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Prinzessin Dr. Traute zur Lippe begleitet den Auftrieb

Senner Pferde sind zurück in der Moosheide

Schloß Holte-Stukenbrock/Hövelhof (WB). Die Wintersaison auf dem Güsenhof in Paderborn-Sennelager ist beendet. Seit Samstag sind die Senner Pferde zurück in ihrem Sommerquartier im Naturschutzgebiet Moosheide – und das ganz ohne lästige, kleine Begleiter.

Manuela Fortmeier

Zur Freude der Besucher gelingt es Frank Ahnfeld von der Biologischen Station am Samstagmorgen, alle Senner Pferde im Naturschutzgebiet Moosheide ganz nah an den Zaun des Geländes zu holen. Foto: Manuela Fortmeier

Dem ehrenamtlichen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft »Senner Pferde« von der Biologischen Station Paderborn-Senne, Aloys Sielhorst, ist die Freude über den gelungenen Transport anzusehen: »Man kann nur dankbar sein, dass alles so wunderbar geklappt hat.« Zum Glück sei die auf Grund des schwülen Wetters in den vergangenen Tagen befürchtete Fliegenplage ausgeblieben.

Im Beisein der Schirmherrin, Durchlaucht Prinzessin Traute zur Lippe, wurden die vier Stuten und die vier Hengste auf ihre 24 Hektar große »Sommerresidenz« entlassen – ein Gelände, das der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock, der Gemeinde Hövelhof und dem Bundesvermögensamt gehört. Bis zum Herbst bleiben die Senner Pferde, von denen es weltweit nur rund 50 gibt, hier und werden sich selbst versorgen müssen. Nur frisches Wasser gibt es, das der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Hövelhof täglich bereit stellt.

Feuerwehr sorgt für Trinkwasser

»Auch wenn wir die regelmäßige Kontrolle der Senner Pferde hier engmaschig regelmäßig selbst übernehmen, sind wir der Freiwilligen Feuerwehr Hövelhof und dem nächsten Grundstücksnachbarn Alfred Maciejewski sehr dankbar für die Unterstützung«, sagt Sielhorst.

»Wenn man Nachbarschaft im traditionellen Sinne interpretiert, übernimmt man doch auch eine soziale Verpflichtung und Verantwortung«, ist es für Maciejewski »reine Ehrensache«. Sielhorst dankt auch dem Tierarzt Heiner Vorbohle, der die Tiere das ganze Jahr über ehrenamtlich versorgt und die Transporte im Frühling und Herbst begleitet.

Pferde pflegen Flächen

Im Jahr 2000 wurde das Projekt »Senner Pferde«, in dem die Biologische Station Paderborn-Senne mit dem Zuchtverband Senner Pferde kooperiert, ins Leben gerufen. »Mit diesem Beweidungsprojekt der Senner Pferde konnten wir unserem Anliegen der Flächenpflege bislang hervorragend nachkommen«, sagt Peter Rüther, Leiter der Biologischen Station.

Das Projekt sieht vor, dass die Pferde sich im Sommer auf den Weiden im Naturschutzgebiet Senne alleine versorgen. Nur für ausreichendes Frischwasser wird gesorgt. Sollte festgestellt werden, dass die Pferde nicht ausreichend Nahrung finden, kann schnell ein Antrag zur Ausnahmeregelung gestellt werden, der dann die sofortige Zufütterung erlaubt.

Prinzessin Traute zur Lippe ist zusammen mit ihrem Neffen Dr. Leopold Theodor Heldmann gekommen »Ich kenne die Senner Pferde schon lange. Sogar an die Geburt von Hengst Fidelio kann ich mich sehr gut erinnern. Die Senner Pferde sind eine ganz besonders zähe und tapfere Pferderasse«, sagt die Prinzessin. Früher seien diese sogar bei militärischen Einsätzen benötigt worden. »Sie sind eine Rasse, die es wert ist, dass man sich für sie engagiert, aber sie sind auch Leckermäulchen«, weiß die Prinzessin. Deshalb hat sie für die Pferde natürlich etwas dabei: Sie hält den Pferden einen Apfel entgegen. So, wie sie es jedes Jahr zum offiziellen Auftrieb der Senner Pferde tut.

Hoffnung auf Nachwuchs

Etwas traurig ist Aloys Sielhorst darüber, dass es mit dem Nachwuchs in diesem Jahr »leider nicht geklappt« hat. »Es sollte nicht sein«, bedauert der Verler. Für das kommende Jahr hoffen er und die anderen Projektmitglieder, dass es dann in der Herde Nachwuchs gibt.

Die Senner Pferde gehören zu einer der ältesten, bekanntesten Pferderasse. Bundesweit gebe es von der vor dem Aussterben bedrohten Haustierrasse, den Sennern, etwa gut 40 Tiere. Einige davon leben im Freilichtmuseum in Detmold. »Die Senner Pferde sind sehr genügsam, robust und auch trittsicher«, erklärt Aloys Sielhorst. Gerade im Naturschutzgebiet sei die Trittsicherheit »ein nicht zu unterschätzendes Merkmal der Tiere«.

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