1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Schloß Holte-Stukenbrock
  6. >
  7. Retter auf zwei und vier Beinen

  8. >

Hundestaffel der Johanniter-Unfall-Hilfe sucht Vermisste und Verstärkung

Retter auf zwei und vier Beinen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Sturm Friederike ist dafür verantwortlich, dass die Mitglieder der Rettungshundestaffel der Johanniter-Unfallhilfe (JUH) kreativ werden müssen. »Wir können glücklicherweise auf dem brach liegenden Gelände des Flughafens Gütersloh trainieren«, sagt Staffelleiter und Ortsbeauftragter Daniel Ernst.

Monika Schönfeld

Aus dem Blickwinkel des Gesuchten mit nur einigen Hunden, die die Enge vertragen: (von links im Uhrzeigersinn) Yuma mit Sandra Hoffmann, David Janus (hat einen Malinois, Frida), Anja Udewenz (Hermann, Deutscher Schäferhund; Oskar, Schweißhund-Mix), Rahel Riker (Bardino-Podenco-Mix, Fina), Daniel Ernst mit dem Terrier-Mix Sam, Maike Hildebrand (Holländischer Herder, Happy), Melanie Thiedecke mit Bizkit, einem Australian Cattledog, und Rosi Winkler (Malinois, Qajo). Foto: Monika Schönfeld

Jedes Wochenende, meist im Wechsel samstags und sonntags, treffen sich die zehn Mitglieder der Rettungshunde-Staffel mit ihren vierbeinigen Kollegen an der Straße Am Sportplatz. Von der JUH-Fahrzeughalle aus steuern sie ihr jeweiliges Trainingsgelände an. Die Rettungshundestaffel Schloß Holte-Stukenbrock ist im Wiederaufbau. Im JUH-Regionalverband OWL gibt es außerdem noch die Staffel Paderborn unter der Leitung von Mark Stelter.

Suche in der Fläche

Die JUH hat in der Rettungshundestaffel ausschließlich Flächensuchhunde. Die suchen Vermisste – die verwirrte Seniorin, die nicht mehr nach Hause findet, Kinder, die weggelaufen sind, Suizidgefährdete, Jogger, die zusammengebrochen sind oder Reiter, die das Pferd abgeworfen hat. »Unsere Hunde suchen nach Menschen, nicht nach bestimmten Menschen. Sie sind keine Mantrailer, die eine bestimmte Person suchen. Wir haben auch keine Leichenspürhunde und Trümmersuchhunde«, sagt Daniel Ernst. »Unsere Aufgabe liegt darin, Vermisste lebend zu finden.«

Leistungen zeigen

Die Mitglieder der Rettungshundestaffel kommen aus Schloß Holte-Stukenbrock, Bielefeld und Paderborn. Für Training und Einsatz steht ihnen ein Geländewagen und ein geländegängiges Einsatz-Quad zur Verfügung. Gerne zeigen sie Bürgern, was sie leisten – bei Vorführungen während des Schlittenhunderennens in der Senne, bei Festen und Veranstaltungen. Zuletzt hat die Paderborner Staffel im Bürgerpark zwischen Rathaus und Gymnasium agiert, während Daniel Ernst die Theorie während des Schulsanitätstages im Gymnasium vermittelt hat.

Alarmiert werden die Rettungshundestaffeln über das MANV-Konzept des Kreises Gütersloh über Melder (Massenanfall von Verletzten). »Die Alarmierungen sind stark zurückgegangen. Die Polizei setzt gerne die eigenen Mantrailer ein, obwohl die Kombination von Flächensuchhunden und Personenspürhunden optimal wäre.« 2017 war die JUH-Staffel nur drei Mal zu einem Einsatz gerufen worden.

Daniel Ernst (50) arbeitet seit 2006 mit Rettungshunden. Die Ausbildung betrifft Mensch und Tier. Die Ausbildung zum Hundeführer beinhaltet Module der Ersten Hilfe, die Karte-Kompass-Orientierung, Funken und eine festgelegte Folge von regelmäßigen Weiterbildungen. Der Hundeführer muss körperlich fit sein.

Der Hund muss sich einem Eignungstest unterziehen. »Ist er stark ängstlich oder aggressiv, dann fällt er durch und darf nie wieder vorgeführt werden.« Hunde können mit der Ausbildung im Welpenalter bis zum Alter von zwei Jahren beginnen, die Prüfung »in fremdem Gebiet, irgendwo in Deutschland« muss das Tier ablegen, bevor es sieben Jahre alt ist. Ganz unterschiedliche Hunderassen können eingesetzt werden – in der Staffel gibt es den Terrier-Mix, den Deutschen Schäferhund, den Malinois, Weimaraner, Australian Cattledog oder den Hannoverschen Schweißhund-Mix.

Stärken und Schwächen

Der Einsatzleiter muss Hunde und ihre Führer nach ihren Stärken und Schwächen einsetzen. Ein Hund, der gerne weit weg läuft, kann nicht an einer viel befahrenen Straße arbeiten. Leute mit und ohne Hund sind willkommen mitzuarbeiten. Wer nicht Hundeführer werden will, kann im Einsatzleitwagen arbeiten. Interessierte können eine E-Mail senden: [email protected]

Gemeinsame Sache

Die Rettungshundestaffel macht auch gern Aktionen zusammen mit der Johanniter-Jugend und dem Schulsanitätsdienst (SSD), den die JUH an allen weiterführenden Schulen in der Stadt anbietet (etwa 20 Teilnehmer ab Klasse 7). SSD-Ausbilderin ist Alina aus der Wieschen, die an den Schulen und in der JUH-Geschäftsstelle an der Kaunitzer Straße 96 unterrichtet.

Startseite
ANZEIGE