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CO2-Ausstoß halbieren bis 2030 – zukunftsorientierte Energiekonzepte für Neubaugebiete

Stadt verordnet sich hohe Klimaziele

Schloß Holte-Stuk...

Ambitionierte Umweltziele will sich die Stadt geben. Einstimmig hat der Umwelt-, Klima- und Infrastrukturausschuss auf Antrag von Bündnis 90/Die Grünen eine Reihe von Zielen im Haushaltsplan festgeschrieben.

Monika Schönfeld

Die CO2-Ampel zeigt in der Sitzung des Ausschusses an, wann gelüftet werden muss. Städtisches Ziel wird, den CO2-Ausstoß bis 2030 zu halbieren. Foto: Monika Schönfeld

Ambitioniert

Ludwig Rieke (Bündnis 90/Die Grünen) stellte eine Fülle von Anträgen, denen der Ausschuss folgte. Beim European Energy Award soll die Stadt die Auszeichnung Gold erreichen. Klimaschutzmanagerin Stefanie Schäfer sagte dazu, dass Gold eventuell noch nicht 2021 erreichbar sei, die Auszeichnung aber greifbar sei, zumal einige Projekte in der Stadt wie ein Nahwärmenetz bereits auf den Weg gebracht worden sind.

Außerdem folgte der Ausschuss dem grünen Anliegen, die Stadt bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu machen. Das unterschreitet die Ziele der Bundesregierung um zehn Jahre. Außerdem soll der CO2-Ausstoß pro Jahr und Einwohner bis zum Jahr 2030 auf fünf Tonnen gesenkt werden. Schäfer sagte dazu, dass der Wert im Jahr 2018 bei 10,4 Tonnen gelegen habe. „Hier sind wir noch nicht auf dem Weg. Da müssen wir mehr leisten.“ Das Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein, setzten sich viele Kommunen.

Bürgermeister Hubert Erichlandwehr sagte, solche Ziele, die im Haushaltsplan festgeschrieben werden, seien ein gutes Zeichen nach außen. „Alle Bürger müssen mitmachen. Wir stellen jedes Jahr die Ziele auf den Prüfstand.“

Für neue Baugebiete will Ludwig Rieke außerdem, dass zukunftsorientierte Energiekonzepte erstellt werden. Michael Ottenstroer, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Tiefbau und Umwelt, verweist auf das geplante „kalte Nahwärmenetz“, das für das Baugebiet am Föhrenweg/In den Tannen geprüft wird. Rieke will außerdem in Neubaugebieten durch die Ausrichtung der Gebäude aktive Solarnutzung ermöglichen. Ebenso einstimmig wurde Ulla Lehmanns (FDP) Antrag beschieden, die Anlage privater Fotovoltaikanlagen zu fördern.

Ladestationen

Einstimmig wurde außerdem der Antrag der CDU beschieden, 60.000 Euro für Ladestationen für Elektrofahrzeuge bereitzustellen. Maik Dück: „Über die Stadtwerke sollen die Ladestationen an der Ems-Erlebniswelt, an der Wapelaue und am Kirchplatz installiert werden.“

Kläranlage

Mit der Fertigstellung der vierten Reinigungsstufe für die Kläranlage wird im ersten Quartal gerechnet. 1,38 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Mit dieser Stufe werden auch Medikamentenrückstände im Abwasser neutralisiert, die von Menschen ausgeschieden werden. Ludwig Rieke sagte, er freue sich darüber. Das veranlasste Christian Hayk (CDU) zu einem süffisanten Kommentar: „Ich freue mich, dass Sie sich über die vierte Reinigungsstufe für die Kläranlage freuen. Das kann man nur machen, wenn die Mittel dafür zur Verfügung stehen. Ich sag das nur. Sie haben bei vielen Haushaltsverabschiedungen nicht mit Ja gestimmt.“

Ausgleichsflächen

Wenn in der Stadt Flächen versiegelt werden – durch den Hausbau oder den Bau von Gewerbegebieten – muss ein Ausgleich geschaffen werden. Ludwig Rieke hat sich knapp damit durchgesetzt ein innovatives Ausgleichsflächenkonzept für das gesamte Stadtgebiet zu erstellen, das in sich geschlossen ist. Der Ausgleich soll also nicht auf Flächen geschaffen werden, die nicht im Stadtgebiet liegen. Dass es nur dafür so genannte Ökopunkte gibt, fand allerdings keine Mehrheit.

Förderprogramm

Für ein kommunales Förderprogramm für Dach- und Fassadenbegrünungen und Passivhäuser (Antrag der Grünen) stehen 60.000 Euro im Haushalt bereit, für Baumpflanzungen im Stadtgebiet (Antrag der FDP) 15.000 Euro.

Hoheitlich

Der Bau eines Regenrückhaltebeckens im geplanten Neubaugebiet Fichtenbrink spart 200.000 Euro für den Regenwasserkanal. Für Schmutzwasserkanäle im geplanten Gewerbegebiet Stukenbrock-Senne sind für 2021 im Haushalt 500.000 Euro, für nächstes Jahr 1,15 Millionen Euro vorgesehen. Ludwig Rieke würde die Summe gern den Investoren aufbürden. Das geht allerdings nicht. Ottenstroer: „Abwasserbeseitigung ist eine hoheitliche Aufgabe.“

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