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Liemker Halloween-Fest fällt aus: Doch Andreas Ross beschenkt die Nachbarskinder mit geschnitzten Kürbissen

Teuflisch grinsende Gemüseköpfe

Schloss Holte-Stu...

Die Augen von Jonas Busche und seinem Bruder Luca strahlen – die Gesichter ihrer ausgehöhlten Kürbisse flackern mit einem schiefen Grinsen. Staunend stehen die beiden Liemker Jungs auf dem Hof von Andreas Ross an der Kaunitzer Straße. Die Brüder sind am Donnerstag vorbei gekommen, um sich einen Halloween-Kürbis auszusuchen.

Uschi Mickley

Andreas Ross hat schaurig-schöne Kürbisse geschnitzt. Luca (links) und sein Bruder Jonas ­haben sich schon ein Prachtstück ausgesucht. Foto: Uschi Mickley

Von lustig bis schaurig-schön reihen sich die orangefarbenen Gemüseköpfe auf einem gespenstisch geschmückten Tisch aneinander. Heute zum Gruselfest Halloween wird Kürbisschnitzer Andreas Ross die dickbäuchigen Gesellen mit einer Tüte „Süßes und Saures“ an Kinder in der Nachbarschaft verteilten, damit sie trotz der Corona-Krise in der schaurigsten Nacht des Jahres nicht auf echten Gruselspaß verzichten müssen. Andreas Ross, von allen Rossi genannt, ist Profi im Kürbisschnitzen. An zwei Tagen hat er das Messer gezückt und insgesamt 19 Exemplare in Handarbeit geschnitzt und fantasievoll verziert.

Der elfjährige Jonas zeigt auf einen mittelgroßen Kopf mit Federschmuck. „Den möchte ich haben, weil er wie ein Kaninchen aussieht und ich züchte ja welche“, begründet er seine Wahl. „Meinst du wirklich?“, entgegnet der 56-Jährige. Er lächelt ungläubig, stellt dann aber fest, dass die Nase ein wenig der des Haustiers ähnelt. Dem achtjährigen Luca hat es dagegen ein „Raubtier-Kürbis“ mit spitzen Zähnen angetan.

Als langjähriger Dekorateur am Theater Bielefeld hat Andreas Ross ein geschicktes Händchen für das gespenstische Halloween-Beiwerk. Er hat seinen Beruf zum Hobby gemacht und zaubert mit selbst gefertigtem Werkzeug aus den Kürbissen wahre Kunstwerke. Riesenköpfe mit langen Ohren oder der „Einäugige“ als Klassiker und auch ein Exemplar mit schielenden Augen als echtes Novum sowie viele weitere Prachtstücke sind bei den Nachbarskindern heiß begehrt.

Beim traditionellen Halloween-Nachbarschaftsfest, das in Liemke seit 15 Jahren alljährlich gleich nebenan bei der Familie Bröckling veranstaltet wird, sorgte Andreas Ross mit seiner aufwendigen Grusel-Dekoration stets für gespenstische Höhepunkte. Doch wegen der Corona-Pandemie war unvermeidbar, das Spektakel abzusagen. Auch die beiden Jungs hatten sich schon lange darauf gefreut, doch nun wird Halloween daheim gefeiert. Die Brüder können sie es gar nicht abwarten, bis die Dunkelheit anbricht und die Fratzen eindrucksvoll in den Abend hinein leuchten.

Aufwendig und detailreich hat Andreas Ross in seiner Kunstschmiede zwei weitere lebensgroße Figuren gestaltet. So wacht die Metallskulptur „Edgar“, der die Häuser der Nachbarschaft behütet, bereits seit 18 Jahren über den Weg, wie es Andreas Ross mit einem Augenzwinkern erklärt. Ein skurriler Hingucker ist auch eine schaurige Engels-Figur im Rost-Design. Die Materialien hat der Künstler allesamt auf dem Schrottplatz gesammelt.

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