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Synaxon AG erringt Platz 1 im Wettbewerb „Familie gewinnt“

Vertrauen zahlt sich aus

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). „Je mehr wir für die Mitarbeiter tun, desto erfolgreicher sind wir.“ Das sagt der Vorstandsvorsitzende der Synaxon AG, Frank Roebers. Und es ist mehr als ein Lippenbekenntnis. Synaxon hat den 1. Platz des Wettbewerbs „Familie gewinnt“ errungen. Der Erfolg des Unternehmens, so Roebers, lasse sich an Zahlen ablesen. Die Bleibedauer der Mitarbeiter nimmt zu, Krankheiten wie Burnout nehmen ab.

Monika Schönfeld

Frank Geise, Leiter des Stabes (links), und Synaxon-Vorstand Frank Roebers mit der Trophäe des Wettbewerbs „Familie gewinnt“. Ihre Überzeugung: Es kann einem Unternehmen nur wirtschaftlich gut gehen, wenn es die Mitarbeiter gut behandelt. Foto: Monika Schönfeld

„Wir sind ein wissensgetriebenes Unternehmen. Jeder, der geht, nimmt Wissen mit und wir müssen wieder von vorn anfangen“, sagt Roebers. „Deshalb müssen wir aufpassen, dass die Mitarbeiter nicht ausbrennen. Ein vernünftiges Privatleben muss ihnen deshalb ermöglicht werden – für viele ist das ein Familienleben.“

Frank Roebers

Seit 13 Jahren entscheiden alle Mitarbeiter mit, ändern unzensiert und bisher unwidersprochen Abläufe. „Es gab bisher 600.000 Änderungen, die Mitarbeiter vorgeschlagen haben – und kein einziges Veto. Das zieht Leute an, die gestalten wollen.“ Roebers sagt, dass es bisher schon möglich gewesen sei, maximal zwei Tage in der Woche nach Zustimmung des Vorgesetzten von zu Hause aus zu arbeiten. „Home-Office“ heißt der Fachbegriff.

2019 sei das Unternehmen noch einen Schritt weiter gegangen. Jetzt herrscht hier Vertrauensarbeitszeit für die meisten der 225 Mitarbeiter in 50 Berufsgruppen. „Ausgenommen sind der Empfang und die Hotline. Aber auch hier organisieren sich die Mitarbeiter selbst.“

Frank Roebers

Die „radikale Selbstorganisation“ ohne Genehmigungshürden – das ist ein Vertrauensvorschuss, „auf den wir oft angesprochen werden“. Das sagt Frank Geise, Leiter des Stabes bei Synaxon. „Bewerber setzen sich mit uns auseinander. Familienfreundlichkeit in Unternehmen ist immer noch ein außergewöhnliches Thema.“ Er achte darauf, dass nicht mehr als 40 Stunden in der Wochen gearbeitet werde. „Das ist nicht gesund.“

Jeder Mitarbeiter habe die Ausrüstung, an Digitalkonferenzen teilzunehmen, wo auch immer er ist. Gut kommt die Möglichkeit an, statt einer Gehaltserhöhung mehr Urlaubstage zu bekommen. Karriere und Kinderwunsch sollen sich weder bei Frauen noch bei Männern ausschließen. Thema der Zukunft sei jetzt, mehr Frauen in Führungsfunktionen zu bekommen, sagt Frank Roebers. „Auf der Ebene der Teamleitungen funktioniert das: Fünf von elf Teams werden von Frauen geleitet. Aber in der nächsten Stufe ist es schon anders. Wir wollen herausbekommen, was das Problem ist. Es gibt ja Beispiele, man denke nur an die Bundeskanzlerin.“

Frank Roebers

Regelmäßig gibt es Versammlungen und Befragungen zu Work-Life-Balance. Im Keller des Unternehmens ist ein großes Fitnessstudio mit Duschen eingerichtet, das auch Familienmitglieder nutzen können. Außerdem werden Yoga und Rückentraining angeboten. Dienstfahrräder können geleast werden.

„Der 1. Platz ist eine externe Bestätigung. Mitarbeiter nehmen das wahr und schätzen die Möglichkeiten, die sie nicht als selbstverständlich nehmen.“

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Darauf darf man sogar als Bürger dieser Stadt stolz sein: Zwei von sechs als familienfreundlich ausgezeichnete Unternehmen aus dem ganzen Kreis kommen aus Schloß Holte-Stukenbrock. Das Maschinenbauunternehmen TEKAWE mit 27 Mitarbeitern hat den Publikumspreis erhalten, die Synaxon AG mit 225 Mitarbeitern den 1. Platz in der Unternehmensgröße von 50 bis 250 Mitarbeiter. Ein Produktionsbetrieb und ein Dienstleister – beide zeigen, dass weder Unternehmensgröße noch Branche entscheidend ist, sondern ausschließlich der Wille. Die Anstrengungen werden mit wirtschaftlichem Erfolg belohnt.

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