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Verein und die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft wollen den Trend populär machen

Naturgärten als Trittstein-Biotope

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Kampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten“ will die naturnahe Gartengestaltung populär und zum Trend machen. „Zusammen genommen sind Gärten eine große Fläche. Auch einzelne Naturgärten können für Arten, die wandern, Trittstein-Biotope bilden.“ Das sagt Heike Boeckhaus , die sich als Mitglied im Naturgartenverein an der Naturgarten-Prämierung beteiligt und geholfen hat, Kriterien zur Bewertung aufzustellen.

Monika Schönfeld

Heike Boeckhaus weist auf die Kampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten“ hin, um im heimischen Garten eine Oase für mehr Biodiversität zu schaffen. Der Verein Naturgarten und die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft arbeiten zusammen. Foto: Monika Schönfeld

Gärten, Balkone, Firmengelände und öffentliches Grün bergen enorme Potenziale für die biologische Vielfalt. Diese ist für die einheimische Flora und Fauna von erheblicher Bedeutung. Das Interesse an naturnahen Gärten und Grünflächen wächst zwar, aber noch immer sind die wenigsten Gärten und Balkone so gestaltet, dass sich biologische Vielfalt entwickeln kann. Die Gründe: zu wenig Know-how und mangelnde Verfügbarkeit einheimischer Wildpflanzen auf dem Markt.

Beitrag gegen das Insektensterben

Das möchte die Kampagne „Tausende Gärten – Tausende Arten. Grüne Oasen, einheimische Tiere und Pflanzen!“ ändern. Von Pflanzen- und Saatgutbetrieben über Freizeitgärtner, erfahrene Naturgärtner bis hin zu interessierte Bürger sind alle eingeladen, sich zu beteiligen, um einen Beitrag gegen das Insektensterben und für den Artenschutz leisten. Ziel ist, ein Netz von naturnahen Gärten in Deutschland aufzubauen und damit den Rückgang der biologischen Vielfalt zu verlangsamen.

Kampagne auf sechs Jahre angelegt

Die Kampagne ist auf sechs Jahre angelegt und wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Durchführende Organisationen sind die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft 1822, der Wissenschaftsladen Bonn und die Tippingpoints GmbH in enger Kooperation mit dem Verein Naturgarten. Mehr biologische Vielfalt in Deutschland schafft die Kampagne mit dem Aufbau eines Akteurs- und Wissensnetzwerks, das zu einer großen naturnahen Gartenbewegung führt und mit einer Produktions- und Vertriebsstruktur für heimische Pflanzen-Startersets und Saatgutmischungen, mit denen alle ihren Garten oder Balkon naturnah gestalten können. Es gibt Bildungsangebote rund um naturnahes Gärtnern – vom Infoblatt, Kampagnen-Postkarten und Handbuch bis hin zu Videoclips, Blogs und Schulungen.

Plattform zur Information und zum Austausch

Auf der Internetseite (Links am Textende) bieten die Deutsche Gartenbau-Gesellschaft, der Naturgartenverein und der Wissenschaftsladen Bonn eine Plattform zur Information und zum Austausch. Saatgut- und Vermehrungsbetrieben werden empfohlen, die qualitätsgesichert Wildpflanzenprodukte für größere Abnehmer produzieren und heimische Wildpflanzen flächendeckend in die Gartenmärkte bringen. Das Projekt entwickelt Anleitungen für die Verwendung von heimischen Wildstauden in Gärten, Balkons oder Freiflächen, um immer mehr Gärtnereien von der Umstellung auf einheimische Wildpflanzen zu begeistern.

Naturgärten werden als Beispiele für vielfältige Lebensräume im Siedlungsraum ausgezeichnet. Menschen erhalten die Möglichkeit, sich als Naturgarten-Gutachter ausbilden zu lassen.

Naturgartenverein auf 2600 Mitglieder gewachsen

Heike Boeckhaus berichtet, dass der Naturgartenverein in zwei Jahren von 1600 auf 2600 Mitglieder gewachsen sei. Ihr eigener Garten ist als Beispiel aufgeführt, allerdings gebe es in Schloß Holte-Stukenbrock mindestens zwei weitere, die Naturgärten fördern – Britta Kramps an der Langen Wiese und einen Stukenbrocker, der einen Campingplatz an der Weser so gestalten möchte.

www.tausende-gaerten.de/die-kampagnewww.tausende-gaerten.de/so-gehts/praemierte-paradies

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