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Berufsinformations-Börse in der Aula am Gymnasium am Nachmittag

Mehr intensive Gespräche

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Auf Anregung eines großen Unternehmens aus Schloß Holte-Stukenbrock findet die Berufsinformationsbörse in der Aula am Gymnasium am Donnerstag, 7. Juni, erstmals nachmittags, in der Woche und auf freiwilliger Basis statt. Die Unternehmen erhoffen sich intensive Gespräche mit wirklich interessierten Schülern.

Monika Schönfeld

Zur Berufsinformationsbörse laden ein: (von links) Übergangscoach Melanie Petz, der Leiter des Fachbereichs Wirtschaft, Werner Thorwesten, Kollegin Renate Borghardt, und Barbara Fleiter aus dem Fachbereich Bildung, Sport und Kultur. Foto: Monika Schönfeld

»Wir haben eine Umfrage unter den Unternehmen gemacht. Die überwiegende Mehrzahl hat sich dieser Meinung angeschlossen«, sagt Werner Thorwesten, Leiter des städtischen Fachbereichs Wirtschaft, der mit seiner Kollegin Renate Borghardt, Barbara Fleiter aus dem Fachbereich Bildung und Übergangscoach Melanie Petz das Programm vorstellt.

Kein Pflichtprogramm

»Bisher haben die Schulen am Freitagvormittag den Besuch der Börse verbindlich für die Schüler gemacht. Das bedeutet aber, dass es ein Pflichtprogramm war, um einen Laufzettel abzuarbeiten.« Das sei den Unternehmen negativ aufgefallen.

Indem die Berufsinformationsbörse auf Donnerstagnachmittag von 16 bis 19 Uhr verlegt werde, erhoffen sich die Veranstalter mehr Schüler, die echtes Interesse an der Berufswahl haben. Weiterer Vorteil sei, dass auch die Eltern eingeladen sind, um ihre Kinder auf dem Weg der Berufswahl zu begleiten. Am Nachmittagstermin könnten auch Schüler teilnehmen, die außerhalb der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock zur Schule gehen. Aber auch Schüler und Eltern aus der Umgebung seien willkommen.

Ein guter Einstieg

Übergangscoach Melanie Petz ist seit März in der Elternzeitvertretung für alle weiterführenden Schulen in der Stadt zuständig, der Haupt- und Realschule in den letzten beiden Jahrgängen, der Gesamtschule bisher bis zur Klasse 8 und für das Gymnasium. Die Diplom-Pädagogin sagt, dass die Gesamtschule den achten Jahrgang geschlossen zur Berufsinfobörse schickt und die zusätzlichen Stunden ausgleicht. »Für mich ist die Börse ein guter Einstieg«, sagt sie. Werner Thorwesten sieht sie als Coach in einer Marktmeister-Position.

Werben um Nachwuchs

45 Unternehmen und Organisationen werden die Berufe präsentieren, die sie ausbilden. Schwerpunkte sind Ausbildungsberufe und das duale Studium, Universitäten sind nicht vertreten. Wohl aber sind die Berufskollegs und die Fachhochschule der Wirtschaft dabei. »Die Unternehmen werben um den Nachwuchs«, sagt Thorwesten. Früher habe er die Unternehmen bitten und erinnern müssen, heute treten die Unternehmen an die Stadt heran und bekunden ihr Interesse, sich bei der Berufsinformationsbörse zu präsentieren.

Neu ist, dass zwei Coaches dabei sind, die Berufsberatung anbieten, neue Unternehmen wie Dream Robot und Marc Aurel nehmen teil. Beckhoff aus Verl kommt mit drei Unternehmen: Elektro, Automation und Technik und Design. Der Eintritt zur Börse ist frei.

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Im Schweinsgalopp durch die Ausstellung gehechtet, die Stempel auf dem Laufzettel abgeholt und kleine Werbegeschenke erbeutet – davon hat niemand etwas. Für manche Schüler war der Besuch der Börse in der Vergangenheit ein notwendiges Übel. Die Unternehmen, die sich viel Mühe machen und ihre Auszubildenden als Botschafter zur Messe schicken, waren oft frustriert.

Es mag sein, dass dieses Jahr nicht so viele Schüler wie sonst durch die Aula geschleust werden. Klasse statt Masse: Allen dürften Gespräche mit interessierten Jugendlichen lieber sein. Dass sich Unternehmen Mühe geben, geeigneten Nachwuchs zu finden, ist wirtschaftlich notwendig, um dem Facharbeitermangel mit jungen Leuten begegnen, die sie selbst ausgebildet haben.

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