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Josef Gerkens, Ehrenpräsident des Stukenbrocker Karnevalsvereins, ist im Alter von 78 Jahren gestorben

Mit jeder Faser des Herzens ein Jeck

Schloß Holte-Stuk...

Er war der letzte Vereinsmeier im positiven Sinn. Der Stukenbrocker Karnevalsverein (SKV) trauert um Josef Gerkens, der am Samstag im Alter von 78 Jahren gestorben ist. „Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen seiner Mitmenschen“, zitiert SKV-Vorsitzender Simon Oekenpöhler ein großes Wort von Albert Schweitzer.

Monika Schönfeld

Josef Gerkens war mit jeder Faser seines Herzens ein Jeck. Er war Kassierer, Manager des Kinderkarnevalsumzugs und Vorsitzender des Stukenbrocker Karnevalsvereins. Foto: Monika Schönfeld

Josef Gerkens war mit jeder Faser seines Herzens ein Jeck. Als Manager des Kinderkarnevalsumzugs fuhr er mit seinem Megafon im Oldtimer als Beifahrer von Michael Brechmann vorweg und kündigte so das fröhliche Treiben an, das voller guter Laune folgen sollte. „Wenn der Zug vorbei ist, fallen mir sämtliche Steine vom Herzen“, sagte Josef Gerkens einmal im Interview mit dem WESTFALEN-BLATT. Er war ständig in Sorge, ob alles glatt über die Bühne geht.

Schon vor der Gründung des Karnevalsvereins hatten er und Dietmar Gertz Prunksitzungen in der Schützenhalle organisiert. „Gertz und Gerkens“ wurde Inbegriff des Frohsinns.

„Wir Mitglieder des Stukenbrocker Karnevalsvereins trauern um unseren Ehrenpräsidenten Josef Gerkens. Unser aufrichtiges Beileid und die besten Wünsche gelten seiner lieben Frau Agathe und der ganzen Familie“, so Oekenpöhler. Seine Frau hat ihn bei der Arbeit für den Karneval unterstützt, Plätzchen gebacken und Handarbeiten hergestellt, die Gerkens in der Vorweihnachtszeit vor dem Marktkauf in einer kleinen Hütte zugunsten des Kinderkarnevals verkauft hat. In seinem Haus war das Karnevalsbüro, im Garten hat der Verein immer sein Sommerfest gefeiert.

Josef Gerkens gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Stukenbrocker Karnevalsvereins, der vor 25 Jahren aus der Idee hervorgegangen war, Karnevalsfeiern und Prunksitzungen, den Karnevalsauftakt am 11.11., den Kehraus und den Kinderkarneval zu planen und durchzuführen. „Gerade in den ersten Jahren ist es Josef Gerkens Engagement zu verdanken, dass die Mitgliederzahlen des SKV so sprunghaft in die Höhe gingen“, sagt Simon Oekenpöhler. Josef Gerkens brachte mit seinem humorigen Charme jeden dazu, den er ansprach, Mitglied zu werden. Seine eigene Familie hat er erst gar nicht lange gefragt und damals gleich alle 13 Mitglieder ins Verzeichnis eingetragen.

„Die Planung und Aufstellung des Kinderkarnevalsumzug und Absprachen mit den Kapellen war ein weiteres Steckenpferd Josefs. Anfänglich als 2. Vorsitzender und später in seiner Lieblingsposition als Kassierer war er voll in seinem Element, wie auch in den Jahren als Vorsitzender des SKV. Man kann mit Fug und Recht sagen, Josef war der letzte Vereinsmeier im positivsten Sinn. Josef war nicht im SKV, Josef war der SKV.“

Viele Kilometer sei er mit seinem alten Mercedes für den Verein gefahren, um Preise für die Tombola an Kehraus oder Waffelteig und Sahne für seinen Glühweinstand zu besorgen. Er blieb mehr als 23 Jahre lang eine der tragenden Stützen des Stukenbrocker Karnevals. Dies bedeutete für ihn ein hartes Stück Arbeit; viele Stunden intensiver Vorbereitungen für unzählige Veranstaltungen, Umzüge, Reisen und Vereinsvergnügen wie den Besuch bei den Freunden des FCC in Fürstenberg. „All dies hat er stets sehr genossen. Doch Josef Gerkens drängte sich dabei keineswegs in den Vordergrund des Vereins, sondern stand stets mittendrin… und damit doch immer an vorderster Front“, sagt Oekenpöhler.

Mit Fotos, die zu einem kleinen Film zusammengestellt wurden, bedankt sich der Verein auf Facebook für die Arbeit Josef Gerkens‘.

Die Schützenbruderschaft St. Johannes Stukenbrock trauert um Josef Gerkens, der 60 Jahre lang Mitglied war. 1982 war er König der Bruderschaft, zehn Jahre lang bekleidete er das Amt des Bataillonskassierers. Das Mitgefühl der Schützen gilt seiner Frau Agathe und den Angehörigen.

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