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Mutter zeigt Mitarbeiterin des St.-Ursula-Kindergartens wegen Misshandlung ihres dreijährigen Sohnes an

Schwere Vorwürfe gegen Erzieherin

Schloß Holte-Stuk...

Schwere Vorwürfe erhebt eine Mutter gegen eine Erzieherin des St.-Ursula-Kindergartens. Sie soll am Montag ihren dreijährigen Sohn geschlagen haben. Die Mutter hat Strafanzeige wegen Kindesmisshandlung und Körperverletzung gestellt.

Monika Schönfeld

Eine Mutter erhebt den Vorwurf, eine Erzieherin des St.-Ursula-Kindergartens habe ihren dreijährigen Sohn geschlagen. Foto: Monika Schönfeld

Der Träger der Einrichtung, die gemeinnützige GmbH Katholische Kindertageseinrichtungen Minden-Ravensberg-Lippe, hat das Kreis- und das Landesjugendamt informiert. „Wir nehmen den Vorwurf ernst und werden alles tun, um den Fall aufzuklären“, sagt Geschäftsführer Detlef Müller. Die beschuldigte Erzieherin bestreitet, den Jungen geschlagen zu haben.

Die Mutter (34, Name der Redaktion bekannt) berichtet in ihrer Anzeige, dass der Kindsvater, mit dem sie nicht mehr zusammenlebt, den Jungen am Montag nach dem Lockdown seit Mitte Dezember am ersten Tag in den Kindergarten gebracht habe. Abends habe der Junge, der bald vier Jahre alt wird erzählt, dass sein erster Kindergartentag „nicht so schön“ gewesen sei. Er habe mit den anderen Kindern nach draußen gewollt, sei von der Beschuldigten festgehalten und beschimpft worden („ich scheiß auf dich“). Als sich der Junge losreißen wollte, habe sie ihn mehrfach geschlagen. „Mein Sohn zeigte auf sein Gesicht, auf den Hinterkopf und auf den Hintern. Sie hat ihn mit der flachen Hand an die drei Stellen geschlagen. Ich fragte, ob es vielleicht ein leichtes Husch-Husch auf den Hintern war. Dies verneinte er und meinte, es habe richtig weh getan. Er hat geweint“, so die Mutter. Mehrere Kinder sollen das gesehen haben. Die Mutter habe in Abständen immer mal wieder gefragt, das Kind habe aber immer denselben Hergang berichtet. Ihr Sohn sei seit einem Jahr trocken, habe sich in der Nacht aber eingenässt. Das sei bisher nur einmal passiert, als der Familienhund überfahren und tot vor dem Haus liegen gelassen worden sei. In der Nacht von Montag auf Dienstag habe das Kind auch unruhig geschlafen und im Schlaf geschrien.

Polizei zur Hilfe gerufen

Am Dienstag habe sie ihren Ex-Freund gebeten, den Fall zu klären. Der Dreijährige habe auf die Frau gezeigt, die ihn geschlagen habe. Die habe sich aber dem Vorwurf nicht gestellt, sondern sei davongelaufen. Der Vater wurde gebeten, den Kindergarten zu verlassen und das Kind mitzunehmen. „Die Situation eskalierte. Er ließ unseren Sohn da, weil der spielen und nicht gehen wollte.“ Offenbar ging es hitzig zu, so dass der Kindergarten die Polizei zu Hilfe gerufen hat. In der Zwischenzeit war aber die Situation beruhigt worden.

Die Mutter hat am Dienstag das Gespräch mit der Kindergartenleiterin und einer zweiten Erzieherin geführt, die Beschuldigte sei aber nicht dabei gewesen. „Die Situation, wie sie von unserem Sohn geschildert wurde, fand tatsächlich so statt. Zu den Schlägen haben sich die beiden nicht geäußert. Es hieß lediglich, sie würden ihr das nicht zutrauen.“ Die Kindergartenleiterin und die Erzieherin hätten versucht, den Verdacht auf den Vater zu lenken. „Sie haben versucht, mir einzureden, dass unser Sohn Aufmerksamkeit sucht. Ich halte das für eine Masche. Ich bin selbst ausgebildete Pädagogin und dazu qualifiziert, Erzieher auszubilden. Ich kenne diese Rettungsversuche, die sie dort unternahmen.“ Sie habe als Mutter in diesem Gespräch alle anderen Dinge thematisiert, die sich seit August 2020 bei ihr aufgestaut hatten. Sie wirft dem Kindergarten vor, mehrfach die Aufsichtspflicht verletzt zu haben, nicht dazwischen gegangen zu sein, als ihr Sohn von einem älteren Kind körperlich angegriffen worden sei, so dass er Nasenbluten bekam.

Träger: Es gibt kein Tabu

Von diesen früheren Vorwürfen weiß das Jugendamt des Kreises Gütersloh. „Wir bemühen uns darum, für das Kind einen anderen Kindergarten zu finden. Das ist nicht so einfach mitten im Kindergartenjahr“, sagt der Sprecher des Kreises, Jan Focken. Für die Aufsicht über die Kindergärten ist das Landesjugendamt zuständig. Beide Behörden, so sagt der Geschäftsführer der katholischen Kindertagesstätte, Detlef Müller, seien am Dienstag benachrichtigt worden. „Wir haben den Vorwurf dem Jugendamt und dem Landesjugendamt angezeigt. Es gibt kein Tabu. Wir nehmen beide Positionen ernst, auch wenn es immer schwierig ist, wenn sich der Vorwurf nur auf den Bericht eines Kindes stützt. Ich nehme das persönlich sehr ernst und habe den absoluten Willen, den Fall aufzuklären.“

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