderbücher anschaut, mit Büchertipps und einem Raum der Begegnung. Virtuelle Rundgänge sind für die Eltern erstellt worden, die sich für die Kita interessieren.

Saskia Geske hat eine Fortbildung zum Thema Medien gemacht – wichtig für die Elternarbeit (Leitfaden mit App-Empfehlung und Suchmaschinen) aber auch für Projekte im Kindergarten-Alltag. Mit Bee-Bot können die Kleinen die ersten Dinge programmieren.

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