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Sporthelfer der Gesamt- und Realschule lernen das Deeskalieren

Respekt und Werte

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Gegenseitiges Vertrauen und Respekt können bewirken, dass man gemeinsam Großes schafft. Das ist eines der Ergebnisse eines Deeskalations-Trainings für die Sporthelfer der Realschule und Gesamtschule.

Matthias Kleemann

Vanessa Röder aus der Klasse 8a wagt sich auf den schmalen Gurt, der von allen gehalten wird. Stellvertretende Schulleiterin Daniela Hartmann (links) und Sportlehrer Hanno Vogelsang geben Hilfestellung. Coolness-Trainerin Anke Drepper beobachtet das Experiment im Hintergrund. Foto: Matthias Kleemann

20 Jungen und Mädchen halten gemeinsam ein schmales Band an entsprechend vielen Greifriemen, während die Schülerin Vanessa Röder über dieses Band balanciert. Ein tolles Gefühl, das auch weitere Teilnehmer des Trainings auskosten. So etwas geht nur, wenn man ein Team bildet.

Manchmal ist es aber auch sinnvoll, wenn jemand das Kommando übernimmt, um das gemeinsame Handeln zum Erfolg zu führen. Das wird bei einem anderen Spiel deutlich, bei dem Klötze gestapelt werden müssen, allerdings derart, dass sie durch eine Greifvorrichtung aufgenommen werden müssen, die über Schnüre von allen Team-Mitgliedern gehalten und gesteuert werden.

Coolness- und Anti-Gewalt-Trainerin Anke Drepper hat ihre Freude. »Ihr macht das wirklich gut, das schaffen nicht alle.« Zufrieden sind auch Sportlehrer Hanno Vogelsang, Schulsozialarbeiterin Cordula Gnegel und stellvertretende Gesamtschulleiterin Daniela Hartmann, die bereits seit elf Jahren an der bald auslaufenden Realschule Sporthelfer ausbildet.

Anke Drepper

Es ist die erste gemischte Sporthelfergruppe aus 23 Real- und Gesamtschülern. Und es ist das erste Deeskalations-Training, »auch für mich etwas Neues«, gesteht Daniela Hartmann. Die Schüler erlangen durch die Sporthelfer-Ausbildung eine Qualifikation, die ihnen den Weg zur Trainer-Ausbildung im Verein ebnet (Gruppenhelfer 1 und 2). Mit dem Deeskalations-Training erlangen sie zudem eine Kompetenz, die im Schulalltag ständig gebraucht wird. Zum Abschluss der Schulung formulieren die Jungen und Mädchen, was sie gelernt haben: »Respekt ist das A und O«, sagt einer. Klare Regeln, Verantwortung, Grenzüberschreitungen aushalten sind weitere Stichworte. Ein Mädchen sagt, die Übungen müsste man in der Gruppe von Zeit zu Zeit wiederholen.

Zu Beginn des Trainings haben die Schüler ihre Werte formuliert. Beleidigungen und Beschimpfungen seien auf den Schulhöfen am häufigsten, sagt Anke Drepper. Später haben die Teilnehmer gelernt, dass sie den, der es abkriegt, aus einer solchen Situation herausholen müssen. Demjenigen, der den Stress macht, fehlt dann das Ziel und er kann sich abregen. Wenn zwei Streithähne gleichzeitig ausrasten, geht es aber nicht anders, dann muss man dazwischen gehen und trägt das Risiko, etwas abzubekommen.

Das Training wird vom Kreissportbund Gütersloh zur Hälfte gefördert, die andere Hälfte wird von der Schule finanziert. Daniela Hartmann hofft, dass eine solche Förderung auch für künftige Schulungen möglich ist.

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