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Pflegekraft in DRK-Wohngemeinschaft in Schloß Holte-Stukenbrock fristlos entlassen

Senior trinkt Desinfektionsmittel

Schloß Holte-Stuk...

In der Senioren-Wohngemeinschaft Cara Vita des DRK in Schloß Holte-Stukenbrock hat in der Nacht zu Dienstag ein 89-Jähriger Bewohner Desinfektionsmittel aus einer Flasche getrunken und sich damit vergiftet.

Monika Schönfeld

In dieser Wohngemeinschaft hat sich ein 89-Jähriger vergiftet, der an Demenz leidet und mit Covid-19 infiziert ist. Foto: Gunnar A. Pier

Der Mann leidet an Demenz und befand sich als Corona-Infizierter in Quarantäne. Eine Mitarbeiterin des Frühdienstes fand den Mann um 6 Uhr in einem hilflosen und lebensbedrohlichen Zustand.

Die Frau alarmierte umgehend den Rettungsdienst. Mit Blaulicht wurde der Bewohner daraufhin in das Gütersloher St.-Elisabeth-Hospital gebracht. Am Mittwoch habe sich der Zustand des Mannes stabilisiert, sagte Rainer Stephan, der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Wie sich im Laufe des Dienstags herausstellte, war die kritische Lage des Bewohners bereits nachts gegen 3.30 Uhr einer Pflegekraft bei einem Routine-Kontrollgang aufgefallen. Der Mann hatte das Desinfektionsmittel in der Hand. Wie er daran gekommen war, ist unklar. Normalerweise soll es vor dem Zugriff Unbefugter verschlossen sein. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen soll die Mitarbeiterin jedoch falsch reagiert und nicht die für einen derartigen Fall vorgesehenen Maßnahmen ergriffen haben. So verzichtete sie laut DRK auf eine Alarmierung des Rettungsdienstes.

Das DRK hat die langjährige und als zuverlässig geltende 50-jährige Pflegekraft umgehend freigestellt und fristlos entlassen. Die Polizei ist vom Krankenhaus und vom Roten Kreuz unterrichtet worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Das DRK befinde sich in engem Austausch mit den Behörden. Dennis Schwoch, Vorstandssprecher des DRK-Kreisverbands: „Für dieses folgenschwere Fehlverhalten der Mitarbeiterin fehlt uns jegliches Verständnis. Worte können nicht ausdrücken, wie sehr wir die Situation bedauern. Unsere Gedanken sind jetzt in dieser schweren Zeit bei unserem Bewohner und seinen Angehörigen. Unser größter Wunsch ist, dass der Mann bald gesund wird.“

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