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Stefanie Mittelteicher hat in Schloß Holte-Stukenbrock zehn Jahre Schüler über die Straße gebracht

Lotsen gesucht!

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Es gibt einen Zebrastreifen auf der Holter Straße vor dem Altenzentrum Wiepeldoorn. Viele Autofahrer ignorieren den und halten nicht an. Damit die Pollhansschüler morgens und mittags sicher über die Straße kommen, arbeitet Stefanie Mittelteicher seit zehn Jahren als Schülerlotsin. Die Stadt sucht jetzt Nachfolger.

Monika Schönfeld

Nach zehn Jahren als Schülerlotsin hört Stefanie Mittelteicher dieses Schuljahr auf. Die Stadt sucht Nachfolger für das Ehrenamt – vor allem am Zebrastreifen vor dem Altenzentrum Wiepeldoorn für Pollhansschüler. Foto: Monika Schönfeld

Stefanie Mittelteicher war zu diesem Ehrenamt gekommen, als ihr Sohn noch Grundschüler war. Danach hat sie weitergemacht, zumal sie in der Nähe wohnt und als Hausmeisterin der Volkshochschule das Ehrenamt lange mit ihrer Arbeit vereinbaren konnte. Jetzt hört die 52-Jährige aus zeitlichen Gründen auf. »Zum nächsten Schuljahr suchen wir für diese Stelle Schülerlotsen«, sagt Gabriele Erichsmeier aus dem Fachbereich Bildung der Stadtverwaltung. Bisher arbeiten fünf Schülerlotsen in der Stadt: zwei betreuen die Grauthoffschule, einer die Elbrachtschule, einer den Bahnübergang Dopheide zum Grünen Weg, und Stefanie Mittelteicher betreut die Pollhansschüler, die die Holter Straße überqueren. »Es ist ein Ehrenamt mit kleiner Aufwandspauschale«, sagt Gabriele Erichsmeier. Gesucht werden Rentner oder Leute, die vormittags nicht berufstätig sind. Die Begleitung der Schüler müsse verlässlich sein.

Einsatz bei Wind und Wetter

Stefanie Mittelteicher steht bei Wind und Wetter zu jeder Jahreszeit an Schultagen morgens zur ersten Stunde von 7.30 bis 7.55 Uhr am Zebrastreifen, nach Bedarf zur zweiten Schulstunde ab 8.30 Uhr und mittags jeweils nach Schulschluss der 4., 5. oder 6. Stunde, also jeweils ab 11.30 Uhr, 12.30 Uhr und 13.30 Uhr. »Wichtig ist, dass der Schulweg der Erst- und Zweitklässler gesichert wird«, sagt die Leiterin der Pollhansschule, Irmgard Heimbrodt. Sie habe per Elternbrief bereits informiert, dass ein neuer Schülerlotse gesucht wird. »Leider ohne Resonanz.«

Gabriele Erichsmeier sagt, es könnten sich auch mehrere zusammentun, um die erforderlichen Zeiten abzudecken oder Vertretungen zu organisieren. Willkommen seien auch Ehrenamtliche für die Schüler der Katholischen Grundschule Stukenbrock. Es gebe zwar an der Hauptstraße eine Ampel, aber der Einzugsbereich sei groß. Etwa an der Lüchten­straße könne sie sich gut einen Schülerlotsen vorstellen.

Polizei übernimmt die Ausbildung

Peter Grüne und Michael Schulmann vom Bezirksdienst der Polizei übernehmen die Ausbildung der neuen Schülerlotsen. Die Verkehrswacht stellt reflektierende Kleidung und eine Kelle, eine Leuchtkelle schafft die Stadt an. »Die Lotsen lernen, wie sie sich auf der Straße verhalten müssen und welche Zeichen sie geben. Das Problem ist, dass es alle Autofahrer morgens eilig haben. Nicht jeder hält auch tatsächlich an, wenn der Schülerlotse es anzeigt«, sagt Peter Grüne. »Wir stehen in ständigem Kontakt zu den Lotsen.«

Ein Schülerlotse sollte auch ein Händchen für Kinder haben. »Sie sind die erste Person, die die Kinder morgens treffen. Beim Weg über die Straße erzählen sie manchmal ihre halbe Lebensgeschichte«, sagt Irmgard Heimbrodt. Das bestätigt Stefanie Mittelteicher. »Ich habe immer ein Bonbon in der Tasche.«

Wer Interesse am Ehrenamt Schülerlotse hat, meldet sich bei Gabriele Erichsmeier, Telefon 8905106.

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