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Pollhans-Apotheke bietet wöchentlich Termine – zwei Euro pro Corona-Schnelltest gehen an Aktion Lichtblicke

Mit Abstrich auf Nummer sicher

Schloß Holte-Stuk...

Das kleine Zelt wird in der Pollhans-Apotheke nicht gebraucht.

Monika Schönfeld

Corona-Schnelltest in der Pollhans-Apotheke: Nicole Sakowski (links) nimmt einen Abstrich bei Jutta Krause (Pharmazeutisch-Technische Angestellte der Pollhans-Apotheke). Foto: Monika Schönfeld

Die Klienten, die einen Corona-Schnelltest machen wollen, stehen geschützt unter dem Dach des Seiteneingangs.

In den anderen beiden Apotheken von Dr. Olaf Elsner in Gütersloh wird ein 1,5 mal 1,5 Meter kleines Zelt aufgebaut. Eine transparente Wand mit Ärmeln trennt Tester und getesteten, die nicht miteinander in Kontakt kommen. An der Bahnhofstraße macht die Intensiv-Krankenschwester Nicole Sakowski die Tests mit Schutzkleidung. „Schutzhemd, Haube, Mundschutz und Visier reichen aus – ich habe so ausgerüstet überhaupt keine Angst, mich zu infizieren“, sagt sie. Über ihre Arbeit auf der Covid-Station eines Gütersloher Klinikums weiß sie, wie sie sich verhalten muss.

Einen Tag vor Heiligabend wurde der Erlass geändert. Ab diesem Datum dürfen nicht nur Ärzte, sondern auch Apotheken den Corona-Schnelltest machen (POC, Point of Care). Im Gegensatz zum PCR-Test, der auf das genetische Material des Virus (RNA) testet, untersucht der Schnelltest die Proteine des Virus (Antigene). Der Schnelltest macht Aussagen darüber, ob der Mensch ansteckend ist oder nicht. es handelt sich um eine Momentaufnahme. „Ich habe die Änderung des Erlasses als Aufgabe gesehen“, sagt Dr. Olaf Elsner, Inhaber der Pollhans-Apotheke in Schloß Holte-Stukenbrock und der Storchen- und Fuchs-Apotheke in Gütersloh. Im italienischen Südtirol, die Region, die zu Beginn der Pandemie hart getroffen war, hatte er das Zelt gesehen und die dazugehörige Software. „Ich habe Zelt und Software gekauft. Die mobile Teststation wird jetzt wie ein Wanderzirkus von Apotheke zu Apotheke ziehen, um die Tests anzubieten“, sagt Elsner. Neben seinen drei Apotheken machen auch die Nord- und Mohren-Apotheke (Gütersloh) und die Rotgerische Apotheke in Rietberg mit. Beim ersten Termin in Gütersloh sind 50 Schnelltests gemacht worden, am Dienstag in Schloß Holte-Stukenbrock sind es zehn. „Das muss sich erst noch herumsprechen“, sagt Nicole Sakowski. In der nächsten Wochen rechnet sie schon mit mehr Klienten. Der Schnelltest kostet 35 Euro, davon gehen zwei Euro an die Aktion Lichtblicke für in Not geratene Familien.

Für einen Schnelltest sprechen mehrere Gründe, sagt Nicole Sakowski. „Wer Kontakt mit Infizierten hatte, möchte auf Nummer sicher gehen. Oben an steht der Schutz der anderen. Wer zum Beispiel alte Angehörige besucht, will sie nicht unwissentlich gefährden.“ Außerdem gebe es Anfragen von Unternehmen. Reisende wie Lastwagenfahrer oder Geschäftsleute wollen den Test, um nachzuweisen, dass sie keine Gefahr darstellen. „Das dient dem Durchbrechen der Infektionskette“, sagt Elsner.

Elsner hat in seinen Apotheken Luftfilter, die die Raumluft sechs Mal pro Stunde umwälzen, um die Mitarbeiter zu schützen. Nicole Sakowski fühlt sich im Schutzanzug völlig sicher. „Ich habe nur Angst beim Einkaufen, wenn ich Leute sehe, die die Maske unter der Nase tragen. Das ist unsozial. Maskenverweigerer interessieren sich nur für sich, nicht für die Gemeinschaft.“

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