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Vorstand meldet sich zum Standort der Flüchtlingsunterkunft zu Wort

Senioren-Union votiert für Liemke

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Für die Senioren-Union ist die Unterbringung von Flüchtlingen in Liemke zumutbar und behindert nicht die Integrationsbemühungen«, schreibt der Vorstand der Senioren-Union Schloß Holte-Stukenbrock in einer Stellungnahme, die er während einer Sitzung am Donnerstag im Gasthof Zur Post verfasst hat.

Soll auf dem ehemaligen Campingplatz ein Flüchtlingsheim entstehen oder neue Wohnraum? Foto: Matthias Kleemann

Liemke als Wahl stärke vielmehr die Aufnahmebereitschaft, wenn man davon ausgehe, das Gelände am Föhrenweg in unserer zunehmend älter werdenden Gesellschaft für altengerechtes Wohnen vorzuhalten, quasi als Dankeschön für die Generation, »die unser Land mit aufgebaut hat und nicht aus der Mitte der Gesellschaft abgeschoben werden soll«.

Wenn sich die Politik weiterhin überwiegend nur mit den »so genannten Randgruppen« befasse und dabei die Interessen und Sorgen der aufnehmenden Gesellschaft aus dem Blick verliere, dürfe sie sich nicht wundern, dass dann »rechtes Gedankengut« wachse und Parteien am rechten Rand davon profitierten, die zudem auf die komplexen Fragen unserer Zeit mit ihren einfachen Antworten punkten könnten und Zulauf hätten.

Der Vorstand zitiert die Menschenrechtskonvention: »Jeder Mensch hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.« Dieser Grundsatz gelte in all den Ländern, die diese Erklärung unterzeichnet haben, so auch bei uns in Deutschland. »Seit der Zunahme der Flüchtlingszahlen im Jahre 2015 hilft die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in SHS in vorbildlicher Weise bei existenzieller Not und der Integration vor Ort.

Menschen aus anderen Kulturkreisen können ihren Normenkodex nicht einfach ablegen

Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass die Menschen, die aus anderen Kulturkreisen kommen, ihren Normenkodex nicht einfach ablegen können und sich so verhalten, wie gewohnt. Sie sehen sich also einer bestimmten Verhaltenserwartung der aufnehmenden Gesellschaft ausgesetzt und müssen dazwischen balancieren.«

Materiell und finanziell helfe ihnen das Asylbewerber-Leistungsgesetz, das, gemessen an der Situation im Herkunftsland, eine hilfreiche Besserstellung darstelle. Es sei also zu fragen, was für diesen Personenkreis zumutbar ist im Verhältnis zur aufnehmenden Gesellschaft. »Hilft dabei die Zuspitzung bei der Wahl der Flüchtlingsunterkunft Föhrenweg oder Liemke, wenn vom Gerechtigkeitsempfinden alle Ortsteile gleichermaßen an der Integration zu beteiligen sind, was Konsens war?«

Für viele Flüchtlinge sei die Versorgung und Freiheit hier vor Ort ein gewaltiger existenzieller und kultureller Sprung, der auch persönlich geschafft werden müsse. Neben der staatlichen und kommunalen Hilfe schaffe die Flüchtlingshilfe dafür gute Rahmenbedingungen und stelle Fahrräder zur Verfügung, damit Ziele relativ schnell erreicht werden können.

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