1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Schloss-holte-stukenbrock
  6. >
  7. Stadt bezahlt FFP2-Masken

  8. >

Für Bedürftige und bei Lücken in der Versorgung der Bürger

Stadt bezahlt FFP2-Masken

Schloß Holte-Stuk...

Politik und Verwaltung wollen den Infektionsschutz auch dort sicherstellen, wo die Menschen es sich nicht leisten können, die teuren FFP2-Masken selbst zu bezahlen. Das haben die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses beschlossen.

Monika Schönfeld

Aus dem städtischen Haushalt werden 10.000 Euro zur Verfügung gestellt. Damit werden FFP2-Masken für Menschen bezahlt, die sie sich nicht selbst leisten können. Kostenlose Masken für alle über 60 wurden allerdings abgelehnt. Foto: Monika Schönfeld

Der Antrag der SPD ging ursprünglich so weit, dass alle Bürger ab dem 60. Lebensjahr FFP2-Masken von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen. Dafür beantragte Ulrich Sigrist 30.000 Euro. Dieser Teil des Antrags wurde mehrheitlich abgelehnt. Einstimmig haben die Politiker allerdings beschlossen, dass Bürger, die Sozialleistungen wie Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung, Wohngeld, Asylleistungen und Leistungen des Jobcenters erhalten, bei Bedarf FFP2-Masken kostenlos erhalten. Dafür stellt die Stadt 10.000 Euro bereit.

Ulrich Sigrist berichtetet, er arbeite auf einer Corona-Station und erlebe, dass Mutationen des Virus wesentlich ansteckender seien. Solch eine Maske lasse sich aufbereiten, so dass sie mehrfach benutzt werden kann. Mit zehn Masken komme der Bürger bis in den April.

Stefan Burckardt (CDU) fragte, was die Stadt in dieser Sache noch für die Schulen leisten müsse. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr und Christiane Vornholt, Leiterin des Fachbereichs Soziales, berichteten, dass voraussichtlich die Schulen und Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen als erste geöffnet werden. Lehrer seien über das Land von der Stadt bereits zwei Mal mit Masken versorgt worden. Ob auch für die Schüler FFP2- oder OP-Masken zur Verfügung gestellt werden müssen, sei noch nicht klar.

Senioren und durch ihre Krankheit berechtigte Menschen erhalten Gutscheine für sechs Masken, Bedürftige erhalten über das Jobcenter zehn. Die Bezirksregierung habe 4000 für Leistungsempfänger ab 14 Jahren zur Verfügung gestellt. Verteilt werden kostenlose FFP2-Masken über den Caritas-Warenkorb und das Familienzentrum.

Michael Brechmann (CDU) sagte, man könne den Bedarf noch nicht überblicken. Er plädiere dafür, dass die Stadt eine Lücke in der Versorgung fülle, wenn diese erkennbar werde.

Thorsten Baumgart (FDP) hält das Anliegen für richtig, verweigert aber das Gießkannenprinzip für alle über 60 Jahre. „Ein Großteil ist nicht darauf angewiesen. Auf Kosten des Steuerzahlers sollten wir nur die versorgen, die es nötig haben.“

Auch Britta Rusch (CSB) verwies auf parallele Aktivitäten wie die einiger Krankenkassen und des Familienzentrums. „Wir müssen die Steuergelder im Auge behalten. Für Bedürftige gehen wir diesen Weg aber mit.“

Bernd Eickelmann (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, die Stadt gebe denen Schutz, die es sich nicht leisten könnten.

Startseite