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Auf Mitarbeiter des Bauhofs prasselt Kritik ein – Probleme mit der Müllabfuhr bleiben auch kommende Woche

„Schnee lässt sich nicht wegzaubern“

Schloß Holte-Stuk...

Es gibt Jobs, die möchte man in diesen Tagen nicht unbedingt machen.

Dirk Heidemann

Bauhofleiter Andreas Elbracht (links) und Mitarbeiter Reinhard Rodenbeck mit einem der beiden Räumfahrzeuge, die in der Stadt unterwegs sind. Foto: Dirk Heidemann

Dazu zählt der von Bettina Brink. Sie arbeitet im Fachbereich Tiefbau und Umwelt der Stadtverwaltung und muss seit Anfang der Woche als Blitzableiter herhalten. Bei ihr melden sich verärgerte Bürgerinnen und Bürger, die sich darüber beschweren, dass bei ihnen die Straßen noch nicht vom Schnee befreit worden sind.

„Am Dienstag war es am heftigsten“, sagt Bettina Brink, die durchaus nachvollziehen kann, dass einige wenig Verständnis für die aktuelle Situation aufbringen. „Doch manchmal wird es unsachlich, wenn Thesen aufgestellt werden, die so einfach nicht stimmen. In einzelnen Fällen wird es sogar persönlich.“ Mitunter werde den Kollegen vom Bauhof auch unterstellt, dass sie faul seien und nichts tun. „Ich kann nur den Hut vor den Leuten ziehen, die bei den Temperaturen auf dem offenen Radlader sitzen. Da wurde schon viel bewegt, aber wegzaubern lässt sich der Schnee nicht“, sagt Bettina Brink.

„Wir räumen ja und sind täglich von 5 bis 17 Uhr unterwegs. Aber ein 420 Kilometer langes Straßennetz lässt sich eben nicht in einer Woche vom Schnee befreien Zudem hatten wir Nächte, in denen es bis zu minus 19 Grad kalt wurde“, sagt Bauhofleiter Andreas Elbracht. Die beiden großen Fahrzeuge, mit denen seine Kollegen unterwegs sind, können den Schnee in Wohnstraßen nur nach links oder rechts an die Seite schieben. Das wiederum verärgert mitunter die Hausbesitzer, die in mühevoller Arbeit vor ihren Grundstücken oder Einfahrten geräumt haben.

In einigen Ecken der Stadt gibt es zudem noch reichlich zu tun. Speziell in den Bereichen des Grauthoffgebiets sowie der Breslauer und der Königsberger Straße liegt weiterhin viel Schnee. Dort ist der Garten- und Landschaftsservice von Christian Österwinter mit zwei Radladern unterwegs. „Die können den Schnee aber auch nur plan machen und nicht abtransportieren“, sagt Andreas Elbracht, der eine Liste erstellt hat, nach der die Straßen abgearbeitet werden. Unterstützt wird der Bauhof bei den Räumarbeiten zudem durch das Unternehmen von Richard Brink (Metallwarenfabrikation).

Ein großes Problem stellt weiterhin die Müllabfuhr dar. „Das ist noch viel schlimmer als der Schnee. Die Leute sind teilweise ungehalten und fragen, wo sie mit den Tonnen hin sollen“, sagt Bettina Brink, die auch in der kommenden Woche noch mit Einschränkungen rechnet. Das sieht auch Andreas Elbracht so. Auf die Frage, ob die Müllfahrzeuge ab Montag alle Straßen erreichen können, antwortet der Bauhofleiter mit einem klaren Nein.

Schnee und Eis werden die Schloß Holte-Stukenbrocker also noch eine zeitlang begleiten. Wer nicht so lange warten will, bis der Bauhof alles geräumt hat, der sollte vielleicht selbst einmal zur Schaufel greifen. Das bietet sich vor allem in Sackgassen oder verkehrsberuhigten Zonen an. „In manchen Straßen wird daraus ein richtiges Event gemacht. Da kommt die Nachbarschaft zusammen und schaufelt gemeinsam“, weiß Bettina Brink.

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