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Feuerwehr-Löschzug Schloß Holte zeigt Einsatz von Atemschutz und Wärmebildkamera

Stochern im Nebel

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Rauch hat den Flammen beim Tag der offenen Tür des Löschzugs Schloß Holte die Schau gestohlen. Erst näherten sich Kinder und Erwachsene dem verrauchten Zelt vorsichtig. Die Kinder konnten dann aber gar nicht genug davon bekommen, im Nebel zu stochern.

Monika Schönfeld

Fabian Seja zeigt Annabell (5) und Leon (6), wie die Wärmebildkamera funktioniert. Die Kinder lassen sich dann durch das vernebelte Zelt führen, das stellvertretender Löschzugführer Holger Schlepper (hinten) für sie aufhält. Das war am Sonntag der Publikumsmagnet. Foto: Monika Schönfeld

»Wir nehmen Ihnen die Sicht. Erleben Sie die Perspektive der Feuerwehr«: Fabian Seja geht in die Hocke und zeigt den Kindern, was die Feuerwehrleute im Rauch auf der Wärmebildkamera erkennen. Im vier mal sechs Meter großen Zelt ist nur noch weißer Nebel zu sehen. Disconebel. Würde es wirklich brennen, wäre es schwarzer Rauch und heiß. »Da ist der Strahl der Taschenlampe einfach weg«, sagt Seja. Im Zelt kann man gerade noch auf Armlänge erahnen, dass andere Menschen im Zelt sind. Hindernisse liegen im Weg, eine Gitterbox und eine Puppe.

Erst vor einer Woche waren die Atemschutzteams beim Brand eines Hauses an der Sender Straße im Einsatz. »Wir müssen uns auch ohne Wärmebildkamera orientieren können und gehen immer an der Wand lang. Zur Not weist der Schlauch den Rückweg.« Atemschutzteams sind immer zu zweit unterwegs. Jeder trägt mit Schutzkleidung, Maske, Werkzeug und Atemluftflasche mindestens 28 Kilogramm mit sich. Beide aus dem Team bleiben zusammen, sie müssen auch unter Stress arbeiten und den Weg hinaus finden.

Gefährlicher Einsatz

»An der Sender Straße haben sich zwei Teams abgewechselt. Ich habe mit unserem Löschzugführer Fabian Johann-vor-der-Brüggen zusammengearbeitet. Ein Sicherheitstrupp aus Stukenbrock stand bereit, um uns im Notfall zu retten«, berichtet Seja. Der Einsatz in einem brennenden und verrauchten Haus ist gefährlich, der Boden droht einzubrechen, durch die Hitze können Teile abgesprengt werden und die Einsatzkräfte verletzen.

Das vernebelte Zelt war der absolute Publikumsmagnet. Davor zeigten Eric Plath und Marcel Eikelmann die Atemschutzausrüstung, die getragen werden muss. Alexander Balsliemke ließ Kinder mal versuchen, eine Atemluftflasche zu heben. »Boah, die ist schwer«, sagt der vierjährige Ben, »totaler Feuerwehrfan«, wie seine Mutter sagt. Teile der Ausrüstung eignen sich als Accessoire für die Fotos, die Thorsten Hano und Balsliemke von den Kindern als Souvenir machen, während Thomas Bachmair die Funktionsweise von Feuerlöschern und Löschdecken und die unterschiedlichen Rauchmelder erklärt.

Sven Glasneck lässt für John-Jay (4) mehrfach die Garage im Rauchhaus brennen. »Noch mal«, fordert der Kleine, als der Brand sich im Playmobil-Haus verzogen hat.

Fußball befeuert Stimmung

Befeuert durch den Last-Minute-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Schweden herrschte zum Fire-Abend am Samstag gute Stimmung nach dem Rudelgucken. »Wir haben ausgelassen gefeiert. Alle waren friedlich und zufrieden«, sagt Löschzugführer Fabian Johann-vor-der-Brüggen. Das Städtische Blasorchester machte am Sonntag zum Frühschoppen drei Stunden lang Musik, später gab es selbst gemachten Kuchen.

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