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Whatever-Happens-Festival: 250 Besucher sind dabei - mit Video

Toten-Hosen-Star überrascht

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Musikfans aufgepasst: Der Geheimtipp überrascht aufs Neue. Zum zweiten Mal fand das Whatever-Happens-Festival auf dem Hof Brechmann statt. Das ließ sich auch ein Bandmitglied der Toten Hosen nicht entgehen.

Hendrik Fahrenwald

Überraschung: Kurzfristig stattet Vom Ritchie, Schlagzeuger der Toten Hosen, dem Whatever-Happens-Festival auf dem Hof Brechmann einen Besuch ab. Zusammen mit TV Smith tritt er in der Nacht von Freitag auf Samstag auf. Foto: Hendrik Fahrenwald

Es ist das ruhigste Festival, auf dem ich je war«, sagte Christian Stumfol am Samstagabend. Er hat schon viel erlebt, Stukenbrock-Senne so  aber noch nicht. Wäre er mit seiner Folk-Rock-Band schon am Freitag  gekommen, wäre sein Eindruck ein anderer gewesen. Da summte  keiner auf den ausgebreiteten Decken im Garten vor der Bühne leise vor  sich hin und klatschte ab und zu  im Takt.

Stattdessen herrschte vor der zweiten Bühne, auf der Deele, ausgelassene Stimmung. Nach Mitternacht sorgte der 62-jährige TV Smith mit dem 53-jährigen Vom Ritchie für Furore. Der Schlagzeuger der Toten Hosen war der Stargast. Zusammen spielt das Punk-Duo nur eine handvolle Konzerte im Jahr. Auf der zunächst vergessenen Set-List: Der englische Toten-Hosen-Rocksong »Pushed Again«. »Den habe ich mit Campino geschrieben«, sagte TV Smith. Das war vor etwa 20 Jahren.

Die Besucher jubelten, der Auftakt war geglückt. Wie es zu der Überraschung kam: »Da um unser Festival herum ein paar Toten-Hosen-Konzerte ausgefallen sind, gab es die Möglichkeit, dass Vom bei uns das wunderbare Konzert spielt«, sagte André Küpper. Er ist für die Zusammenstellung des Line-ups zuständig. Künstler auf den idyllischen Bauernhof zu bekommen, war kein Problem.

»Total entspannt«

»Wenn man etwas ›Festival‹ nennt, ist es leicht, Zusagen von Bands zu bekommen, weil sie alle auf Festivals spielen wollen«, sagte Küpper. Etablierte Singer-Songwriter wie Antje Schomaker oder Patrick Craig präsentierten ihre Gefühlswelt. Wie allen Künstlern hat es auch Stumfol gefallen, »weil alles wunderschön ist«.

Das fand auch Ulrike Ahnfeldt aus Stukenbrock-Senne, die zum ersten Mal dabei war. »Ich bin begeistert, es ist alles total entspannt.« Verena Ossoinig vom Veranstaltungsteam freute es. »Es ist schön, dass unser Konzept aufgeht.« Familien reisten an und übernachteten in Zelten.

»Wir haben alle Altersklassen hier«, sagte Daniel Telaar, der mit seiner Frau Anika dort wohnt, wo zwei Tage eine neue, kleine Gemeinde entstand. Und wo Songwriter John Allen vor zwei Jahren mit einem Gartenkonzert die Veranstalter zur Idee zum eigenen Festival bewog. Natürlich durfte er zum Ausklang nicht fehlen. Denn keiner bringt den besonderen Geist so herüber wie er. Beschaulich liebevoll und unaufgeregt vereinend.

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