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Theata Creativa: Komödie »Wo ist die Tante?« begeistert Zuschauer

Kräftig auf den Putz gehauen

Schloß Holte-Stukenbrock(WB). So sehr den Figuren der turbulenten Komödie im Laufe des Abends die Handlungsfäden »außer Kontrolle« gerieten, so sehr mussten die Darsteller sie behalten: Das turbulente Stück »Wo ist die Tante?« aus der Feder von Andreas Heck verlangte den Darstellern große Präzision und Konzentration ab. Ein Anspruch, den die Laienschauspielschar Theata Creativa wunderbar erfüllte.

Uschi Mickley

Der russische Handwerker Ladislaus Kowalski (Rainer Klär): Mit osteuropäischem Akzent haut der »Import-Genosse« in der Komödie »Wo ist die Tante?« ordentlich auf den Putz und muss bei seinem Einsatz einiges durchstehen. Foto: Uschi Mickley

Mehr als 100 Gäste erlebten bei der ausverkauften Premierenvorstellung im Pfarrheim St. Heinrich Sende einen rasanten Theaterabend mit viel Pepp. Im Rohbau der Bauherren Heiko (Johannes Lange) und Daniela (Eleonore Lange) spielt der Dreiakter. Dort soll Tante Trude einziehen, sobald alles fertig renoviert ist.

Tante Trude plötzlich verschwunden

Doch bei Trudes Nichte Ludmilla (Evelyn Simmendinger) und ihren trotteliger Gatten Bertram (Jörg Simmendinger) weckt die vermögende Tante Begehrlichkeiten. Schnell fliegen die Fetzen bei den Erben. Als sich unter dem neu verlegten Laminat im Esszimmer eine verdächtige Beule zeigt, und Tante Trude plötzlich verschwindet, strebt der Wahnsinn unaufhaltsam seinem Höhepunkt entgegen.

Besonders gut getroffen sind die chaotischen Zustände auf der Baustelle, wo die schrägen Charaktere aufeinanderprallen. Das zehnköpfige Ensemble überzeugt das sichtlich vergnügte Publikum mit schauspielerischen Leistungen und schraubt die spannende Verwicklungsspirale immer höher. Unschlagbar ist Martina Vetter in der Rolle des keifenden Hausdrachens Tante Trude, die mit grauem Dutt und Gehstock über die Bühne fegt und ihre durchtriebene Verwandtschaft ordentlich in die Mangel nimmt. Das Publikum biegt sich vor Lachen, als sie sich auf der Toilette sitzend lautstark über die hygienischen Verhältnisse auf der Baustelle beschwert.

Besonders angetan sind die Zuschauer auch von Rainer Klär in seiner Paraderolle als russischer Handwerker Ladislaus Kowalski. Mit osteuropäischem Akzent haut der »Import-Genosse« ordentlich auf den Putz, erweist sich dabei als Meister im Grimassenschneiden und sorgt für schallendes Gelächter.

Atdhe Ramadani führte erstmals Regie

Als Neuling hat in diesem Jahr Lee-Anne Dowd (11) als pubertierende, vorlaute Nachbarstochter Emma die Truppe verstärkt. Mit Atdhe Ramadani führte erstmals ein junger Theaterpädagoge Regie, nachdem die langjährige Spielleiterin Beate Worthmann aus privaten Gründen absagen musste. Ihr Debüt als Regieassistentin hatte Joyce Lange, Tochter des Mitbegründer-Paares, die auch die Rolle der Linda spielt.

»Es ist schön, dass die Darsteller aus dem Ort kommen und man einige von ihnen kennt. Alle spielen spitzenmäßig«, sagt Zuschauer Christian Österwinter. Insgesamt präsentiert die Gruppe sechs Vorstellungen. Weitere Termine sind Freitag, 23. März, um 19.30 Uhr Samstag, 24. März, um 19.30 Uhr Sonntag, 25. März, um 15.00 Uhr

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